merken
Freischalten Dynamo

3:0 gegen Bremen: Daferner schießt Dynamo zum Sieg

Nach drei Niederlagen in Serie schießt Dynamo drei Tore gegen den Bundesliga-Absteiger. Der Liveticker zum Nachlesen und die ersten Reaktionen.

Dynamos Christoph Daferner zieht ab und trifft - sein insgesamt vierter Saisontreffer. Danach folgt noch der fünfte.
Dynamos Christoph Daferner zieht ab und trifft - sein insgesamt vierter Saisontreffer. Danach folgt noch der fünfte. © dpa/Robert Michael

Dresden. Dynamo meldet sich zurück in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach zuletzt drei Niederlagen besiegt der Aufsteiger den Bundesliga-Absteiger Werder Bremen am Sonntagnachmittag sehr deutlich, aber verdient mit 3:0. Hier der Liveticker zum Nachlesen und die ersten Reaktionen nach dem Spiel:

Dynamos Doppel-Torschütze Christoph Daferner: "Der Sieg war verdient, wenn er vielleicht auch ein Tor zu hoch ausgefallen ist. Und er war sehr wichtiger für uns und das ganze Umfeld, um nach den drei Niederlagen den Abstand nach hinten zu vergrößern. Trotzdem müssen wir auf dem Boden bleiben und weiter hart arbeiten. Beim 1:0 dachte ich eigentlich, dass der super Schuss von Ransford direkt reingeht. Der Ball springt dann genau zu mir, der Dropkick ins lange Eck hat super gepasst. Auch beim zweiten Tor stehe richtig. "

Anzeige
Nager, die in kein Schema passen
Nager, die in kein Schema passen

Die Großen Maras haben gerade wieder Nachwuchs bekommen - und erhielten bei der Wahl zum Tier des Monats Oktober die meisten Stimmen.

Werder-Trainer Markus Anfang: "Es war kein gutes Spiel meiner Mannschaft. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben viele individuelle Fehler gemacht und uns selbst um den Lohn gebracht. So kannst du kein Zweitligaspiel gewinnen. Dresden hat mit der Konsequenz in den Zweikämpfen das Spiel gewonnen. Sie hatten nicht viele Chancen, haben die aber genutzt."

90. Minute + 4: In der Nachspielzeit passiert nichts mehr, und dann pfeift der Schiedsrichter ab. Dynamo beendet den Negativ-Lauf mit drei Niederlagen zuletzt und gewinnt 3:0 - ein Ergebnis, mit dem sicher nur die wenigsten gerechnet hatten. Damit verbessert sich Dynamo auf den sechsten Tabellenplatz.

90. Minute: Die offizielle Spielzeit ist abgelaufen, und viel Anlass zum Nachspielen gibt es eigentlich auch nicht. Offenbar doch, der Schiedsrichter zeigt vier Minuten an.

85. Minute: Das Spiel ist durch, deshalb an dieser Stelle ein kleiner Nachtrag vom Spielbeginn - als vorm K-Block ein Dankeschön-Plakat hing. Eine Erinnerung an Pressesprecher Henry Buschmann, von dem sich der Verein in dieser Woche getrennt hat. Auch der freie Mitarbeiter Steffen Kuttner ist offenbar nicht mehr für Dynamo tätig.

© sächsische.de

82. Minute: Der Doppel-Torschütze verlässt unter dem Beifall der 16.000 Zuschauer den Rasen: Für Christoph Daferner kommt Pascal Sohm ins Spiel.

81. Minute: Bei Bremen ist es immer wieder Niclas Füllkrug, der für Gefahr sorgt. Sein Schuss entschärft Dynamos Torwart Kevin Broll, der nach der Pause zum ersten Mal ernsthaft gefordert ist.

78. Minute: Damit dürfte das Spiel entschieden sein, zumal bei Bremen nun gar nichts mehr zusammenläuft. Dagegen ist es der in der Vorwoche noch so enttäuschende Diawusie, der diesmal umso mehr überzeugt.

