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Dynamo

Nach Dynamos 0:3: Nun wird es eng für den Trainer

Die Niederlage gegen den Halleschen FC ist auch in dieser Höhe verdient und setzt einen Negativtrend fort - eine Analyse mit den Reaktionen von Markus Kauczinski.

Stark ins Grübeln kommt Trainer Markus Kauczinski nach der 0:3-Niederlage.
Stark ins Grübeln kommt Trainer Markus Kauczinski nach der 0:3-Niederlage. © Foto: dpa/Robert Michael

Dresden. Der Auftritt ist erschreckend, das Ergebnis ernüchternd, die Statistik beängstigend. So viel Mühe man sich auch gibt, irgendetwas Positives an dem 0:3 gegen den Halleschen FC zu finden - es gelingt nicht. Vier Spiele in Folge hat Dynamo nicht mehr gewonnen, seit 438 Minuten kein Tor geschossen und steht nun auch nicht mehr auf einem Aufstiegsplatz. Der HFC hatte in diesem Jahr noch kein Auswärtsspiel gewonnen, in Dresden gelang das.

Hat der Trainer eine Erklärung für das 0:3?

Markus Kauczinski analysiert den desolaten Auftritt auf der Pressekonferenz nüchtern, erkennt an, dass die Niederlage "auch in dieser Höhe verdient ist". Eine wirkliche Erklärung hat er direkt nach dem Spiel jedoch nicht. Vor allem bemängelt er die "fehlende Durchschlagskraft". Bei den drei Stürmern sei es lediglich bei Ansätzen geblieben. "Wir haben viel zu viel Abstand gelassen in den Zweikämpfen. So wird man keine Punkte holen", lautet sein Fazit. Die Quarantäne und den Trainingsausfall will er als Grund für die deutliche Niederlage nicht gelten lassen. "Dass das nicht optimal ist und wir nicht gut eingespielt sind, ist klar. Und ich würde es auch als Entschuldigung gelten lassen, wenn in den letzten Minuten die Körner fehlen. Aber nicht über das gesamte Spiel", erklärt er und ist sichtlich angefressen. Das 0:3 , vor allem aber die Art und Weise, kann auch für ihn selbst gefährlich werden. Nach Informationen von Sächsische.de berieten nach dem Spiel im Stadion die Verantwortlichen über die Situation. Bereits nach der Niederlage in Unterhaching vor 14 Tagen war der Trainer Thema im Aufsichtsrat. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, wurde bisher nicht verlängert. Sportchef Ralf Becker hatte sich nur in der Halbzeitpause öffentlich geäußert. "Gefallen hat mir nicht viel. Wir präsentieren uns hier nicht gut - gerade was die Zweikämpfe angeht“, erklärte er bei Magenta Sport.

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Wie fallen die drei Tore für Halle?

Den ersten Treffer des HFC leitet ausgerechnet Ex-Dynamo Niklas Landgraf ein, der von einem Abstimmungsfehler zwischen Luka Stor und Niklas Kreuzer profitiert. Den Schuss von Braydon Marvin Manu kann Kevin Broll noch parieren, doch am langen Pfosten trifft Antonios Papadopoulos aus spitzem Winkel zur Führung. Der Deutsch-Grieche steht dabei in stark abseitsverdächtiger Position, aufklären können das aber auch die Fernsehbilder nicht. Kauczinski protestiert lautstark und heftig, was natürlich nichts bringt und muss vom Schiri-Assistenten beruhigt werden.

Der zweite Gegentreffer fällt nach einem Einwurf für die Hallenser, die danach ungestört kombinieren können. Schließlich hat Michael Eberwein freie Schussbahn (62.). Und dann schließt Manu (78.) einen Konter mit einem brachialen Schuss unter die Latte zum 0:3-Endstand ab.

Ist Dynamo die Zwangspause anzumerken?

Ob es tatsächlich am fehlenden Mannschaftstraining liegt, bleibt offen. Kauczinski verneint ist. Die Mannschaft knüpft nahtlos an, wo sie vor zwei Wochen bei der 0:2-Niederlage in Unterhaching aufgehört hatte: Sie verliert im Mittelfeld zu viele Zweikämpfe, ist am und im Strafraum nicht konsequent genug und viel zu harmlos. "Für mich war es sogar noch schlimmer als in Unterhaching", meint Broll. Dass es 39 Minuten bis zum ersten erwähnenswerte Abschluss - ein Flugkopfball von Christoph Daferner geht knapp am Pfosten vorbei - dauert, ist die logische Konsequenz. Gegen die schlechteste Defensive der Liga ist das eine fast schon peinliche Ausbeute. Auf der anderen Seite haben bis zur Pause Julian Guttau (21.) und Terence Boyd (39.) Möglichkeiten, was am Ergebnis zu ändern.

Wie reagiert der Trainer auf die vielen Ausfälle?

Die elf Profis, die derzeit fehlen, hinterlassen Spuren im Kader. Chris Löwe feiert sein Comeback - und das gleich in der Startelf. Am 20. Oktober hatte er sich im Heimspiel gegen den FSV Zwickau schwer am Knie verletzt und seitdem pausiert. „Wir wissen nicht, wie lange er durchhält“, sagte Kauczinski vor dem Anpfiff. Am Ende werden es 80 Minuten, in denen der 32-Jährige bester Dresdner Feldspieler ist. Löwe spielt auf seiner gewohnten Position als Linksverteidiger. Zum ersten Mal seit Mitte Januar bietet Kauczinski wieder eine Vierer-Abwehrkette auf. Doch auch diese taktische Änderung zeigt keinerlei Wirkung.

Offensiv ist die größte Überraschung die Nominierung von Luka Stor, der den Vorzug vor Philipp Hosiner, der nach der Pause kommt, erhält. Für den Slowenen ist es erst der zweite Startelfeinsatz für Dynamo - und der erste in dieser Saison. Doch er kommt nicht einmal zum Abschluss.

Warum schafft es Dynamo nicht, das Spiel zu drehen?

Nach der Pause ist das Bemühen zu erkennen, die Dresdner gehen nun energischer in die Zweikämpfe. Doch torgefährlich werden sie dennoch nicht. Ein Kopfball von Tim Knipping (50.) nach einem Freistoß, der knapp vorbeigeht, ist die einzige, größere Möglichkeit. Dagegen verhindert Broll sogar noch Schlimmeres. Bei einem Kracher von Papadopoulos reißt er gerade noch die Hand hoch (68.). Und bei einem Konter des HFC kurz vor dem Ende verhindert er das 0:4. "Wir sind viel zu harmlos, viel zu ängstlich. Ob sich manch einer vor Angst in die Hose geschissen hat? Ich glaube schon", erklärt der Torhüter. "Wir brauchen zu lange, bis wir den Pass spielen, bis die Flanke kommt. Da fehlt das Herz und dann gewinnt man keine Spiele."

Wie wirkt sich die Niederlage auf die Tabelle aus?

Fatal, Dynamo ist nur noch Vierter und steht damit erstmals seit Ende November nicht mehr auf einem direkten oder indirekten Aufstiegsplatz. Alle drei Konkurrenten Rostock, Ingolstadt und 1860 München gewinnen ihre Partien. Der Rückstand zu Spitzenreiter Hansa beträgt nun schon sechs Punkte, allerdings haben die Schwarz-Gelben zwei Spiele weniger bestritten. "Ich habe schon vorher gesagt, dass 59 Punkte nicht reichen werden zum Aufstieg. Jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß", so Kauczinski.

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