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Hartmann erklärt Dynamos Siegesserie und seine Rolle

Seit er in der Startelf steht, haben die Dresdner dreimal in Folge gewonnen. Im Interview sagt der Abwehrchef, was das bedeutet und worauf es jetzt ankommt.

Sein Schrei nach dem Abpfiff: Marco Hartmann spielt bei Dynamos 2:0-Sieg gegen Unterhaching einmal mehr eine Hauptrolle.
Sein Schrei nach dem Abpfiff: Marco Hartmann spielt bei Dynamos 2:0-Sieg gegen Unterhaching einmal mehr eine Hauptrolle. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Es liegt auf der Hand, Dynamos Siegesserie an einem Spieler festzumachen. Seit Marco Hartmann in der Startelf steht, haben die Dresdner dreimal in Folge gewonnen, zuletzt hat er jedes Mal ein Tor erzielt beim 3:1 in Rostock und am Mittwochabend beim 2:0 gegen Unterhaching - jeweils nach einem Freistoß von Patrick Weihrauch.

Dabei war zuletzt wenig Zeit, die Standard-Varianten zu trainieren, wie Markus Kauczinski erklärt. "Die Jungs haben es besprochen, welche Möglichkeiten bestehen." Hartmann ist mit seinen 1,94 Meter extrem kopfballstark, beide Male hat er aber mit dem Fuß getroffen, weil er gedanklich schneller war als die Gegenspieler und einen klugen Laufweg wählte. "Harti hat einen Fundus an Ideen aus seiner langen Karriere, wir wissen, dass er da eine gewisse Stärke hat", sagt der Trainer - und grundsätzlich: "Er hat gerade einen richtig guten Lauf. Mit seiner Erfahrung und dem, was er der Mannschaft gibt, ist er enorm wichtig."

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Hartmann selbst will siene Rolle nicht überbewerten - das Interview mit dem Führungsspieler:

Marco, Sie sind zurück und Dynamo gewinnt dreimal in Folge. Ist die Erfolgsformel so einfach?

Nein, das wäre wirklich ein bisschen vermessen. Das hängt mit vielen Dingen zusammen. Wir haben etwas umgestellt im System, als Mannschaft eine geile Herangehensweise gefunden. Davon bin ich ein Teil. Es macht einfach Spaß, natürlich, so zurückzukommen und dreimal zu gewinnen, das macht so ein Comeback umso schöner.

Der Mannschaft fehlte zu Saisonbeginn die Konstanz auch innerhalb einzelner Spiele. Jetzt wirkt es stabil. Wie hat es sich für Sie gegen Unterhaching angefühlt?

Wir hatten in den ersten Minuten ein paar Probleme bei Ecken, dann haben wir etwas umgestellt, um den Rückraum besser zu sichern. Ansonsten war es zunächst ein ausgeglichenes Spiel, wir machen nach einem Standard das 1:0, dann ein wunderschöner Spielzug zum 2:0. Danach war es für den Gegner schon schwierig. Wir haben nicht mehr viele Chancen zugelassen. Das sind ein paar Situationen im Strafraum, die noch mal brenzlig sind, wenn der Ball irgendwo runterfällt. Aber wir sind zurzeit total giftig drauf, die irgendwie zu bereinigen. Das wird nicht immer so gelingen, deswegen müssen wir schon noch einiges verbessern. Aber rundum war das wieder so ein Spiel, das kann man mit den letzten beiden über eine Schablone ziehen.

Nach der Pause hat allerdings auch Torwart Kevin Broll ein paar Mal gut pariert. Wie schätzen Sie seine Leistung ein?

Die Phase nach der Halbzeit war nicht gut. Der Stroh-Engel schießt mir durch die Beine, ein ganz ekliges Ding auf die lange Ecke, den kratzt Brollo noch raus. Das sind Momente, in denen brauchst du einen Keeper, der dir den Zwei-Tore-Vorsprung hält, weil dann kann so ein Spiel auch in der 70. Minute noch entspannt aussehen. Zu der Zeit war es ein bisschen am Wanken.

Sie hatten bereits in Rostock nach einem Freistoß getroffen, jetzt wieder. Wie beschreiben Sie den Treffer?

