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Bilanz des Dynamo-Trainers: "Ich freue mich für die Fans"

Nach einer Hinrunde mit Startproblemen, dem Sprung an die Tabellenspitze und dem Pokal-Aus zieht Markus Kauczinski seine Jahresbilanz - und freut sich aufs Fest.

Markus Kauczinski grübelt. Dabei war das vergangene halbe Jahr bis auf das Pokal-Aus sehr erfolgreich.
Markus Kauczinski grübelt. Dabei war das vergangene halbe Jahr bis auf das Pokal-Aus sehr erfolgreich. © dpa/Robert Michael

Herr Kauczinski, in der 3. Liga verliert Ihre Mannschaft acht Spiele in Folge nicht, im DFB-Pokal ist sie beim 0:3 gegen Darmstadt 98 chancenlos. Wie erklären Sie sich die zwei Gesichter?

Wir waren verwöhnt von den letzten Wochen, da haben wir viele enge Spiele auf unsere Seite gebracht – aber auch Körner gelassen. Das hat man bei dem einen oder anderen nun gegen einen sehr guten Gegner Darmstadt gemerkt. Das Tempo war nicht so da, wir konnten uns nach dem Rückstand nicht so aufbäumen wie zuletzt. Da sind wir an unsere Grenzen gegangen, teilweise sogar darüber hinaus. Und nun sind uns Grenzen aufgezeigt worden. Das ist kein Beinbruch, deshalb reden wir nicht kaputt, was wir in den letzten Wochen geschaffen haben. Aber es ist auch nicht schlimm zu sehen, dass noch ein Weg vor uns liegt, dass noch Luft nach oben ist.

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Das Aus im Pokal könnte helfen, sich auf die Meisterschaft und den Aufstieg zu konzentrieren, weil dieser Wettbewerb nun aus den Köpf raus ist.

Das hätten wir gerne in Kauf genommen. Wir wären gerne eine Runde weitergekommen, waren aber nicht gut genug.

Wie fällt Ihre Bilanz seit dem Abstieg im Sommer aus?

Es war abzusehen, dass es Rückschlage geben wird. Wir haben Spieler geholt, die aus langen Pausen kamen oder vorher verletzt waren. Sie hatten einen unterschiedlichen Stand. Die Mannschaft entwickelte sich dann Stück für Stück, wir ließen uns nicht aus der Ruhe bringen und verloren auch nicht den Glauben, dass es die richtigen Spieler sind, die wir verpflichtet haben. Zuletzt konnten wir die Qualität in der 3. Liga auch auf den Platz bringen. Es ist ein Gefühl gewachsen, dass man sich aufeinander verlassen kann, und dass wir ein verlorenes Spiel gut überstehen können. Da kippen wir nicht gleich aus den Latschen. Ich wusste, dass die Zeit auf unserer Seite ist.

Dynamo überwintert auf dem ersten Tabellenplatz. Das gelang nach der Wende erst einmal: 2015. Ein halbes Jahr später stieg die Mannschaft auf. Mehr als ein gutes Omen?

Ich habe da keine Gefühle, keine Sentimentalität. Man darf nicht vergessen: Wir mussten erst absteigen, um jetzt Erster zu sein. Ich freue mich eher für die Fans, die uns unterstützt haben. Denen können wir nun einiges zurückgeben.

Was fehlt noch zum Aufstieg?

Die nötigen Punkte. Wer die vergangene Drittliga-Saison verfolgt hat, weiß, wie schnell sich die Lage ändern kann. Entscheidend wird am Ende die Konstanz sein.

Acht Punktspiele in Folge ohne Niederlage ist konstant.

Sicher, man darf aber auch nicht vergessen: Wir haben einen sehr jungen Kader, Robin Becker gehört mit seinen 23 Jahren schon fast zu den Älteren.

Marvin Stefaniak ist 25 und nicht nur deshalb sehr erfahren. Rund um seine Rückkehr nach Dresden gab es einen regelrechten Hype. Nun sitzt er aber meist auf der Bank. Wie geht er mit seiner Rolle um?

Er ist absolut positiv, ein Vorbild von der ersten Minute an. Es hat mich eher gewundert, wie schnell er da war nach seinem Wechsel. Man darf ja die Situation nicht vergessen, aus der er kam: Er hatte zwei Jahre lang fast überhaupt nicht gespielt, viele Nackenschläge einstecken müssen. Bei uns ist er sofort eingeschlagen. In einer schwierigen Phase, in der es bei uns nicht so lief, hat er der Mannschaft unheimlich Sicherheit gegeben. Es war klar, dass er in ein Loch fallen wird und noch Zeit braucht. Er muss noch seinen Rhythmus finden und mit sich sehr kritisch – manchmal sogar zu kritisch. Ich bin mir sicher, dass er uns noch sehr helfen wird. Fakt ist aber auch: Die Jungs, die zuletzt auf seiner Position gespielt haben, machen einen guten Job.

Dynamo musste in dieser Saison wegen Corona-Fällen noch kein einziges Spiel verschieben. Ist das ein Erfolg strenger Hygienemaßnahmen?

Das kann man nur schwer beurteilen. Fakt ist: Wir mussten – auch aufgrund der Pandemie – mit dem Abstieg schon einen hohen Preis bezahlen. Deshalb sind wir da sehr penibel und sehr diszipliniert. Wir haben bei den Sitzungen immer die Masken auf, ziehen uns getrennt um. Trotzdem hatten auch wir schon Corona-Fälle im Team, doch im Gegensatz zur vergangenen Saison mussten nur Einzelne in Quarantäne, nicht die ganze Mannschaft. Wir hoffen natürlich, dass dies so bleibt.

Kurz nach dem Jahreswechsel öffnet sich das Winter-Transferfenster. Wird Dynamo Spieler holen oder abgeben?

Wir müssen uns zu diesem Thema noch zusammensetzen, haben bisher nur am Rande darüber gesprochen. Prinzipiell sind wir mit dem Kader sehr zufrieden, haben vieles richtig eingeschätzt. Deshalb werden wir auch nur Dinge tun, wenn wir wirklich überzeugt sind und es passt. Im Moment gehe ich eher davon aus, was wir alles so belassen, wie es ist.

Die Winterpause ist mit 19 Tagen so kurz wie noch nie. Wie lange hat die Mannschaft nun Weihnachtsurlaub?

Wir müssen wegen Corona in der Test-Taktung bleiben. Deshalb treffen wir uns am 28. und 29. Dezember schon wieder, absolvieren da auch drei Trainingseinheiten. Und dann geht es am 2. Januar mit der Vorbereitung los.

Wie verbringen Sie Weihnachten?

Um die Vorbereitungen hat sich komplett meine Familie gekümmert. Die vergangenen Wochen waren so anstrengend und intensiv, dass ich dafür einfach keine Zeit hatte. Beim Baum haben meine Frau, unser Sohn und dessen Freundin ein gutes Werk getan. Ums Essen an Heiligabend kümmern sich immer unsere Eltern, es gibt Kartoffelsalat mit Schnitzel und Fisch. Wir mischen da die Traditionen zusammen. Meine Frau und ich schenken uns nichts. Gemeinsame Zeit zu verbringen, ist für uns das größte Geschenk.

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