Gemeinsam gegen Bremens Mitchell Weiser klären Chris Löwe und Ransford-Yeboah Königsdörffer die Situation.
Gemeinsam gegen Bremens Mitchell Weiser klären Chris Löwe und Ransford-Yeboah Königsdörffer die Situation. © dpa/Robert Michael

75. Minute: 3:0 für Dynamo. Und wieder ist Diawusie beteiligt, der diesmal in den Strafraum zieht, erst geblockt wird und dann auf Morris Schröter ablegt. Der Neuzugang zieht seinerseits in den Strafraum, versetzt einen Gegenspieler, schießt flach, trifft ins lange Toreck - und Dynamo führt hoch.

Es ist zugleich Schröters erstes Zweitliga-Tor überhaupt.

72. Minute: Die ganz große Attacke der Gäste bleibt aus.

69. Minute: Bremens Antwort lässt nicht lange auf sich warten - und wieder ist es ein Eingewechselter. Füllkrug köpft an den Pfosten.

Dynamos 2:0. Christoph Daferner (ganz rechts) trifft freistehend, Bremens Torwart Michael Zetterer ist chancenlos.
Dynamos 2:0. Christoph Daferner (ganz rechts) trifft freistehend, Bremens Torwart Michael Zetterer ist chancenlos. © dpa-Zentralbild

66. Minute: Es steht 2:0 für Dynamo, wieder ist Christoph Daferner zur Stelle und trifft.

Der eingewechselte Aidonis zieht nach Zuspiel von Schröter in den Strafraum, umkurvt einen Verteidiger und passt nach innen zum ebenfalls eingewechselten Diawusie. Bremen kann gerade so klären - direkt vor die Füße von Daferner, der keine Mühe hat und seinen zweiten Treffer in diesem Spiel erzielt.

63. Minute: Der soeben eingewechselte Diawusie führt sich prächtig ein, sein Schuss kann Werder-Torwart Zetterer gerade so abwehren. Der daraus resultierende Eckball bringt nichts ein.

62. Minute: Die nächsten Wechsel auf beiden Seiten. Bei Dynamo kommt Agyemang Diawusie für Paul Will, Bremen bringt Top-Stürmer Niclas Füllkrug.

60. Minute: Eine Stunde ist rum, und Werder verstärkt seine Bemühungen um den Ausgleich. Klare Möglichkeiten haben die Gäste nicht, zudem gelingt es Dynamo immer wieder, sich vom Druck zu befreien.

58. Minute: Erster Wechsel bei Dynamo: Antonis Aidonis kommt ins Spiel, Robin Becker geht vom Platz - ein positionsgetreuer Tausch also.

Die Haltungsnoten stimmen bei Ransford-Yeboah Königsdörffer, hier im Kopfballduell mit Milos Veljkovic.
Die Haltungsnoten stimmen bei Ransford-Yeboah Königsdörffer, hier im Kopfballduell mit Milos Veljkovic. © dpa/Robert Michael

51. Minute: Bremen kommt mit neuem Schwung aus der Kabine und übernimmt die Initiative. Doch Dynamo kann zunehmend wieder eigene Akzente setzen.

46. Minute: Die zweite Halbzeit hat begonnen, und das Bruderduell nimmt langsam Form an. Bei Bremen kommt Lars Lukas Mai ins Spiel (für den gelb-rot-gefährdeten Jung), sein älterer Bruder Sebastian, also Dynamos Kapitän, sitzt erstmal weiter auf der Bank.

45. Minute + 1: Halbzeit im Harbig-Stadion. Nach kurzer Nachspielzeit pfeift der Schiedsrichter zur Pause.

44. Minute: Bremen spielt nun engagierter. Die Gäste müssen auch etwas tun, in der Livetabelle sind sie derzeit nur noch Tabellenzehnter.

42. Minute: Die Führung ist durchaus verdient, wenn auch zumindest zu diesem Zeitpunkt überraschend. Insgesamt hat Dynamo bislang mehr fürs Spiel getan mit mehr Ballbesitz und auch mehr Torschüssen, wenngleich die zuvor allesamt ungefährlich gewesen sind.

Christoph Daferner steht nach seinem Tor zum 1:0 fast schon emotionslos auf dem Feld - ährend Morris Schröter (links) und Yannick Stark jubeln.
Christoph Daferner steht nach seinem Tor zum 1:0 fast schon emotionslos auf dem Feld - ährend Morris Schröter (links) und Yannick Stark jubeln. © dpa-Zentralbild

40. Minute: Und dann steht es 1:0 für Dynamo durch Christoph Daferner.

Ransford-Yeboah Königsdörffer trifft mit sehenswertem Schuss zunächst die Querlatte des Bremer Tores, der Abpraller landet bei Torjäger Daferner, der den Ball mit der Brust annimmt und direkt schießt. Vom Innenpfosten geht der Ball ins Tor. Sein vierter Saisontreffer.

