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Leistner beim HSV freigestellt - zurück zu Dynamo?

Der Dresdner hat in Hamburg keine Zukunft und soll sich einen neuen Verein suchen. Dynamo hat Verletzungssorgen in der Abwehr. Geht da vielleicht etwas?

Der Dresdner Toni Leistner steht beim Hamburger SV vor dem Abschied. Kehrt er zu Dynamo zurück?
Der Dresdner Toni Leistner steht beim Hamburger SV vor dem Abschied. Kehrt er zu Dynamo zurück? © imago images/Michael Schwarz

Dresden/Hamburg. Er ist ein Dresdner Junge, logisch, dass über eine Rückkehr in die Heimat spekuliert wird. Jetzt erst recht. Denn erstens hat Dynamo nach dem langfristigen Ausfall von Tim Knipping möglicherweise Bedarf auf seiner Position, auch wenn es bei Kapitän Sebastian Mai inzwischen Entwarnung gibt . Zweitens wurde Toni Leistner am Mittwoch vom Hamburger SV freigestellt. Er spiele für die weitere Saisonplanung keine Rolle und solle sich einen neuen Verein suchen, teilte der HSV mit.

Mit der sportlichen Führung soll es in den vergangenen Wochen mehrere Gespräche über die "ihm zugedachte Rolle innerhalb der Mannschaft" gegeben haben. Der Innenverteidiger wollte jedoch seine derzeitige Reservistenrolle nicht akzeptieren und hatte auf Einsatzzeiten gedrängt. "Daraufhin ist man zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, ihn für eine Vereinssuche freizustellen, um den Fokus und die Energie des Teams und des gesamten Clubs auf das bevorstehende Spiel beim 1. FC Heidenheim und die weiteren Aufgaben zu richten", hieß es vom Klub.

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Nach Informationen der Bild-Zeitung darf der 31Jahre alte Innenverteidiger den Verein sogar ablösefrei verlassen, obwohl sein Vertrag beim HSV noch bis Juni 2022 gilt. Unter dem neuen Chefcoach Walter kam Leistner in dieser Saison in der zweiten Liga noch nicht zum Einsatz, auch nicht beim Spiel gegen Dynamo (1:1).

In der Sendung "Doppelpass - 2. Bundesliga" auf Sport1 äußerte sich Sportvorstand Jonas Boldt zu Leistner, der in der Vorsaison 20 Pflichtspiele für die Hamburger bestritten und zwischenzeitlich die Mannschaft sogar als Kapitän auf den Platz geführt hatte. "Er hat eine wichtige Rolle in der vergangenen Saison gehabt. Ich schätze ihn als Mensch und Spieler", meinte er da bereits, aber: "Aktuell setzt der Trainer auf Sebastian Schonlau und Jonas David."

Leistner sei aber ein Spieler, "der sich fit fühlt und den Anspruch hat, regelmäßig zu spielen", sagt Boldt. "Es ist vielleicht eine Möglichkeit, dass er sich noch mal verändert, um eine andere Rolle einzunehmen, als er sie in Hamburg aktuell hat."

Bei Dynamo erst zum Schluss ein Stammspieler

Leistner begann in Dresden bei der SG Verkehrsbetriebe mit dem Fußball und wurde im Nachwuchs des FV Nord (jetzt SC Borea) ausgebildet. Im Sommer 2010 kam er zu Dynamo, spielte zunächst in der zweiten Mannschaft und gab am 23. April 2011 bei einem 4:0-Heimsieg der Schwarz-Gelben gegen Unterhaching für eine Viertelstunde sein Profi-Debüt. Allerdings bekam er danach zwei Jahre lang kaum noch Einsätze, erst unter Trainer Olaf Janßen erhielt er in der Saison 2013/14 einen Stammplatz und bestritt 16 Partien in der zweiten Liga.

Nach dem Abstieg wechselte er zu Union Berlin, wo er vier Jahre ein Leistungsträger war. Anschließend spielte er bei Queens Park Rangers in England, war an den 1. FC Köln ausgeliehen und ging schließlich im Sommer 2020 zum Hamburger SV. Sein erster Einsatz für die "Rothosen" war das DFB-Pokalspiel in Dresden, das Dynamo überraschend deutlich mit 4:1 gewann. Danach kam es zu einem Eklat. Nachdem ein Fan Leistners Familie beleidigt hatte, stürmte er auf die Tribüne und drückte den Pöbler zu Boden. Während der Spieler und der Verein bestraft worden sind, wurde gegen den Fan, der Vereinsmitglied ist, erst vor kurzem ein Ehrenratsverfahren eröffnet.

Ob Leistner tatsächlich ein Thema für Dynamo sein könnte, ist derzeit fraglich. Sportgeschäftsführer Ralf Becker hat in einem Interview mit der Dresdner Morgenpost noch einmal bekräftigt, nach der Verletzung von Knipping "nicht in Panik oder gar Hektik" zu verfallen. Man werde in den nächsten Tagen nichts machen und sich in Ruhe nach möglichen Optionen umschauen. Es sei jedoch "Stand jetzt", also vor der Diagnose bei Mai, "eher wahrscheinlich, dass wir bis zum Ende des aktuellen Transferfensters gar nicht mehr reagieren", erklärt der Sportchef.

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Eine Möglichkeit schließt er dabei jedoch bereits aus. Marco Hartmann wird keinen neuen Vertrag bei Dynamo bekommen. Er werde am Sonntag zum Heimspiel gegen den SC Paderborn "mit möglichst vielen Fans im Stadion gebührend verabschiedet", meint Becker. "So haben wir uns mit ihm verabredet und dabei wird es auch bleiben."

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