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"Wir haben schon auf die Schnauze bekommen"

Kapitän Sebastian Mai erklärt im Interview, warum es bei Dynamo gerade so gut läuft. Und er verrät, wer der Kabinen-DJ ist, der nach den Siegen die Schlagerhits auflegt.

Die Richtung ist klar. Es geht nach oben für Dynamo, nicht zuletzt in der Tabelle. Die Gründe für die Siegesserie mit vier Erfolgen hintereinander nennt Kapitän Sebastian Mai im Interview.
Die Richtung ist klar. Es geht nach oben für Dynamo, nicht zuletzt in der Tabelle. Die Gründe für die Siegesserie mit vier Erfolgen hintereinander nennt Kapitän Sebastian Mai im Interview. © osnapix

Dresden. Dass Dynamo viermal hintereinander in der Liga gewonnen hat, gab es zuletzt im Spätsommer 2015. Es war das zweite Drittliga-Jahr nach dem Abstieg, Uwe Neuhaus der Trainer - und am Ende stand die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Das ist auch diesmal das Ziel. Doch so weit, meint Sebastian Mai, ist es noch lange nicht.

Dynamos Kapitän erklärt im Interview nach dem 3:0-Erfolg in Duisburg, warum es derzeit so gut läuft und was noch besser geht.

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Herr Mai, Dynamo hat den vierten Sieg in Folge erzielt. Wie stolz macht Sie das?

Sehr stolz - vor allem, dass die Jungs in der Phase, wo es zuletzt nicht so gut lief, nicht aufgegeben haben. Wir haben schon so ein bisschen auf die Schnauze bekommen, aber wir sind dran geblieben, sind stark geblieben und haben außerdem gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können. Das ist uns ja auch vorgeworfen worden, dass wir zwar kämpfen, aber eben nicht gut spielen. Das haben wir jetzt bewiesen. Wie gesagt, ich bin super stolz. Aber es ist auch noch ein langer Weg.

Seit der Trainer die Abwehr auf Dreierkette umgestellt hat mit Marco Hartmann in der Mitte und Ihnen sowie Tim Knipping als Nebenleute läuft es sichtlich besser. Warum funktioniert das so gut?

Ich glaube, wir organisieren das ziemlich gut und müssen untereinander auch gar nicht so viel reden. Wir verstehen uns, kennen die Wege. Da muss keiner erst etwas ansprechen, wir erkennen die Löcher vor und neben uns und schließen die, noch bevor der andere etwas sagt. Das geht automatisch.

Mit dem Sieg in Duisburg hat sich Dynamo ganz oben in der Tabelle festgesetzt - und eine Lücke reißen können auf die Mannschaften dahinter. Zudem war es das sechste Spiel ohne Gegentreffer, überhaupt hat Dynamo die wenigsten Gegentore kassiert. Was kann man noch verbessern?

Gute Frage. Heute war ziemlich viel Gutes. Ich glaube aber, dass wir es nach der Führung noch besser runterspielen und zu Ende bringen können. Es ist nicht so gewesen, dass wir nach dem 1:0 eine Schwächephase hatten, aber es geht besser. Wir müssen auf unsere Fähigkeiten vertrauen, die wir zweifelsohne besitzen und noch souveräner agieren. Trotzdem haben wir Duisburg ganz, ganz wenige Chancen gelassen, es waren nur zwei Fernschüsse. Aber auch die können wir noch verhindern, und das ist das Ziel.

Müssen Sie jetzt als Kapitän ein Machtwort sprechen, damit nach den vier Siegen in Folge kein Schlendrian einzieht?

Jetzt genießen wir erst mal die Heimfahrt, die ist lang genug. Doch diesmal können wir mal ein Bierchen trinken, am Montag haben wir frei. Und ab Dienstag ist dann wieder voller Fokus. Meine Aufgabe ist es, die Jungs daran zu erinnern, dass wir im Training jeden Tag Gas geben müssen. Aber da musste ich noch nie etwas sagen, die Jungs machen das von selbst. Auch die, die in Duisburg nicht dabei waren und momentan vielleicht etwas hintendran sind. Jeder gibt Vollgas, und das macht uns ja so gut.

Im Hintergrund ist Musik aus der Kabine zu hören. Verraten Sie, wer der Mannschafts-DJ ist und nach Siegen wie diesen die Schlagerhits 2020 auflegt?

Brollo (Torwart Kevin Broll, Anm. d. Red.) macht das, und Brollo macht das ziemlich gut. Wir haben ein paar Lieder, die uns sehr gut gefallen und die wir nach einem Spiel direkt hören wollen. Brollo ist nach dem Spiel immer auch als erster in der Kabine, deswegen legt er dann auf.

Das Gespräch notierte Tino Meyer.

(Die Fragen wurden von Dynamo-Pressesprecher Henry Buschmann gestellt. Wegen der Auflagen im Hygienekonzept gibt es derzeit nach Spielen für Journalisten keine Möglichkeit, Interviews mit Trainern und Spielern zu führen.)

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