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Sport

Harte Strafe für Leistner vom Sportgericht

Der gebürtige Dresdner hat einen Dynamo-Fan attackiert - und damit auch gegen Corona-Regeln verstoßen. Der DFB sperrt ihn lange. Sein Verein will es anders lösen.

Mindestens drei Pflichtspiele muss Toni Leistner nach seiner Attacke aussetzen, dazu eine hohe Geldstrafe zahlen.
Mindestens drei Pflichtspiele muss Toni Leistner nach seiner Attacke aussetzen, dazu eine hohe Geldstrafe zahlen. © Lutz Hentschel

Hamburg/Dresden. Der Eklat um Toni Leistner nach dem Pokalspiel am Montagabend in Dresden hat die erwarteten harten Konsequenzen. Am Freitag gab das DFB-Sportgericht, das nach Leistners Attacke gegen einen pöbelnden Fan auf der Tribüne des Rudolf-Harbig-Stadions ermittelte, die Strafe bekannt: drei Pflichtspiele Sperre, zudem zwei weitere Partien auf Bewährung sowie 8.000 Euro Geldbuße.

"Wir werten dies als schwerwiegende Sportverfehlung, die Sperre gilt daher auch für den Ligabetrieb und nicht nur den DFB-Pokal", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. "Wir hatten einerseits zu berücksichtigen, dass es sich beim Angriff auf einen Zuschauer um eine besonders schwerwiegende Verfehlung eines Spielers gehandelt hat, andererseits aber auch die Schwere der vorangegangenen Provokation zu würdigen."

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Für Leistner habe zudem gesprochen, "dass er sportgerichtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist, er sein Fehlverhalten bedauert und aufrichtig um Entschuldigung gebeten hat. Die zusätzliche Geldstrafe ergibt sich aus dem Verstoß gegen das Hygienekonzept, den wir nicht bagatellisieren wollen", sagte Lorenz.  

Nach dem Abpfiff kletterte Toni leistner in den Zuschauerbereich und attackierte einen Dynamo-Fan, der ihn zuvor beleidigt hatte.
Nach dem Abpfiff kletterte Toni leistner in den Zuschauerbereich und attackierte einen Dynamo-Fan, der ihn zuvor beleidigt hatte. © Jan Huebner

Damit verpasst der Innenverteidiger nicht nur den Auftakt seines Hamburger SV an diesem Freitagabend in der 2. Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf, sondern mindestens die nächsten beiden Punktspiele. Der Strafrest von zwei Pflichtspielen wird für die Dauer von einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Die Frist endet am 18. September 2021, teilte der DFB weiter mit.

Mit seiner Aktion, die deutschlandweit erst für Schlagzeilen und dann für sehr geteilte Meinungen sorgte, verstieß Leistner - so die Begründung - zugleich gegen die im Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) festgeschriebenen Corona-Regeln. Der HSV hat ihn deshalb vom Rest der Mannschaft getrennt - eine Vorsichtsmaßnahme, weil er auf der Tribüne Kontakt zu mehreren Dynamo-Fans hatte. 

Bereits den Rückweg aus Dresden bestritt der 30-Jährige nicht im Mannschaftsbus, und auch beim Training fehlte er. Ein erster Corona-Test ist aber negativ ausgefallen.

Bei der Erwärmung fürs Pokalspiel gegen Dynamo noch mittendrin: Toni Leistner. Doch schon die Rückfahrt nach Hamburg bestritt der gebürtige Dresdner isoliert von der Mannschaft.
Bei der Erwärmung fürs Pokalspiel gegen Dynamo noch mittendrin: Toni Leistner. Doch schon die Rückfahrt nach Hamburg bestritt der gebürtige Dresdner isoliert von der Mannschaft. © dpa/Robert Michael

Leistner war nach der Partie, die Dynamo furios mit 4:1 gegen den HSV gewonnen hatte, in die Zuschauerränge geklettert. Dort attackierte er einen Dynamo-Fan, der ihn zuvor massiv beleidigte und seine Familie verbal angriff. Noch am Montagabend hatte sich Leistner öffentlich entschuldigt und tags darauf mit dem Fan telefoniert. Die Sache sei damit "aus der Welt", erklärte er.

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Eine interne Geldstrafe vom HSV gibt es dagegen nicht. Er sei "kein Freund" davon, "populistische Geldstrafen auszusprechen", sagte Hamburgs Sportvorstand Jonas Boldt bei Sky Sport News. Vielmehr wolle der Klub "durchdachter handeln" und überlegt, Leistner in soziale Projekte einzubinden, so Boldt. Sinnvoller als eine Geldstrafe zu verhängen sei es, sich gesellschaftlichen Fehlentwicklungen "pro aktiv" entgegenzustellen.

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