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Dynamo sucht Ersatz für Führungs-Duo

Mit Kapitän Mai und Abwehrchef Hartmann fallen zwei wichtige Spieler aus. Wer sie ersetzt, steht eigentlich schon fest. Nur stellt sich jetzt wieder die Systemfrage.

Beide Führungsspieler, beide Innenverteidiger, beide im Spiel gegen ihren Verein Halle nicht dabei: Marco Hartmann und Sebastian Mai fallen am Samstag aus.
Beide Führungsspieler, beide Innenverteidiger, beide im Spiel gegen ihren Verein Halle nicht dabei: Marco Hartmann und Sebastian Mai fallen am Samstag aus. © dpa/Robert Michael

Dresden. Die Glückwünsche des Tages gehen an... Markus Kauczinski, der heute exakt ein Jahr als Dynamo-Trainer im Amt ist, sowie an Kapitän Sebastian Mai. Der gebürtige Dresdner feiert seinen 27. Geburtstag - doch das ist nur ein schwacher Trost angesichts der offenen Diagnose. Dass er wegen einer Verletzung im rechten Knie bis auf Weiteres ausfällt, steht seit dem Vortag fest. Doch weil Mai schon eine Verletzungsvorgeschichte hat, will Dynamo auf Nummer sicher gehen und die detaillierte Untersuchung abwarten.

Fakt ist: Die Liste der Ausfälle für das Ostduell am Samstag, 14 Uhr, beim Tabellenachten Halleschen FC ist in dieser Woche länger geworden, und mit Mai sowie Marco Hartmann (Gelb-Rot-Sperre) sind zwei Führungs- und zentrale Abwehrspieler dazugekommen. Außerdem fehlen verletzungsbedingt Außenverteidiger Chris Löwe, Mittelfeldspieler Paul Will und Stürmer Luka Stor.

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Doch Kauczinski klagt nicht, das hat er im zurückliegenden Jahr auch noch nie gemacht. "Ein Kader muss das auffangen können. Mal hast du Momente, da sind alle 25 Spieler da und du musst fürs Spiel sieben aus dem Kader streichen - das ist nicht schön. Jetzt fehlen einige - das ist auch nicht schön. Damit müssen wir umgehen", sagt der Trainer, der einmal mehr feststellt, wie schnelllebig das Tagesgeschäft Fußball ist. Noch in der Vorwoche war Dynamos Luxuskader das Thema verbunden mit den ersten Härtefällen wie Marvin Stefaniak.

Ändert Dynamo das System in der Abwehr?

Der Ersatz für Mai und Hartmann steht so gut wie sicher fest, auch wenn Kauczinski das namentlich nicht bestätigen will. "Wir haben verschiedene Möglichkeiten und genügend Jungs, die sofort in die Bresche springen können", sagt der Trainer. Es zeichnet sich jedoch ziemlich sicher ab, dass Robin Becker ebenso in die Startformation zurückkehren wird wie Kevin Ehlers. "Die Frage ist", so Kauczinski, "behalten wir die Dreierkette in der Abwehr bei oder stellen wir auf Viererkette um?"

Den Ausschlag könnte die Erfolgsserie geben: Nach der Umstellung von Vierer- auf Dreierkette hat Dynamo fünf Spiele hintereinander nicht verloren und blieb zudem zuletzt sieben Halbzeiten in Folge ohne Gegentreffer. Mit der besten Defensive der Liga sind die Dresdner bis an die Tabellenspitze geklettert. "Wir freuen uns, dass wir jetzt fünf Spiele nicht verloren haben und 13 von 15 möglichen Punkten geholt haben. Doch die Tabelle hat sich deshalb keiner eingerahmt", betont der Trainer. Die System-Entscheidung soll nach dem Abschlusstraining am Freitag fallen.

Halle hat den vermutlich besten Stürmer der Liga

Was Becker am liebsten ist? Der Neuzugang holt auf dem Pressekonferenz-Podium tief Luft und sagt dann, es sei ihm relativ egal, ob er Außenverteidiger oder Innenverteidiger ist, ob Dynamo demnach mit Vierer- oder eben weiter Dreierkette spielt. Hauptsache für ihn, der zuletzt erst verletzt ausfiel und danach erst mal Reservist war: ein Platz in der Anfangsformation. "Ich bin bereit."

In der Abwehr ist der Ausfall von Mai und Hartmann also einigermaßen kompensiert. Dass mit dem Duo auch zwei wortgewaltige Antreiber ausfallen, sieht Kauczinski - wenig überraschend - ebenfalls gelassen, zumindest für die Öffentlichkeit. Mit Tim Knipping und Yannick Stark habe man Spieler, die diese Aufgaben auch immer schon ausfüllen. Zudem müssten die, die jetzt ins Spiel kommen, ebenso Verantwortung übernehmen. "Das macht jeder auf seine Art, denn jeder Spieler ist anders. Ich kann und will nicht alle glattbügeln", sagt Kauczinski.

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Besprechen wird er sich vor dem Anpfiff dennoch mit dem verletzten Mai, der in den vergangenen zwei Jahren für Halle spielte. Auch mit Pascal Sohm, ein weiterer Neuzugang, der vom nächsten Gegner kam, hat sich Kauczinski schon ausgetauscht. Darüber hinaus aber, betont er, kenne man Halle gut: "Die Mannschaft hat sich gut entwickelt und mit Terrence Boyd wahrscheinlich einen der besten Stürmer in der 3. Liga, der immer brandgefährlich ist."

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