Ich habe mich quasi ins Abseits gestellt, aber ein Hachinger muss das aufgehoben haben. Dann war ich vorne frei und es ging nur noch darum, den Ball sauber zu treffen. Er war gar nicht so präzise, aber der Torhüter macht eine Bewegung zum kurzen Eck, dadurch wird es für ihn schwierig, hinzukommen. Später habe ich auch mal daneben getreten.

Drin ist das Ding: Marco Hartmann (Nummer 6) reißt bereits die Arme hoch, Unterhachings Torwart Nico Mantl liegt am Boden - das 1:0 für Dynamo nach einer Standard-Situation und dank einer guten Idee des Abwehrchefs.
Drin ist das Ding: Marco Hartmann (Nummer 6) reißt bereits die Arme hoch, Unterhachings Torwart Nico Mantl liegt am Boden - das 1:0 für Dynamo nach einer Standard-Situation und dank einer guten Idee des Abwehrchefs. ©  dpa/Robert Michael

Das war bei einer ähnlichen Situation in der 80. Minute. Wenige Minuten nach Ihrem Tor hatten Sie noch einen Hechtkopfball, den Hachings Torwart pariert.

Das waren noch zwei Riesendinger. Bei dem Kopfball - wenn ich da den Fuß nehme, ist es ein sicheres Tor.

Sie sagten bereits, das zweite Tor von Philipp Hosiner war sehr gut herausgespielt - und das trotz der schwierigen Platzverhältnisse. Ist das die fußballerische Qualität, die in der Mannschaft steckt?

Ja, auf jeden Fall. Wir haben in Rostock schon gezeigt, dass wir super kombinieren können. Wir trauen es uns noch nicht immer zu. Es ist aber richtig, ein gewisses Mittelmaß zu finden, auch mal einfache Bälle zu spielen. In der Szene spielt Joni (Jonathan Meier/d. Red.) einen super Doppelpass mit Patty (Patrick Weihrauch/d. Red.), der wieder ein sehr gutes Spiel gemacht hat - dann sieht es vielleicht einfach aus. Die Momente nutzen wir derzeit. Es tut natürlich total gut, wenn du vor der Halbzeit das 2:0 machst.

Wie bewerten Sie die Entwicklung der Mannschaft?

Wir haben uns in der Tabelle verbessert, aber vor allem ein Grundgefühl bekommen für das, was wir von uns erwarten sollten und erwarten müssen - in jedem Spiel. Und so geht es weiter, nicht so viel auf die Tabelle gucken. Es haben viele Mannschaften noch einige Spiele weniger, vollkommen egal, jetzt heißt es runterfahren, den Körper in einen Zustand bringen, in dem man Leistung zeigen kann - und dann geht es am Sonntag weiter.

Dynamo spielt beim MSV Duisburg, der gerade in einer sportlichen Krise steckt und einen Trainerwechsel hinter sich hat. Heben Sie mahnend den Zeigefinger?

Nein, dafür gibt es keinen Grund. Die englische Woche ist nicht ohne und Duisburg sicher in keiner einfachen Situation. Das ergibt eine eklige Ausgangslage. Aber im Endeffekt heißt es immer wieder, genau das abzurufen an Emotionalität, an Power, an Bereitschaft. Dann spielst du mal einen besseren Ball, mal einen schlechteren. Aber wir haben zuletzt gesehen, dass man meist belohnt wird, wenn man das so abruft.

Wie geht es Ihnen nach der Belastung?

Das ist schon nicht ohne. Es fiel mir schon ein ganzes Stück schwerer, das Spiel in Rostock zu verarbeiten als das gegen 1860. Es war brutal kräftezehrend, die Plätze sind extrem tief, die Schritte wurden länger. Es wurde alles ein bisschen langsamer irgendwann. Das hat man gesehen bei dem Torabschluss. Mit ein bisschen Entspannung treffe ich den Ball zumindest sauber. Aber mir geht es nicht anders als den anderen. Natürlich hoffe ich, gesund zu bleiben. Jetzt heißt es regenerieren, regenerieren.

Das Gespräch notierte Sven Geisler.

(Die Fragen wurden von Dynamo-Pressesprecher Henry Buschmann sowie Steffen Kuttner für Dynamo-TV gestellt. Wegen der Auflagen im Hygienekonzept gibt es derzeit nach Spielen für Journalisten keine Möglichkeit, Interviews mit Trainern und Spielern zu führen.)

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