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Dynamo schießt kein Tor und Hartmann sieht Gelb-Rot

Gegen Uerdingen ist der Rasen der Hauptdarsteller. Bei den Dresdnern läuft nicht viel zusammen - trotzdem sind sie Spitzenreiter. Die Analyse und Reaktionen.

Marco Hartmann kniet auf dem Boden, als Schiedsrichter Max Burda die Rote Karte aus seiner Brusttasche holt.
Marco Hartmann kniet auf dem Boden, als Schiedsrichter Max Burda die Rote Karte aus seiner Brusttasche holt. © dpa-Zentralbild

Dresden. Die Serie ist gerissen - und auch wieder nicht. Nach vier Siegen in Folge konnte Dynamo gegen den KFC Uerdingen zwar nicht gewinnen, durch das 0:0 bleiben die Dresdner allerdings zum fünften Mal nacheinander ungeschlagen. "Mehr war nicht drin, weil Uerdingen uns das Leben schwer und wir es nicht gut gemacht haben", fasste Markus Kauczinski die 90 Minuten auf sehr überschaubarem Niveau zusammen. Der Trainer monierte vor allem die Offensive. "Wir sind nicht diese Wege gegangen wie zuletzt, haben oft zurückgespielt, waren nicht so aggressiv."

Da der bisherige Spitzenreiter Saarbrücken 1:4 in Mannheim verlor, klettern die Schwarz-Gelben an die Tabellenspitze - zumindest für einen Tag. Am Sonntag könnte Hansa Rostock mit einem Sieg in Wiesbaden noch vorbeiziehen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Nullnummer:

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War die Gelb-Rote Karte gegen Hartmann berechtigt?

Die Entscheidung war zumindest sehr hart. Innerhalb von sechs Minuten sah der Verteidiger zweimal Gelb, das macht zusammen Gelb-Rot (82.). Bei der zweiten Szene spielte Hartmann den Ball mit der Hand, eine Absicht war dabei jedoch nicht zu erkennen. Womöglich ahndete Schiedsrichter Max Burda aber auch gar nicht das Handspiel, sondern das Ballwegschlagen. "In der ersten Situation war es ein klares Foul, aber nie im Leben eine gelbe Karte", meinte Hartmann. "Und nach dem Handspiel schlage ich gefühlt eine halbe Sekunde nach dem Pfiff den Ball weg. Nachdem er einem Uerdinger in der ersten Hälfte in einer ähnlichen Situation verwarnt hatte, hat er mich auch runtergestellt. Ich find diese Entscheidung ziemlich hart." Dadurch verpasst Hartmann ausgerechnet das Auswärtsspiel beim Halleschen FC - seinem Ex-Verein.

War Dynamo so dominant und effektiv wie zuletzt?

Nein. Ein Grund mag der löchrige Rasen gewesen sein, doch die Fehlerquote war insgesamt erschreckend hoch. Die Gäste liefen früh an, zwangen die Dresdner so zu vielen langen Bällen, die zu selten ankamen. Und wenn, verhinderten schlechte Ballannahmen gefährliche Angriffe. So kamen die Schwarz-Gelben kaum in die gefährlichen Zonen. Die Standards, zuletzt eine große Stärke, blieben ebenfalls ungefährlich - und damit Chancen Mangelware. Bevor Sebastian Mai das erste Mal aufs KFC-Tor schoss (19.), hatte der Uerdinger Heinz Mörschel bereits zwei Möglichkeiten, vergab aber beide. Muhammed Kiprit hatte vor der Pause die größte Chance zur Führung, allerdings brachte der Stürmer den Ball am Fünfmeter-Raum nicht unter Kontrolle, danach schoss Kolja Pusch im Fallen drüber (22.).

Aktionen vor dem Tor gab es nur wenige. Hier hält Kevin Broll einen Schuss von Uerdingens Heinz Mörschel.
Aktionen vor dem Tor gab es nur wenige. Hier hält Kevin Broll einen Schuss von Uerdingens Heinz Mörschel. © dap/Robert Michael

Die Szene war typisch für den Tabellen-Zwölften , der mit bisher elf erzielten Treffern das harmloseste Team der 3. Liga ist. "Es mangelt uns an der Effizienz, deshalb stehen wir da, wo wir stehen", erklärte KFC-Trainer Stefan Krämer. Nach der Pause machte es Dynamo zwar etwas besser, doch gefährlich wurde es nie. Die Krefelder vergaben nach der Gelb-Roten Karte gegen Hartmann noch zwei Möglichkeiten, den Schuss von Gino Fechner pariert Kevin Broll und Kiprit köpft vorbei. "Wir haben nicht gut gespielt, aber alles reingehauen und gut verteidigt", fand Kapitän Mai.

Warum war der Rasen eher gelb als grün?

Das holprige und stark lädierte Geläuf im Harbig-Stadion war schon in den vergangenen Wochen ein Dauerthema, der Zustand wurde auch von Kauczinki kritisiert. Gegen Uerdingen gaben die verbliebenen Grashalme ihre Abschiedsvorstellung, ab Dienstag wird der Rasen getauscht, eine Woche später beim Heimspiel gegen den SC Verl erlebt der 120.000 Euro teure Neurasen seine Premiere. Damit der Ball gegen Uerdingen zumindest einigermaßen rund läuft, waren in den vergangenen Tagen zehn Tonnen Sand verteilt wurden.

Der Rasen im Rudolf-Harbig-Stadion sah eher gelb statt grün aus. In den vergangenen Tagen wurden zehn Tonnen Sand verteilt. Kommenden Dienstag soll ein neuer Rasen verlegt werden.
Der Rasen im Rudolf-Harbig-Stadion sah eher gelb statt grün aus. In den vergangenen Tagen wurden zehn Tonnen Sand verteilt. Kommenden Dienstag soll ein neuer Rasen verlegt werden. © Jens Maßlich

Das ließ die Spielfläche gelb erscheinen. "Natürlich ist es schwer, auf dem Geläuf zu spielen. Es regt auf, aber wir können es nicht ändern. Das will ich auch nicht als Ausreden gelten lassen", meinte Mittelfeldspieler Yannick Stark. "Der Platz ist nicht gut, trotzdem geht es besser", fand Kauczinski und meinte damit das Spiel seiner Mannschaft. Für die Gäste war es im übrigen keine große Umstellung, in Düsseldorf, wo die Krefelder derzeit die Heimpartien austragen, sieht der Rasen ähnlich aus wie in Dresden.

Warum veränderte der Trainer die Erfolgself?

Er musste - allerdings nur auf einer Position. Paul Will hatte sich beim Sieg gegen Duisburg einen Bändereinriss im Sprunggelenk zugezogen, ihn ersetzte wie erwartet Julius Kade. "Julius ist körperlich nicht so ein Abräumer wie Paul", hatte Kauczinski vor dem Anpfiff die beiden defensiven Mittelfeldspieler vergleichen. Das zeigte sich auch auf dem Platz, dessen Zustand eher etwas für Fußballarbeiter war. Kade fiel nicht besonders auf, aber auch nicht ab. "Er hat das - wie viele andere auch - schon besser gemacht", urteilte der Trainer nach dem Schlusspfiff.

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Hier gibt es den Liveticker von Dynamos Nullnummer zum Nachlesen.

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