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So erfolgreich waren Dynamos neue Gegner früher

In der zweiten Liga versammeln sich 309 Jahre Bundesliga-Erfahrung, die Klubs sammelten 51 Meistertitel – aber sagt das was über die Qualität der aktuellen Kader?

Von Daniel Klein
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Werder Bremen und Schalke 04, hier mit Davie Selke (l.) mit Omar Mascarell, sind Dynamos attraktivste Gegner in der 2. Bundesliga - neben dem HSV.
Werder Bremen und Schalke 04, hier mit Davie Selke (l.) mit Omar Mascarell, sind Dynamos attraktivste Gegner in der 2. Bundesliga - neben dem HSV. © Foto: Nordphoto

Dresden. Es scheint fast einen Wettbewerb zu geben, mit welchen Superlativen diese 2. Bundesliga noch geadelt werden könnte. Es ist natürlich die beste zweite Liga aller Zeiten – wie in all den Jahren zuvor auch schon. Es muss also eine Steigerung geben. Der Sender Sport1, der nach fünf Jahren Unterbrechung wieder eine Partie pro Spieltag live zeigen darf, wirbt mit dem Slogan: Erstklassigstes Unterhaus der Welt. Darunter geht es also nicht mehr. Aber stimmt das auch?

Dass die 2. Bundesliga nach den Abstiegen von Schalke 04 und Werder Bremen sowie dem verpassten Aufstieg des Hamburger SV namhafter besetzt ist als je zuvor, ist unstrittig. Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob die Kader der einstigen Bundesliga-Größen ebenfalls namhaft besetzt sein werden. Alle drei Klubs stecken in finanziellen Schwierigkeiten, Werder hat Schulden von 75 Millionen Euro, von der Stadt einen Kredit über 20 Millionen Euro bekommen und Anleihen für 17 Millionen Euro verkauft. Ähnlich die Situation beim HSV, der Verbindlichkeiten von rund 65 Millionen Euro hat. Bei Schalke sind es sogar unfassbare 217 Millionen Euro. Das lässt wenig Spielraum für prominente Transfers.

© SZ Grafik
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Die Historie des Trios dagegen ist klangvoll. Der HSV gewann 1983 den Europapokal der Landesmeister sowie 1977 den der Pokalsieger – wie Werder 1992. Schalke holte 1997 den Uefa-Cup. Alle Zweitligisten zusammen bringen es auf 309 Jahre Bundesliga-Erfahrung und 31 Meisterschaften, hinzu kommen zwölf Titel aus der DDR. Während Dynamo Dresden achtmal und Erzgebirge Aue (als SC Wismut Karl-Marx-Stadt) dreimal erfolgreich war, krönte sich Hansa Rostock 1991 zum ersten Mal und zugleich als letzter Verein zum Oberligameister. Zum Vergleich: Die Teams der Bundesliga holten bislang 56 Meistertitel, von denen allein Rekordhalter Bayern München 31 verbuchen kann. Hinzu kommen 23 DFB- und neun FDGB-Pokalsiege. Aus den Top 20 der Ewigen Bundesliga-Tabelle spielen in der kommenden Spielzeit sieben Vereine in der 2. Bundesliga.

All das verspricht Emotionen und volle Stadien – falls die Pandemie das zulässt. Mehr als 60.000 Zuschauer verfolgten im Schnitt in der Bundesliga-Saison 2018/2019 die Heimspiele des FC Schalke 04. Viel weniger werden es auch eine Klasse tiefer sicher nicht werden. Den Rekord mit den meisten Zuschauern in der eingleisigen 2. Bundesliga hält Hertha BSC. Am letzten Spieltag der Saison 2011/2012 besuchten 77.116 Zuschauer die Partie gegen den FC Augsburg.

Die Fans dürften sich freuen, dass es in der neuen Zweitliga-Saison kein Montagabendspiel mehr gibt. Der Termin rückte auf den Samstagabend. Die Partien, die um 20.30 Uhr angepfiffen werden, überträgt Sport1 live. Hinzu kommen zwei Freitagabendspiele (18.30 Uhr) sowie jeweils drei Spiele am Samstag- und Sonntagmittag (13.30 Uhr). Veröffentlicht wird der Spielplan am 25. Juni. Bis dahin geht die Suche nach Superlativen sicher weiter. (mit sid)

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