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Dynamos Knipping: "Das war ein Scheißspiel"

Nach dem Sieg der Dresdner in Kaiserslautern überrascht der Verteidiger mit seiner Analyse, macht der Mannschaft aber auch ein riesiges Kompliment.

Tim Knipping (r.) liegt sich nach Dynamos Sieg in Kaiserslautern mit Pangiotis Vlachodimos im Arm. Bei aller Freude: Es gibt auch Anlass für Kritik.
Tim Knipping (r.) liegt sich nach Dynamos Sieg in Kaiserslautern mit Pangiotis Vlachodimos im Arm. Bei aller Freude: Es gibt auch Anlass für Kritik. © Eibner-Pressefoto

Kaiserslautern. Dynamo leistete am Freitagabend auf dem Betzenberg vor allem in der zweiten Halbzeit eine leidenschaftliche Abwehrschlacht und verteidigte die knappe 1:0-Führung gegen den 1. FC Kaiserslautern. Einer der herausragenden Spieler: Innenverteidiger Tim Knipping. Wie bereits beim Pokal-Erfolg gegen den Hamburger SV gab er der Defensive mit seiner Ruhe und Zweikampfstärke Sicherheit. Dabei findet der 27-Jährige im Interview danach deftige Worte für die schwächere Anfangsphase.

Tim Knipping, wie bewerten Sie den 1:0-Erfolg in Kaiserslautern?

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Ich brauche nicht drumherum zu reden: Das war am Anfang ein Scheißspiel von uns. In den ersten Minuten waren die Lauterer bissiger in den Zweikämpfen, aber: Wir haben uns reingekämpft. Wir wissen, dass wir durch unsere Standards brandgefährlich sind, durch einen sind wir in Führung gegangen. Mit dem Tor sind wir besser ins Spiel gekommen.

Wie ist es gelungen, die knappe Führung in Unterzahl zu verteidigen?

Es ging viel hin und her, gab viele Fouls. Der Schiedsrichter hat vielleicht ein bisschen zu kleinlich gepfiffen, das Spiel ein bisschen hektisch gemacht. Aber man hat gesehen, was die Mannschaft in der kurzen Zeit auszeichnet, wie wir uns nach der Gelb-Roten Karte reingeworfen, wie wir gefightet haben um jeden Zentimeter, um jeden Grashalm - gerade für Paul. Der arme Junge sitzt in der Kabine und beißt sich in den Arsch. Also haben wir gesagt: Jetzt gewinnen wir das Ding zusammen auch für ihn. In der zweiten Halbzeit haben wir trotz des Drucks von Kaiserslautern kaum Chancen zugelassen. Riesiges Kompliment an die Mannschaft.

Wie wichtig war es, zum Start in die 3. Liga gleich einen solchen Stresstest zu bestehen?

Sehr wichtig, weil uns hier direkt ein paar Grenzen aufgezeigt wurden. Es geht nicht nur über Schönspielerei. Man muss ein Spiel auch mal dreckig gewinnen. Gerade für mich als Verteidiger gibt es keinen schöneren Sieg als diesen. Ich bin glücklich und stolz auf jeden Einzelnen. Gerade auch auf unsere technisch versierten Spieler, die 90 Minuten rauf und runter gerannt sind.

Haben Sie irgendwann gezweifelt, ob das gut gehen kann?

Ich hatte nie Zweifel, keine Minute. Ich weiß, was in der Mannschaft steckt, was wir trainiert und wie wir uns vorbereitet haben, was wir gegen den HSV geleistet haben. Ich wusste, dass wir das können.

Wie ist die neu zusammengestellte Mannschaft so schnell zu einer Einheit geworden?

Es ist den Verantwortlichen gelungen, eine Einheit mit sehr guten, sauberen Charakteren zusammenzustellen. Von Tag eins an hat jeder jeden gepusht, es war immer eine positive Stimmung im Training. Das sieht man jetzt auch in den ersten Spielen auf dem Platz.

Was muss man für das Heimspiel am nächsten Sonntag gegen Waldhof Mannheim verbessern?

Erst einmal müssen wir die Leidenschaft von heute beibehalten und den Willen, das Spiel auf unsere Seite zu drücken. Mit Ball müssen wir aber ruhiger werden, auch von Anfang an wacher sein und saubere Pässe spielen. Man muss sehen, dass wir das giftigere Team sind. Außerdem benötigen wir mehr Ballbesitz, um nicht zu lang hinterherzulaufen. Die Gegner müssen uns hinterherlaufen, dann wird alles einfacher.

Das Gespräch notierte Jens Maßlich.

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(Die Fragen stellte Dynamos Pressesprecher Henry Buschmann, weil es für die mitgereisten Journalisten wegen der Auflagen im Hygienekonzept zwar eine Pressekonferenz, aber keine Möglichkeit für Interviews gab.)


Die Partie zum Nachlesen gibt es hier im Liveticker.

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