36. Minute: Knifflige Situation gegen Dynamo. Chris Löwe bringt Marvin Ducksch im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter erhält ein Signal vom Video-Assistenten - und schaut sich die Szene auf dem Monitor am Spielfeldrand an... Und lässt weiterspielen. Kein Elfmeter für Bremen.

33. Minute: Das Spiel verflacht, kaum noch nennenswerte Szenen.

25. Minute: Nun haben auch die Gäste den ersten Eckball - komplett ungefährlich, und kurz danach kommt Eren Dinkci aus guter Position zum Kopfball, der allerdings übers Tor geht.

Umkämpftes Spiel mit Vorteilen für Dynamo, hier Michael Sollbauer im Duell mit Marvin Ducksch.
Umkämpftes Spiel mit Vorteilen für Dynamo, hier Michael Sollbauer im Duell mit Marvin Ducksch. © dpa/Robert Michael

20. Minute: Es wird zunehmend ruhiger auf dem Feld, nicht aber auf den Rängen. Dynamos Fans singen munter weiter. Farbe bringt indes Schiedsrichter Robert Hartmann ins Spiel, er zeigt Dynamos Kapitän Yannick Stark nach einem Foul die Gelbe Karte, es ist dessen dritte in dieser Saison.

15. Minute: Erstes Mini-Fazit nach der Anfangsviertelstunde: Dynamo macht ein gutes Spiel, sucht die Offensive und kombiniert immer wieder ganz gefällig, auch wenn es noch zu keiner klaren Torchance reichte. Bremen lässt es indes etwas ruhiger angehen.

14. Minute: Den ersten Eckball des Spiels hat Dynamo, doch Ransford-Yeboah Königsdörffers Kopfball verfehlt dann doch sehr deutlich das Tor.

5. Minute: Dynamo kommt gut ins Spiel und übernimmt erstmal die Kontrolle, Robin Becker hat dann auch so etwas wie die erste Chance, sein Schuss wird aber abgeblockt.

1. Minute: Das Spiel läuft, Dynamo in Schwarz-Gelb, die Bremer wie erwartet in Grün-Weiß.

Was vor dem Anpfiff lief

13.28 Uhr: Gleich geht's los, das Stadion ist mit 16.000 Zuschauern unter Corona-Bestimmungen ausverkauft.

12.35 Uhr: Wie immer gut eine Stunde vor dem Anpfiff sind hier die Aufstellungen. Dynamos Cheftrainer Alexander Schmidt hat sich für folgende Anfangsformation entschieden: Broll - Becker, Akoto, Sollbauer, Löwe - Schröter, Stark, Will - Mörschel - Königsdörffer, Daferner.

Und wer genau hinsieht, erkennt sofort: Kapitän Sebastian Mai fehlt in der Anfangself. Das mit großer Spannung und auch Vorfreude erwartete Familienduell gibt es damit also erst mal nicht, was nicht nur an ihm liegt. Auch sein jüngerer Bruder Lars, in dieser Saison von Bayern München an Werder ausgeliehen, sitzt zunächst auf der Ersatzbank.

Das Bruderduell fällt erst mal aus: Dynamos Kapitän Sebastian Mai und sein Bruder, Bremens Lars Lukas Mai, sitzen vor Beginn des Spiels gemeinsam auf einer Ersatzbank
Das Bruderduell fällt erst mal aus: Dynamos Kapitän Sebastian Mai und sein Bruder, Bremens Lars Lukas Mai, sitzen vor Beginn des Spiels gemeinsam auf einer Ersatzbank © dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dynamo spielt damit im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Darmstadt am vergangenen Sonntag mit drei Änderungen: Panagiotis Vlachodimus fällt mit Kreuzbandriss aus, Julius Kade ist gelb-rot gesperrt und eben Mai, der auf der Bank sitzt. Neu dabei sind Heinz Mörschel, Paul Will und Robin Becker, der zuletzt wegen eines rekordverdächtigen Platzverweises gefehlt hat.

