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Dynamos neuer, vorbildlicher Weg

Es verdient Respekt, wie sich der Verein seit dem Abstieg und den Ungerechtigkeiten dabei entwickelt hat, meint SZ-Redakteur Tino Meyer.

© Robert Michael/dpa / Montage: SZ

Ergebnisse in Vorbereitungsspielen sind nichts wert. Das ist auch am Samstag der allgemeine Tenor gewesen, trotz oder gerade wegen Dynamos 1:0-Sieg gegen den sächsischen Rivalen Erzgebirge Aue. Mehr Testspiel als Prestigeduell sei die Partie, erklärten beide Seiten danach. Nur sah das auf dem Platz zwischenzeitlich nicht nur ganz anders aus, Rudelbildung inklusive. Es hörte sich auch anders an. „Vor zwei Wochen habt ihr noch dagesessen und geheult“, rief Aues Co-Trainer Marc Hensel, gebürtiger Dresdner, mit einer ordentlichen Portion Aggression in Richtung Dynamos Außenverteidiger Chris Löwe.

Was faktisch zweifellos stimmt, auch wenn die zeitliche Einordnung nicht korrekt ist. Dynamos Abstieg in die 3. Liga liegt gut zwei Monate zurück und die tränenreiche Wutrede von Löwe über die ungerechte Behandlung vonseiten des Ligaverbandes sogar noch etwas länger.

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Fast schon vorbildlich, doch mindestens erstaunlich (vielleicht auch für Aues Co-Trainer), ist die Entwicklung seitdem. Der Verein hat verständlicherweise etwas gebraucht, um sich mit der Situation abzufinden, also weniger mit dem Abstieg an sich, mehr mit den Ungerechtigkeiten. Doch was dann kam und wie Dynamo inzwischen auftritt, verdient Respekt.

Der Umbruch war so oder so unumgänglich. Der neue Sportchef Ralf Becker und Cheftrainer Markus Kauczinski haben den Neubeginn allerdings in einer ungeahnten Konsequenz und Vehemenz gestartet, tatsächlich Charakterköpfe verpflichtet, der Mannschaft zudem einen neuen Geist implementiert und sie offenbar auch noch mit der passenden Spielidee versehen. Für Erfolg sind das nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

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Dynamo, das lässt sich als Fazit der Vorbereitungszeit feststellen, geht zu Recht als einer der Aufstiegsfavoriten in die neue Saison. Was darüber hinaus diese Einschätzung trägt: die dazugehörige Demut, die Sportchef, Trainer und auch Spieler in ihren Aussagen bislang glaubhaft erkennen lassen. Ergebnisse in Testspielen sind schließlich wirklich nichts wert, es zählen allein die Punktspiele.

Email an Tino Meyer

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