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Dynamos Gegner verkauft Geistertickets

Die Dresdner spielen am 11. Januar bei Türkgücü München. Dort zieht sich der Investor zurück, jetzt sollen die Fans helfen.

Leere Ränge auch bei Türkgücü München - nun verkauft der Verein Geistertickets.
Leere Ränge auch bei Türkgücü München - nun verkauft der Verein Geistertickets. © Fotostand

München/Dresden. Vor dem ersten Punktspiel im neuen Jahr ist Dynamos nächster Gegner in heftige Turbulenzen geraten. Investor und Präsident Hasan Kivran will bei Türkgücü München seine Anteile an der Fußball GmbH verkaufen - das sind laut Medienberichten 89 Prozent. Das könnte den Drittliga-Aufsteiger in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bringen. Es gehe darum, die Gesellschaft und den Verein zu retten, wird Geschäftsführer Max Kothny zitiert. Man müsse "schnell handeln".

Eine erste Idee hat der Klub bereits - auch wenn sie nicht neu ist. Bei Dynamo wurde der Verkauf von Geistertickets gerade zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte erfolgreich praktiziert. Nachdem im März 2012 bereits 41.738 virtuelle Karten für das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt abgesetzt wurden, waren die 72.122 zum DFB-Pokalspiel gegen Darmstadt kurz vor Weihnachten ein neuer Rekord.

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Ob Türkgücü an diese Zahl herankommen kann, mag bezweifelt werden, einen Versuch ist es dem Klub jedoch wert. Für die Partie gegen Dynamo am Montag, dem 11. Januar, 19 Uhr, können Fans virtuelle Karten in drei verschiedene Kategorien erwerben: ein Supporter-Ticket für fünf Euro, ein Premium-Supporter-Ticket - inklusive einer unterschriebenen Dankeskarte eines Türkgücü-Spielers - für 15 Euro sowie ein VIP-Supporter-Ticket für 50 Euro. Für dieses erhält der Käufer eine personalisierte, von der Mannschaft unterschriebene Dankeskarte und einen Artikel aus dem Fanshop.

Verlust von vier Millionen Euro in dieser Saison?

Laut Informationen des Kicker bilanzieren die Münchner nach einem Minus von 1,9 Millionen Euro für die Saison 2019/20 für die erste Hälfte der laufenden Spielzeit einen Verlust von rund zwei Millionen Euro und planen aktuell mit weiteren 2,1 Millionen Euro Verlust für die zweite Saisonhälfte. Die konkreten Summen wollte Geschäftsführer Max Kothny auf Nachfrage nicht bestätigen, sprach aber von einem siebenstelligen Betrag, heißt es im Bericht des Fachmagazins.

Es gebe "mehrere Gründe", warum Investor Kivran sein Engagement beendet, die jedoch noch nicht alle offen kommuniziert werden sollen, erklärte Kothny in einem Gespräch mit dem Münchner Merkur. Der erschwerte wirtschaftliche Verlauf der aktuellen Saison – keine Zuschauer, die fehlende staatliche Unterstützung – soll jedoch maßgeblich zur Entscheidung beigetragen haben. Kivran stieg zum 1. Januar 2016 bei den Münchnern ein und führte den Verein durch sein Investment – nach eigenen Angaben in Millionenhöhe – von der Landesliga bis zum Profifußball in der 3. Liga. Der 54-Jährige betreibt eine Vermögensverwaltung, die laut Geschäftsbericht aus dem vergangenen Jahr 19 Millionen Eigenkapital aufweist, heißt es in dem Bericht.

Über den Verkauf seiner Anteile an der Türkgücü Fußball GmbH laufen laut Kothny Gespräche. Es sei auch egal, ob sie eine einzelne Person oder ein Konsortium kauft, es gehe darum "jemanden zu finden, der bereit ist, den Weg Türkgücü München weiterzugehen und dieses Projekt aufrecht zu erhalten."

Türkgücü ist der erste Migrantenverein im deutschen Profifußball, allerdings wären ohne einen zahlungskräftigen Geldgeber die hohen Kosten in der 3. Liga kaum zu stemmen.

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Und sportlich lief es bislang gut für den Neuling: Türkgücü hat aus 16 Spielen bisher 24 Punkte geholt und zum Stadtrivalen TSV 1860 auf dem Aufstiegsrelegationsrang nur drei Punkte Rückstand. Dynamo startet voraussichtlich am Sonntag in die Vorbereitung auf die Partie in München, zuvor müssen Mannschaft sowie Trainer- und Betreuerteam nach der kurzen Pause über den Jahreswechsel einen weiteren Corona-Test absolvieren.

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