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Dynamo: Platz schon wieder unbespielbar

Erst Corona, jetzt der Schnee: Die Partie gegen Wiesbaden fällt schon zum zweiten Mal aus. Warum das Spiel trotz Rasenheizung abgesagt worden ist.

Doch zu viel Schnee: Dynamos Trainer Markus Kauczinski wird am Mittwoch seine Mannschaft nicht auf den Rasen im Rudolf-Harbig-Stadion schicken.
Doch zu viel Schnee: Dynamos Trainer Markus Kauczinski wird am Mittwoch seine Mannschaft nicht auf den Rasen im Rudolf-Harbig-Stadion schicken. © dpa/Robert Michael

Dresden. Das war zu erwarten, auch wenn sich der Trainer am Mittag noch zuversichtlich gegeben hatte. Diese Ungewissheit, betreuerte Markus Kauczinski, beeinflusse die Vorbereitung überhaupt nicht. "So lange wir nichts anderes wissen, gehen wir davon aus, dass wir spielen. Deshalb bleibt der Ablauf der gleiche." Training und Videositzung waren am Dienstag auf das Nachholspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden ausgerichtet, das am Mittwochabend ausgetragen werden sollte.

Allerdings stand zu dem Zeitpunkt bereits fest, dass sich wenige Stunden später eine Platzkommission mit Vertretern des DFB, der Stadionprojektgesellschaft und Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker einen Eindruck von den Bedingungen im Rudolf-Harbig-Stadion verschafft. Das Ergebnis ist so erwartbar wie ernüchternd: Die Bodenverhältnisse lassen ein reguläres Spiel nicht zu, die Partie wurde bereits zum zweiten Mal abgesagt.

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Die Partie sollte eigentlich bereits am 16. Januar ausgetragen werden und beide Teams damit die Hinrunde in der 3. Fußball-Liga abschließen. Damals wurde jedoch die Mannschaft von Dynamo nach positiven Corona-Tests bei Trainer Markus Kauczinski und einem namentlich nicht genannten Spieler in häusliche Isolation geschickt und durfte sechs Tage lang nur in Kleingruppen trainieren. Deshalb konnte die Begegnung nicht wie geplant stattfinden - nun ist auch der erste Versuch gescheitert, sie nachzuholen.

"In weiten Teilen Deutschlands schränkt der starke Wintereinbruch aktuell die infrastrukturellen Gegebenheiten stark ein, so auch bei uns in Dresden", erklärte Ralf Becker in einer am Nachmittag verschickten Pressemitteilung des Vereins zu der erneuten Absage. Dynamos Sportgeschäftsführer war bei der Expertenrunde, zu der außerdem Vertreter des DFB und der Stadionprojektgesellschaft als Betreiber der Spielstätte gehörten, dabei.

"Spielfeld zu sehr aufgeweicht"

"Wir waren auch diesmal auf die witterungsbedingten Gegebenheiten vorbereitet, die Masse an Niederschlägen hat das Spielfeld im Rudolf-Harbig-Stadion aber so sehr aufgeweicht, dass mit Blick auf die Gesundheit der Spieler und die Gegebenheiten des Platzes eine Durchführung der Partie am Mittwochabend nicht zu verantworten gewesen wäre."

Laut Pressesprecher Henry Buschmann läuft die Rasenheizung im Winter ständig auf Betriebstemperatur, damit die Rohre nicht einfrieren, seit zwei Tagen sei sie unter Volllast gelaufen. Die dicke Schneedecke ist dadurch zwar beträchtlich abgeschmolzen, der Rasen darunter aber tief und schwammig. Die Standsicherheit wäre nicht gewährleistet, möglicherweise der Platz hinterher über eine längere Zeit unbespielbar. Oder er müsste erneut ausgewechselt werden, was bereits im Dezember geschehen ist, nachdem er zuvor in einem sehr schlechten Zustand war. Die Kosten von etwa 120.000 Euro hatten sich der Verein und die Stadionprojektgesellschaft geteilt.

Die Mannschaft aus Wehen Wiesbaden war noch nicht in Dresden, sondern wollte erst am Mittwochvormittag per Flugzeug anreisen. Die Landung war laut Thomas Reinhold, Sprecher des Flughafens in Klotzsche, für 10 Uhr angemeldet. "Und natürlich tun unsere Winterdienste alles, damit die Start- und Landebahn sowie Taxiwege und Vorfelder sicher benutzbar sind. Aus heutiger Sicht also keine Probleme zu erwarten", sagte er. Nun bleibt der Gast jedoch zu Hause.

Und Dynamo bleibt weiter mit zwei Spielen in Rückstand. Für das am Freitag, dem 29. Januar, wegen des heftigen und vor allem nassen Schneefalls kurzfristig abgesagte Duell gegen Bayern München II gibt es noch keinen neuen Termin.

Dank an die Platzarbeiter in der Trainingsakademie

Kauczinski hatte sich beim Team der Platzarbeiter in der Trainingsakademie bedankt, die quasi rund um die Uhr arbeiten und trotz des heftigen Schneefalls dafür gesorgt haben, "dass wir auf dem Kunstrasen vernünftig trainieren können. Darüber sind wir sehr glücklich."

Personell ist die Lage bei den Schwarz-Gelben beinahe unverändert. Die Lanzeitverletzten Chris Löwe, Marco Hartmann (beide Aufbautraining), Patrick Weihrauch (Sprunggelenk) und Robin Becker (Kreuzbandriss) fallen weiter aus. Zudem konnte Kevin Ehlers, der seine Gelb-Sperre abgesessen hat, wegen Rückenbeschwerden nicht trainieren. Sein Einsatz wäre fraglich und Ransford-Yeboah Königsdörffer genauso gesperrt gewesen wie Kapitän Sebastian Mai nach seiner Roten Karte in Mannheim für insgesamt drei Spiele.

Die nächste Partie steht für Dynamo bereits am Sonntag, 14 Uhr, gegen den derzeitigen Tabellenletzten VfB Lübeck im Plan. Allerdings erneut im Rudolf-Harbig-Stadion. Ob der Rasen dann bespielbar ist, erscheint angesichts der Wetterlage ebenso fraglich. Wenn es dazu käme, könnte Rückkehrer Niklas Kreuzer für Königsförffer auf der rechten Seite spielen. Als weitere Alternative nannte Kauczinski Max Kulke, der zuletzt jedoch nicht zum Spieltagskader gehört hat. Agyemang Diawusie sieht er dagegen in dem taktischen System hintendran und eher als Stürmer.

Dominikaner Mörschel spielt mit Wärmekissen

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Wenn es so kalt bleibt, würde sich Heinz Mörschel wohl ein Wärmekissen in den Schuh stecken oder direkt ein Wärmepflaster auf die Zehen kleben. "Bei mir ist es wirklich so: Irgendwann frieren mir die Zehen ein", berichtet Dynamos erster Dominikaner, der beim 1:0-Derby-Sieg in Magdeburg den Siegtreffer erzielt und danach staunend die Pyro-Show der Fans beim Empfang in Dresden gefilmt hat. Prinzipiell aber sei für ihn trotz seiner karibischen Wurzeln auch die zu erwartenden zweistelligen Minusgrade kein Problem. "Ich bin ja fast mein ganzes Leben in Deutschland und habe schon ein paar kalte Tage hinter mir", sagt der 23-Jährige, der acht Monate alt war, als seine Eltern in die Heimat des Vaters in Frankfurt am Main zogen. "Ich habe die Sonne lieber, aber da geht es mir nicht anders als allen", meint Mörschel junior.

Der Winter meint es mit Dynamo zumindest weniger gut.

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