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Das ist Dynamos neuer Nationalspieler

Ransford Königsdörffer hat gegen San Marino sein erstes Spiel für die U21 absolviert. Für wen der 19-Jährige in die Partie kam und was sein Trainer dazu sagt.

Ransford-Yeboah Königsdörffer erzielte in Dynamos Aufstiegssaison sieben Tore – nun ist er Junioren-Nationalspieler.
Ransford-Yeboah Königsdörffer erzielte in Dynamos Aufstiegssaison sieben Tore – nun ist er Junioren-Nationalspieler. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Den großen Kracher vermeldet Dynamo nicht am „Deadline-Day“, dem letzten Tag der Transferperiode. Am Dienstag, 18 Uhr, ist die Frist für Wechsel abgelaufen, ab jetzt dürfen nur noch vereinslose Spieler verpflichtet werden. Die Dresdner veröffentlichten lediglich einen Abgang, der zu erwarten war: Simon Gollnack geht zu 1899 Hoffenheim und soll dort für die zweite Mannschaft in der Regionalliga spielen. In Dresden hatte das 19 Jahre alte Stürmer-Talent keine Einsatzchance.

Anders als Ransford-Yeboah Königsdörffer, der wie Gollnack im Februar 2020 seinen ersten Profi-Vertrag bekommen hat, genauso alt ist – und bereits Stammspieler. „Er ist sehr jung, aber schon gut integriert in der zweiten Liga“, sagt Trainer Alexander Schmidt über Königsdörffer, der nun zunächst zur deutschen U20-Nationalmannschaft eingeladen und inzwischen von DFB-Trainer Stefan Kuntz sogar für die neue U21-Auswahl berufen wurde. Das teilte der Verein auf seiner Internetseite mit.

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„Ransi hat es sich verdient. Wir wollen ihn natürlich weiterentwickeln, dafür ist es auch förderlich, wenn er in der DFB-Auswahl spielt“, meint Schmidt.

Mit der U21 startete Königsdörffer am Donnerstag in die Qualifikation für die Europameisterschaft 2023. Das Team traf in Serravalle auf San Marino und setzte sich ungefährdet mit 6:0 (5:0) durch. Der Dynamo-Profi kam in der 73. Spielminute in die Partie - als bereits alle Treffer gefallen waren. Königsdörffer ersetzte Borussia Dortmunds Youssouffa Moukoko. Der erst 16 Jahre alte Wunderstürmer hatte zuvor zweimal getroffen. Die zweite Partie ist nächsten Dienstag, 18.15 Uhr, in Riga gegen Lettland.

Für Königsdörffer ist es nicht die erste Nominierung für eine Nachwuchsauswahl. Bereits im Oktober 2019 war er zu einem Perspektivlehrgang der U19 eingeladen, hat aber bislang kein offizielles Länderspiel bestritten. Der schnelle Angreifer hat ghanaische Wurzeln, wurde in Berlin geboren und gehörte zu den Begabtesten im Nachwuchs von Hertha BSC. Bis er sich mit 16 innerhalb eines Jahres den Meniskus in beiden Knien riss und lange nicht spielen konnte. Diese Zeit, sagte er, sei sehr hart gewesen. „Ich habe nicht unbedingt daran gedacht, dass es mit der Profikarriere überhaupt noch klappt. Aber ich habe mich nicht aufgegeben.“

Giorbelidze spielt für Georgien - hofft der Trainer

Bei Dynamo ergab sich die Chance für einen Neustart auf höchstem Niveau. Denn seit 2016 spielen die A-Junioren der SGD in der Bundesliga, die B-Jugend schaffte den Aufstieg ein Jahr früher. So kam 2017 auch Kevin Ehlers wegen der sportlichen Perspektive und der Rahmenbedingungen von Hansa Rostock in Dynamos Nachwuchsakademie nach Dresden. Der 20 Jahre alte Verteidiger, der nach einem Muskelfaserriss im Hüftbeuger an seinem Comeback arbeitet, wurde hier ebenfalls zum Junioren-Nationalspieler, gab sein Debüt vor zwei Jahren in der U19 bei einem 1:1 gegen Spanien und erzielte in der EM-Qualifikation gegen Belarus beim 9:2 einen Treffer.

Guram Giorbelidze wurde vom österreichischen Erstligisten Wolfsbreger AC ausgeliehen. Der Georgier ist mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes unterwegs.
Guram Giorbelidze wurde vom österreichischen Erstligisten Wolfsbreger AC ausgeliehen. Der Georgier ist mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes unterwegs. © Steffen Kuttner

Ein Tor ist Königsdörffer in dieser Saison noch nicht gelungen, eins hat er vorbereitet, aber der Trainer setzt vor allem auf sein Tempo für die Attacke in der vordersten Reihe. Deshalb hat er ihn gleich am ersten Spieltag gegen Ingolstadt gebracht, obwohl klar war, dass er noch nicht die volle Spielzeit durchhalten kann. Königsdörffer hatte sich zum Abschluss der Vorsaison erneut den Meniskus am rechten Knie verletzt, musste operiert werden. Die Heilung verlief optimal, Königsdörffer ist Stammkraft.

Dagegen hat Dynamos zweiter Länderspielreisender bislang keine Minute für die Schwarz-Gelben gespielt, beim 0:3 gegen Paderborn am Sonntag gehörte Guram Giorbelidze erstmals zum 18-Mann-Kader. Der georgische Nationalspieler wurde vom österreichischen Erstligisten Wolfsberger AC für diese Saison ausgeliehen. „Guram ist ein giftiger, aggressiver, dynamischer Spieler, der gut vorwärts verteidigt“, sagte Schmidt nach der Verpflichtung des 25 Jahre alten Linksverteidigers, aber auch: „Er muss sich natürlich erst einfügen, spricht noch kein Deutsch. Wir sind dran, ihm unser Spiel näherzubringen.“

Die punktspielfreie Zeit wäre dafür eine sehr gute Gelegenheit, stattdessen ist Giorbelidze unterwegs mit der georgischen Auswahl, könnte drei Spiele bestreiten: in der WM-Qualifikation gegen den Kosovo und Spanien sowie einen Test in Bulgarien. Darauf setzt Dynamos Trainer. „Ich sehe es sehr positiv, vorausgesetzt, er bekommt Einsätze in der Nationalmannschaft seines Landes“, meint Schmidt. „Wir werden ihn weiter integrieren, sobald er zurück ist.“ Das sei kein Problem, weil die Mannschaft jeden neuen Spieler sehr gut aufnimmt.

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Derzeit sei Chris Löwe in bestechender Form, er habe aber mit 32 Jahren „ein gewisses Alter“ und man wisse nicht, ob er 34 Spiele auf diesem Top-Niveau abliefern kann. „Wir brauchen Guram, er wird seine Einsätze bei uns bekommen. Ich hoffe, dass er jetzt in der Auswahl spielt“, sagt Schmidt. Grundsätzlich, das betont der Chefcoach, sei Dynamo sehr stolz, „dass die beiden Jungs für ihre Nationalmannschaften im Einsatz sind“.

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