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Die rätselhafte Geschichte um Dynamos Stürmer

Luka Stor fiel lange aus, spielte dann für Slowenien und fehlt nun schon wieder. Eine Prognose will keiner wagen. Dabei könnte er gerade jetzt wichtig sein.

Große Sprünge kann Luka Stor mit seiner Verletzung derzeit nicht machen.
Große Sprünge kann Luka Stor mit seiner Verletzung derzeit nicht machen. © Lutz Hentschel

Dresden. Er hätte eine Alternative sein können in diesem Spiel, in dem Dynamo kaum zu Abschlüssen und Chancen kam. Trainer Markus Kauczinski wechselte mit Philipp Hosiner und Christoph Daferner seine Doppelspitze aus, obwohl mit Pascal Sohm nur ein Angreifer auf der Bank saß. Neben ihm kam auch Agyemang Diawusie ins Spiel, war aber eher eine Notlösung, weil er sich auf der Außenbahn deutlich wohler fühlt als im Zentrum.

Luka Stor wäre also nicht nur eine Alternative gewesen, sondern womöglich auch die bessere Wahl, doch eben keine Option. Der Angreifer fehlte am Samstag bei der Nullnummer gegen Uerdingen im Kader – wie schon seit Mitte September. Vor der Partie hatte ihn Kauczinski unter den Langzeitverletzten eingeordnet, dabei stimmt das streng genommen nicht.

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Zwischenzeitlich war der 22-Jährige schon mal zurück, wenn auch nur im Mannschaftstraining. Und ziemlich kurz. Vor gut einem Monat reiste er dann zur slowenischen U21-Auswahl, spielte 90 Minuten beim 1:1 gegen die DFB-Elf und kehrte vom Ausflug mit einem „Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel“ zurück, wie Dynamos Sportdirektor Ralf Becker auf Anfrage von Sächsische.de erklärt. Die Verletzung habe er sich beim Training der Nationalmannschaft zugezogen.

Seitdem fehlt er Dynamo wieder. Wie lange noch? Ein Datum nennt Becker nicht, nicht mal ein ungefähres. „Bis auf Weiteres“, teilt er lediglich mit, und dass man dazu „derzeit keine Prognose abgeben“ wolle. „Wichtig ist nur, dass die Verletzung ausheilt und Luka Stor anschließend wieder voll belastbar ist.“ Doch nicht nur die Frage nach dem Zeitpunkt der Rückkehr drängt sich auf, sondern auch die, warum der Drittligist einen Spieler, der knapp zwei Monate verletzt war, danach erst kurz mit der Mannschaft trainieren konnte und folglich nicht zum Einsatz kam, überhaupt den Ausflug zur Auswahl gestattet hat.

Der Stürmer sollte bei der Auswahl Spielpraxis sammeln

Becker argumentiert, dass Stor vor seiner Abreise „im Mannschaftstraining schon wieder voll belastbar“ war. „Sowohl wir als auch Luka selbst haben in dieser Reise und möglichen Einsätzen bei der Nationalmannschaft vor allem die Chance gesehen, dass er nach seiner auskurierten Verletzung dann dort über Spielpraxis wieder möglichst schnell zu alter Stärke zurückfindet.“ Letztlich sei man nach einem „internen Abwägungsprozess und vielen Gesprächen seinem Wunsch gefolgt“.

Und es gab noch einen zweiten Punkt. Im nächsten Jahr soll die U21-EM in Ungarn und Slowenien ausgetragen werden, also auch in Stors Heimat. Als Gastgeber ist sein Land automatisch Teilnehmer. „Es geht bei ihm bei der Nationalmannschaft um eine Menge“, so Becker.

Das alles sind Gründe, die nachvollziehbar erscheinen. Einerseits. Andererseits hätte einem gerade erst von einer langwierigen Verletzung zurückgekehrter Spieler das Vereinstraining sicher gutgetan, nicht nur hinsichtlich der Kondition und Spritzigkeit, sondern auch der Abstimmung und Laufwege. Einen Stammplatz erkämpfen kann nur, wer sich bei den Einheiten aufdrängt. Und ob Stor bei der EM zum Einsatz kommt, wenn er bei Dynamo lediglich zwischen Ersatzbank und Tribüne pendelt, ist fraglich.

Hinzu kommt seine Vorgeschichte. In der vergangenen Rückrunde, als er an NK Aluminij Kidricevo ausgeliehen war, hatte er sich das Außenband im Fuß gerissen, Ende September bei Dynamo dann das Innenband. „Dadurch tendierte das Sprunggelenk zur Instabilität, die Heilung dauerte etwas länger“, erklärte Mannschaftsarzt Dr. Onays Al-Sadi. Nun fällt er wieder aus. Wie lange, ist ungewiss.

Chris Löwe fällt länger aus als gedacht

Das gilt auch für Chris Löwe. Der Linksverteidiger hatte sich am 20. Oktober bei der Heimniederlage gegen den FSV Zwickau verletzt, nach einem schweren Foul einen Außenbandriss sowie eine Knochenprellung im Knie zugezogen. Vor einem Monat noch klang Dynamos Teamarzt optimistisch. „Wir sind da sehr zufrieden, aber sechs Wochen Pause muss man schon einplanen“, sagte Al-Sadi. Eine Rückkehr noch vor der Winterpause schien möglich.

Am Rande der Partie gegen Uerdingen erklärte Löwe nun, dass es „dieses Jahr definitiv nichts mehr wird. Der Heilungsprozess nimmt nicht den Verlauf, den wir gern hätten.“ Bei der letzten Kontrolluntersuchung sei das Knochenödem doppelt so groß gewesen wie vor sechs Wochen. „Da müssen wir erst mal schauen, warum das nicht abnimmt, sondern zunimmt“, sagte der 31-Jährige. Bei einem Ödem lagert sich Wasser in den Knochen ein, dies kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.

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Es sind also keine guten Neuigkeiten, eine weitere bleibt Dynamo aber wohl erspart. Patrick Weihrauch hatte gegen Uerdingen bei einem Eckstoß kaum gegen den Ball, dafür umso mehr in den Rasen getreten. Die Folge war nicht nur eine Konterchance für die Krefelder, sondern auch ein schmerzendes Sprunggelenk. „Der Knöchel ist ein bisschen dick geworden“, sagte Kauczinski unmittelbar nach dem Spiel. Nach 74 Minuten wechselte er Weihrauch aus. Doch ernsthaft verletzt hat sich der 26-Jährige offenbar nicht. Die Schwellung ist zurückgegangen, ein MRT wurde nicht gemacht.

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