Auch Bremens Trainer Markus Anfang stellt auf drei Positionen um: Friedl, Gruev und Dinkci spielen anstelle von Mai, Nankishi (beide Ersatz) und Groß (gelb-rot gesperrt). "Das war die schwierigste Entscheidung heute, ich kann ihm nicht wirklich etwas vorwerfen. Er hat sich nichts zu schulden kommen lassen, aber Ilia Gruev bringt mehr Erfahrung mit rein und zudem haben wir uns für Marco Friedl in der Innenverteidigung entschieden, weil wir einen Linksfuß dabei haben wollten", erklärt der Werder-Coach.

© sächsische.de

Das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften in einem Ligaspiel datiert aus dem Jahr 1995. Zum Auftakt der Saison 1994/95 spielte Werder in Dresden um Punkte, die Partie endete 1:1. In der Rückrunde unterlag Schwarz-Gelb dann bei Grün-Weiß mit 0:1. Am Ende stieg Dynamo ab - und wurde mittels Lizenzentzug bis in die damalige drittklassige Regionalliga durchgereicht. Bedient war man allerdings auch in Bremen: nur Platz zwei mit einem Punkt Rückstand auf Meister Dortmund.

Am 20. August 1994 war's, als Dynamo das letzte Ligaheimspiel gegen Bremen bestritt - mit Detlef Schößler als Kapitän und Oliver Reck im Werder-Tor.
Am 20. August 1994 war's, als Dynamo das letzte Ligaheimspiel gegen Bremen bestritt - mit Detlef Schößler als Kapitän und Oliver Reck im Werder-Tor. © Archiv/SZ/Thomas Lehmann

Zurück ins Hier und Jetzt, zurück zum achten Spieltag in der 2. Bundesliga und damit zum Wiedersehen der beiden Traditionsvereine, die nur zu gern an die Erfolge in den alten Zeiten anknüpfen würden. Der Weg dahin ist ein weiter - und der bisherige Saisonverlauf mindestens ausbaufähig, vor allem für Werder. In der Tabelle trennt die Mannschaften mit der unterschiedlichen Ausgangslage lediglich ein Punkt.

Als Absteiger und großer Favorit auf die direkte Rückkehr in die Bundesliga hinkt Werder derzeit noch den Erwartungen hinterher. Im Nordderby gegen den HSV gab es zuletzt eine 0:2-Niederlage, und auch Tabellenrang acht nach sieben Spieltagen entspricht nicht dem Anspruch.

Weiterführende Artikel

Dynamo testet gegen starken Drittliga-Aufsteiger

Dynamo testet gegen starken Drittliga-Aufsteiger

Die Dresdner empfangen während der Punktspielpause Viktoria Berlin. Bis zu 999 Zuschauer dürfen in der Trainingsakademie dabei sein.

Dynamo-Trainer über Traoré: Muss charakterlich passen

Dynamo-Trainer über Traoré: Muss charakterlich passen

Die Dresdner suchen vor dem Spiel gegen Bremen eine Verstärkung für die Offensive. Ob der Ex-Gladbacher unterschreibt, hängt nicht nur von dessen Fitness ab.

Dynamo: Unstimmigkeiten vor dem Bruderduell

Dynamo: Unstimmigkeiten vor dem Bruderduell

Am Sonntag trifft Dresden auf Bremen und Sebastian Mai auf Lukas: Nicht nur die Karrieren der Geschwister verlaufen sehr unterschiedlich, ihre Tipps sind es auch.

Dynamos Daferner: „Wir müssen wieder ekliger sein“

Dynamos Daferner: „Wir müssen wieder ekliger sein“

Der Dresdner Stürmer Christoph Daferner erklärt im Interview, warum er nicht von einer Krise spricht und was besser werden muss.

Und Dynamo? Hat ebenso Druck nach zuletzt drei Niederlagen hintereinander. Der gute Saisonstart des Aufsteigers mit zehn Punkten in vier Spielen ist damit fast verspielt, es droht eine ernsthafte sportliche Krise. Der Trainer bleibt gelassen. "Bremen ist neben Hamburg die spielstärkste Mannschaft in der Liga. Wir brauchen eine hohe Frusttoleranz, dürfen nicht gleich verzweifeln, wenn wir mal ins Leere laufen", sagt Alexander Schmidt.

Mehr zum Thema Dynamo