merken
PLUS Dynamo

Dynamo-Kapitän sauer: Rot eine absolute Frechheit

Sebastian Mai kritisiert den Schiedsrichter nach der Niederlage in Ingolstadt hart. Bei seiner Mannschaft erkennt er dagegen sogar einen Aufwärtstrend.

Sebastian Mai und Stefan Kutschke führten einige rassige Zweikämpfe. Privat sind sie befreundet.
Sebastian Mai und Stefan Kutschke führten einige rassige Zweikämpfe. Privat sind sie befreundet. © Foto: Picture Point

Ingolstadt/Dresden. Die 0:1-Niederlage beim FC Ingolstadt war für Dynamo Dresden bereits die dritte in der noch jungen Saison und die zweite innerhalb von fünf Tagen. Inklusive Nachspielzeit musste das Team von Markus Kauczinski nach der Roten Karte gegen Max Kulke 90 Minuten in Unterzahl agieren. Sebastian Mai kritisiert im Interview die Schiedsrichter-Entscheidung hart. Dennoch hat Dynamos Kapitän eine gute Partie seiner Mannschaft gesehen, erkennt sogar einen Aufwärtstrend.

Sebastian Mai, zusammen mit der Nachspielzeit haben Sie heute 90 Minuten in Unterzahl gespielt. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Eigentlich haben wir es ganz gut gemacht. In Unterzahl zu spielen, ist eine Aufgabe, vor allem in einer englischen Woche. Aber ich bin der Meinung, dass wir es verdient hätten, einen Punkt mitzunehmen, weil Ingolstadt ab der Roten Karte nicht mehr stattgefunden hat. Wir haben ein bis zwei Bälle zu leicht verloren, sie dadurch eingeladen, aber es auch immer wieder gut verteidigt. Daher bin ich der Meinung, dass mindestens ein Punkt verdient gewesen wäre.

Zwei Niederlagen in fünf Tagen - wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Zwickau war ein Spiel, bei dem wir alle schlecht waren. Gegen Ingolstadt waren wir in Unterzahl und ich finde, man konnte das nicht sehen. Wir müssen aber mehr Konstanz reinbringen. Nicht nur zwei Spiele gut und eins schlecht, sondern konstant mindestens gut. Dann sind wir auch in der Liga richtig gut.

Erst in der zweiten Halbzeit kam mehr Druck auf, warum war das nicht von Beginn an möglich?

Wir haben das insgesamt schon gut gemacht, Akzente gesetzt und aufopferungsvoll gekämpft. Wir hatten gute Passagen drin, in denen Ingolstadt nicht stattgefunden hat. Am Ende zählen aber nur Punkte. 

Werden die nächsten Wochen zu einer Sache des Kopfes?

Ich denke nicht. Jeder weiß das Spiel einzuschätzen, genauso wie die Partie gegen Zwickau. Es war eine Reaktion, wir haben uns um 100 Prozent gesteigert. Das sollten wir beibehalten und schauen, dass wir es genauso machen, wie wir es gemacht haben. Das Spiel gut nach- und das nächste gut vorbereiten. Dann sind wir auf einem guten Weg.

Ihre Einschätzung zur Roten Karte und dem Elfmeter?

Ich habe es nicht gesehen, weil es in meinem Rücken passiert ist. Aber in dem Moment, in dem Stefan (Kutschke/Anm. d. Red.) fällt, sehe ich, wie Max Kulke den Ball wegspitzelt. Er hat zwar den Arm dran, aber ich bin mir sicher, dass Stefan den auch dran hatte. Daher ist es für mich, ohne die Bilder gesehen zu haben, kein Elfmeter. Die Rote Karte ist eine absolute Frechheit. Wenn man sieht, dass sich Chris Löwe vergangene Woche im Knie einen Totalschaden (Außenbandriss und Knochenprellung/Anm. d. Red.) zugezogen hat, und es nur Gelb gab ... Max sieht für ein bisschen Halten oder leichtes Berühren Rot, da stellt sich mir die Frage nach dem Gleichgewicht. Das ist hier nicht vorhanden.

Laut Regelwerk muss es bei einer Aktion zum Ball keine Rote Karte geben. War es in Ihren Augen eine Aktion zum Ball?

Natürlich, das war nichts anderes. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher, dass man das in den Aufnahmen sieht. Das muss der Schiedsrichter auch sehen, weil der Ball in der Nähe ist. Somit ist es auch eine Aktion zum Ball.

Man sagt gern, dass Freundschaften in so einem Spiel für 90 Minuten ruhen. Sie sind privat gut mit Stefan Kutschke befreundet, aber in den Zweikämpfen haben Sie sich nichts geschenkt…

So ist Fußball. Wenn man gegeneinander spielt, muss man sowas vergessen können. Wenn man das als Fußballer nicht kann, hat man es immer schwer. Irgendwo hat man immer ein paar Kumpels. Stefan ist ein guter, weil er aus Dresden kommt und ich ihn gut kenne. Aber dann ruht es. Bei Stefan ist das ja nicht anders.

Das Gespräch notierte Jens Maßlich.

Weiterführende Artikel

Ex-Dynamo Mlapa bald in Japan?

Ex-Dynamo Mlapa bald in Japan?

Der Stürmer ist in Dresden nicht glücklich geworden, spielt aber seitdem sehr erfolgreich. Das weckt offenbar das Interesse im Fernen Osten.

Dynamo-Torhüter Broll patzt schon wieder

Dynamo-Torhüter Broll patzt schon wieder

Der Keeper leitet die Niederlage gegen Ingolstadt ein. Es ist nicht sein erster Fehler in dieser Saison. Beim 0:1 überzeugt aber das ganze Team nicht - die Einzelkritik.

Dynamo: Der Ärger nach der frühen Roten Karte

Dynamo: Der Ärger nach der frühen Roten Karte

Die Dresdner verlieren in Ingolstadt mit 0:1 - und ausgerechnet Kutschke trifft per Elfmeter. Es ist nicht der einzige Aufreger - die erste Analyse mit den Reaktionen.

(Die Fragen stellte Dynamos Pressesprecher Henry Buschmann, weil es für die mitgereisten Journalisten wegen der Auflagen im Hygienekonzept keine Möglichkeit für Interviews gab.)

Das Spiel zum Nachlesen - hier im Liveticker. 

Alles Wichtige und Wissenswerte zu Dynamo - kompakt am Donnerstagabend im Newsletter SCHWARZ-GELB, jede Woche neu und immer mit Gewinnspiel. Jetzt hier kostenlos anmelden.

Mehr zum Thema Dynamo