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Kauczinski: „Ich bin bereit und voller Tatendrang“

Der Dynamo-Trainer sorgt sich nach seiner Rückkehr weniger um seine Gesundheit als ums Personal in der Abwehr - und findet eine überraschende Lösung.

Da ist er wieder: Markus Kauczinski beim Training am Donnerstag nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus.
Da ist er wieder: Markus Kauczinski beim Training am Donnerstag nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus. © Foto: Lutz Hentschel

Dresden. Irgendwann ist es Markus Kauczinski zu viel mit der ganzen Gefühlsduselei, der Freude über seine Rückkehr, den Erkundigungen nach seinem Gesundheitszustand. „Das Krankenhaus hätte mich nicht entlassen, wenn es mir noch schlecht gehen würde“, sagt Dynamos Trainer, als die Pressekonferenz schon einige Minuten läuft. „Manchmal habe ich das Gefühl, als wäre ich drei Monate weg gewesen, so wie die Leute reagieren.“

Es waren nicht mal drei Tage, doch sein Kurz-Aufenthalt in der Klinik interessiert offenbar mehr als die Analyse der 0:1-Niederlage gegen Waldhof Mannheim oder die akuten Personalsorgen in der Abwehr vor dem Heimspiel am Freitagabend gegen Bayern München II. Sogar nach medizinischen Befunden und möglichen Medikamenten-Einnahmen wird er gefragt. Das sei privat, antwortet er höflich wie bestimmt.

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"Ein bisschen Kopfschmerzen und ein bisschen Schwindel"

Lediglich über die Symptome spricht Kauczinski kurz. Ein unspezifisches Unwohlsein sei es gewesen mit „ein bisschen Kopfschmerzen und ein bisschen Schwindel“. Nichts dramatisches also, so schätzt er es selbst ein. In Vor-Corona-Zeiten und vor einem Heimspiel „wäre ich wahrscheinlich nach Hause gegangen und hätte ein bisschen geschlafen“, vermutet er. Die Pandemie habe jedoch alle „nervöser gemacht und sensibilisiert“. Kauczinski war positiv auf Covid-19 getestet und gerade erst aus der häuslichen Quarantäne entlassen worden, da schaut man lieber mal genau hin.

Doch auch nach dem „Auf-Links-Umkrempeln“, wie er es formuliert, sind die Ursachen offenbar unklar. „Unspezifisch ist es immer noch“, sagt er und ein möglicher Zusammenhang zu seiner Corona-Infektion „schwer herzustellen, aber auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen“.

Damit ist es aber genug mit den Diagnosen – zumindest den medizinischen. Die über den Zustand der Mannschaft kann er jetzt wieder selber stellen, obwohl er die Niederlage in Mannheim lediglich im Krankenbett auf dem Handy und mit Pausen wegen der wackligen Verbindung verfolgt hat. Nicht nur deshalb würde er gerne auf eine Wiederholung verzichten. „Man fühlt sich so weit weg, machtlos“, sagt er. „Auf der Bank macht man sich selber vor, dass man die Dinge unter Kontrolle hat. Und man verzeiht eher einen Fehler, weil man alles aus der Dynamik heraus sieht. Vorm Bildschirm sieht vieles einfacher aus, da flucht man mehr.“ Es könnte die Erklärung dafür sein, warum Spieler und Trainer ein Spiel oft positiver bewerten als die Kritiker auf den Rängen.

Mai muss wohl keine Vereinsstrafe zahlen

Zum Platzverweis von Sebastian Mai gibt es keine zwei Meinungen. Auch der Trainer ordnet die Szene unter „völlig unnötig“ ein. Er habe sich bei der Mannschaft für sein Verhalten entschuldigt. Damit sowie der Drei-Spiele-Sperre ist die Sache für Kauczinski erledigt. „Ob da noch eine interne Strafe nötig ist, weiß ich nicht“, sagt der 50-Jährige. „Von meiner Seite: nein. Dass der Verein noch was macht, kann ich mir nicht vorstellen.“ Der Kapitän wird also wohl ohne Sonderzahlung davonkommen.

Da auch noch Kevin Ehlers gegen Mannheim wegen eines Handspiels Rot sah und die dauerverletzten Chris Löwe, Robin Becker sowie der ins Lauftraining eingestiegene Marco Hartmann fehlen, ist die personelle Lage in der Abwehr mehr als angespannt. Fünf Verteidiger mit Stammplatz-Potenzial müssen ersetzen werden. Kauczinski hat beim Training nach seiner Rückkehr aus dem Kurzzeit-Krankenstand zwei Varianten üben lassen – eine Dreier- und eine Viererkette. Über die Besetzung sei er sich „noch nicht ganz klar“.

Neben dem noch zur Verfügung stehenden Trio Tim Knipping, Jonathan Meier und Winter-Neuzugang Leroy Kwadwo ordnet der Trainer die beiden Eigengewächse Maximilian Großer und Max Kulke unter „Optionen“ ein. Kulke hatte bereits am Anfang der Hinrunde als Rechtsverteidiger ausgeholfen, als Becker verletzt ausfiel. Doch richtig überzeugen konnte er Kauczinski offenbar nicht.

„Wir haben auch noch Jungs, die sich zurückfallen lassen können“, orakelt der Trainer, meint also Mittelfeldspieler – und einen offenbar speziell: Paul Will. Der Name fällt zwar nicht, doch der 21-Jährige, im Sommer vom Freitagsgegner FC Bayern II gekommen, verteidigte bei der Einheit am Vormittag sowohl in der Dreier- wie in der Viererkette.

Womöglich wird auch noch vorm Anpfiff ein dritter Winter-Neuzugang präsentiert. Durch die Verletzung von Robin Becker, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat, sucht Dynamo einen Rechtsverteidiger. „Wir halten die Augen und Ohren offen, die Woche ist noch nicht zu Ende“, erklärt Kauczinski, was wohl bedeutet, dass der Transfer schon beschlossen und die Abwicklung nur noch eine Frage der Zeit ist.

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Kauczinski, so hat man den Eindruck, will keine Zeit verlieren – und keine Fragen mehr zu seiner Gesundheit beantworten. „Ich bin bereit und voller Tatendrang.“

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