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Scholze bleibt Präsident von Dynamo

Die Mitglieder wählen den Börsenjournalisten ins Präsidium, obwohl er einen Verweis erhalten hatte. Der Geschäftsführer verrät einige Zahlen .

Holger Scholze bleibt Präsident von Dynamo - obwohl er nicht die meisten Stimmen erhalten hat.
Holger Scholze bleibt Präsident von Dynamo - obwohl er nicht die meisten Stimmen erhalten hat. © dpa/Robert Michael

Dresden. Holger Scholze bleibt Präsident von Dynamo - obwohl er nicht die meisten Stimmen erhalten hat. Bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung erhielt er am Mittwochabend im Rudolf-Harbig-Stadion 204 Stimmen von den 345 anwesenden Mitgliedern. Ebenfalls ins Präsidium wiedergewählt wurden Ronny Rehn (288 Stimmen) und Michael Bürger (190). Der einzige Gegenkandidat Christian Lattermann (85) schaffte es nicht ins ehrenamtliche Gremium. Ebenfalls neu gewählt wurde der Ehren- und Jugendrat.

Bei der Mitte Juni wegen technischer Probleme abgebrochenen Online-Versammlung hatten sich 391 der aktuell gut 24.000 Mitglieder angemeldet. Der Ehrenrat hatte kurz vor der Online-Versammlung im Juni Scholze einen Verweis ausgesprochen, zudem muss er 250 Euro Ordnungsgeld zahlen. Es geht dabei um den Vorwurf der Schleichwerbung in einem Interview auf der Homepage. Scholze hielt das Verfahren wie das Urteil gegen ihn in einer ersten Reaktion für „absurd“. Es sei „offensichtlich einzig und allein initiiert worden, um mich zu diskreditieren.“ Er behalte sich rechtliche Schritte dagegen vor. Am Mittwoch erklärte er auf eine entsprechende Anfrage eine Mitgliedes: "Ich habe kein Interesse daran, die Sache größer zu machen als sie ist. Der Präsident wird nicht gegen der Ehrenrat vorgehen."

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Nach dem Ende der Versammlung hatten die Mitglieder die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Geschäftsführer Jürgen Wehlend sollte Auskunft zur wirtschaftlichen Situation des Vereins geben und nannte einige Zahlen. "Wir werden trotz der Pandemie-Folgen die prognostizierten 5,8 Millionen Euro Minus nicht machen müssen, rechnen momentan mit drei bis vier Millionen Euro. Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es vielleicht sogar unter drei Millionen werden", erklärte er. "Die laufende Saison planen wir mit etwa 30 Millionen Euro. Wir haben in der Hinrunde mit 10.000 Zuschauern geplant, in der Rückrunde mit der vollen Kapazität."

Auch zum Bierstreit äußerte sich Wehlend. Ihm zufolge zahlt der neue Partner Radeberger "pro Saison einen mittleren sechsstelligen Betrag" mehr als Feldschlösschen bisher.

Der erste Versuch, die wegen Corona im November 2020 abgesagte und verschobene Versammlung als Videokonferenz nachzuholen, endete am 12. Juni mit einer Blamage. Rund zwei Stunden nach dem Start war wieder Schluss. Beschlossen wurde bis dahin nichts, gewählt auch niemand, technische Probleme verhinderten das. Danach beschloss die Vereinsführung, keinen weiteren Online-Anlauf zu unternehmen. Seitdem amtierten die drei Gremien Präsidium, Ehren- und Jugendrat in einer Interimsfunktion.

324 Mitglieder saßen bei der Mitgliederversammlung auf der Haupttribüne des Harbig-Stadions.
324 Mitglieder saßen bei der Mitgliederversammlung auf der Haupttribüne des Harbig-Stadions. © dpa-Zentralbild/Robert Michael

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Die weiteren Punkte, die am Mittwoch nicht Bestandteil der außerordentlichen Versammlung waren, sollen nun beim nächsten turnusmäßigen Mitgliedertreffen am 13. November behandelt werden. Dort werden auch die Geschäftsberichte für die Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 präsentiert.

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