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Warum Dynamo den Titel doch mit den Fans feiert

Beim Aufstieg muss die Mannschaft wegen der Krawalle vorm Stadion noch unter sich bleiben. Nach dem Gewinn des Meistertitels in Wiesbaden ist das anders.

Nach der Auszeichnung zum Drittliga-Meister ging die Mannschaft in Wiesbaden an den Stadionzaun, um kurz mit den Anhängern zu feiern.
Nach der Auszeichnung zum Drittliga-Meister ging die Mannschaft in Wiesbaden an den Stadionzaun, um kurz mit den Anhängern zu feiern. © Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Es war ein würdiger wie verdienter Abschluss. Sogar bei einer Niederlage hätte es für Dynamo zum Meistertitel in der 3. Liga gereicht. Dass sich die Mannschaft gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht auf solche Rechenspiele einlassen wollte, passt zum beeindruckenden Schlussspurt nach dem Trainerwechsel. Unter Alexander Schmidt holte die Mannschaft in sechs Partien 16 Punkte und kassierte kein einziges Gegentor. „Die Meisterschaft ist das i-Tüpfelchen auf diese Saison“, meinte Pascal Sohm, der beim 1:0-Sieg das Tor erzielte. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Saisonfinale, Meisterfeier und Sommerpause:

Wie lief das letzte Spiel der Saison?

Das Finale war – gemessen an der Leistung – sicher nicht der Höhepunkt der Saison. Aber dass es für beide Teams nicht mehr um wirklich viel ging, war dennoch kaum zu sehen. „Die Mannschaft hat früh attackiert, aktiv verteidigt und ist mit Herzblut in jeden Zweikampf gegangen“, lobte Schmidt. „Ich habe in ihre Gesichter geschaut: Sie waren fix und fertig.“

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Das Tor des Tages erzielte Sohm bereits nach 21 Minuten und einer Ecke. Bei der Direktabnahme rutschte Julius Kade der Ball etwas ab, doch der Stürmer drückte ihn irgendwie über die Linie. Für einen Schreckmoment sorgte kurz nach der Pause Ransdord-Yeboah Königsdörffer, der im Rasen stecken blieb und sich das linke Knie verdrehte. Betreuer und Mitspieler trugen ihn Richtung Kabine. Am Pfingstmontag kam die Diagnose: Meniskus- und Kapselverletzung, geplant ist eine zeitnahe Operation. Damit kennt er sich schon aus. Als Jugendspieler von Hertha BSC hatte er sich innerhalb eines Jahres die Menisken in beiden Knien gerissen, fiel erst acht und dann vier Monate aus.

Wie hat Dynamo den Titel gefeiert?

Im Stadion selbst sehr schlicht. Es gibt keine Bühne, kein Konfetti, die Medaillen müssen sich die Spieler selbst aus der Schatulle nehmen. Physiotherapeut Tobias Lange versprüht ein bisschen Sekt – viel mehr Emotionen gehen kaum vor leeren Rängen. „Wir konnten uns auf eine Siegerehrung ohne Applaus vorbereiten. Aber klar ist das irgendwie schade“, meint Yannick Stark. Nach der offiziellen Ehrung zieht die Mannschaft mit dem Pokal hinter die Tribüne an den Zaun, wo einige Fans warten und feiern. Die stundenlange Heimfahrt mit dem Bus ist eine feucht-fröhliche, streckenweise wird die von einigen Autos eskortiert. Wie schon 2016 winken Anhänger von den Autobahnbrücken.

Wie haben die Fans diesmal reagiert?

Kurz vor 23 Uhr kommt der Mannschaftsbus im Trainingszentrum im Ostragehege an, dort warten rund 1.000 Fans mit reichlich Pyrotechnik sowie ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz. „Nie mehr 3. Liga, nie mehr, nie mehr“, wird immer wieder angestimmt. Spieler, Trainer und Betreuer zeigen sich auf dem Balkon, Kapitän Mai feiert mit freiem Oberkörper und dem Schriftzug „Dynamo“ auf der Brust. Es bleibt friedlich.

Wie geht es jetzt weiter?

Durch das Verpassen des Endspiels im Sachsenpokal, bei dem aber ohnehin erneut vor allem die Junioren zum Einsatz gekommen wären, ist nun auch offiziell Schluss. Nach letzten Gesprächen für die Kaderplanung können die Spieler in den Urlaub reisen. Am 14. Juni geht es wieder los – zunächst mit der obligatorischen Leistungsdiagnostik, aber auch mit einer Impfung gegen das Coronavirus. Wohin das Team ins Trainingslager fährt, wer die Testspielgegner sind – damit sei man schon „sehr weit in allen Bereichen“, sagt Schmidt, ohne Einzelheiten zu verraten. Der Trainer wird in seine bayerische Heimat reisen und „versuchen, für vier, fünf Tage nach Italien zu fahren“.

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