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Das sind Dynamos drei Gewinner der Vorbereitung

Nur noch 14 Tage sind es bis zum Saisonstart – Zeit, um ein Zwischenfazit zu ziehen und die Sieger der vergangenen Trainingswochen zu küren.

Jonas Kühn, Michael Sollbauer und Anton Mitryushkin (v.l.n.r.) gehören zu denen, die in der Vorbereitung positiv aufgefallen sind.
Jonas Kühn, Michael Sollbauer und Anton Mitryushkin (v.l.n.r.) gehören zu denen, die in der Vorbereitung positiv aufgefallen sind. © Lutz Hentschel

Dresden. Wirklich unzufrieden war der Trainer nach dem 0:1 im Testspiel am Samstag gegen den polnischen Erstligisten Pogon Stettin nicht. „Man hat gesehen, wer schon die 90 Minuten im Tank hat und wer noch ein bisschen braucht“, erklärte Alexander Schmidt, für den es die erste Niederlage als Dynamo-Trainer war. „Wenn es die einzige bleibt, kann ich das akzeptieren“, sagte er und grinste. Wegen Sicherheitsbedenken war die Partie in Dynamos Trainingszentrum geheim geblieben, durfte nicht angekündigt werden. Ein Foulelfmeter kurz vor dem Ende entschied sie.

Am Montag wird die Mannschaft ein zweites Mal gegen Corona geimpft, dann wartet vor dem Saisonstart nur noch die Generalprobe bei Union Berlin am kommenden Samstag. Zeit für ein erstes Zwischenfazit: Wer konnte in den vergangenen Wochen für sich werben?

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Was sind die besten Schnäppchen?

Michael Sollbauer: Der Antreiber in der Abwehr

Michael Sollbauer wurde zwar erst am vergangenen Mittwoch verpflichtet, doch seitdem schon deutlich, warum ihn Dynamo aus der zweiten englischen Liga geholt und sogar eine Ablöse gezahlt hat. „Er ist ein Mentalitätsspieler, kann eine junge Mannschaft führen“, stellte Schmidt die Qualitäten des 31-jährigen Verteidigers heraus. Im Test gegen Stettin deutete Sollbauer das zumindest an, nach einem Befreiungsschlag forderte er seine Nebenleute lautstark und energisch zum Rausrücken auf und überholte dabei sogar die defensiven Mittelfeldspieler Yannick Stark und Heinz Mörschel. „Er hat seinen Job erledigt, so wie wir ihn kennen – zweikampfstark, robust, mit einem guten Coaching“, sagte der Trainer.

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Auch bei seinen ersten Einheiten im Trainingslager in Heiligenstadt war die Stimme gut zu hören, der Österreicher gab selbst erfahrenen Spielern wie Stark und Chris Löwe Anweisungen. „Ein sehr guter Verteidiger, sehr gut im Zweikampf“, lobte ihn Paul Will nach dem Duell gegen Stettin. „Er ist ein Charakter auf und neben dem Platz. Er gibt uns durch seine Ausstrahlung eine gewisse Ruhe und Präsenz.“

Anton Mitryushkin: Mehr als nur eine neue Nummer zwei

In den drei Wochen, die Anton Mitryushkin mittrainiert, wurde deutlich: Der Russe ist mehr als nur die neue Nummer zwei. Wie sein berühmter Vorgänger Stanislaw Tschertschessow hat er das Potenzial, ein Liebling der Anhänger zu werden. Im Eichsfeld verschenkte er mehrmals seine Handschuhe an die Fans. „Anton hat auch so einen Tick“, verriet Stammkeeper Kevin Broll. „Wenn jemand seine Handschuhe berührt, zieht er die nie mehr an.“

Doch Mitryushkin will nicht nur mit Geschenken an die Fans auf sich aufmerksam machen, sondern mit Leistung. „Mein Ziel ist es, um die Nummer eins zu kämpfen, aber mit Respekt“, sagte er. „Kevin und ich arbeiten zusammen und feuern uns gegenseitig an. Anschließend wird der Trainer entscheiden.“ Der weiß um die Bedeutung von Mitryushkin – auch weil Patrick Wiegers nach seinem Kreuzbandriss weiter auf seine Rückkehr warten muss. „Wir müssen für den Fall gewappnet sein, wenn Kevin mal etwas passiert. Wir brauchen hintendran auch einen guten Mann“, erklärte der Trainer nach dem Test gegen Stettin, bei dem Mitryushkin 90 Minuten spielen durfte. Da wurde zwar deutlich, dass ihm noch die Spielpraxis fehlt, aber auch, welches Potenzial er besitzt. „Torwarttechnisch hat er es hervorragend gemacht“, lobte Schmidt.

Jonas Kühn: Das Talent mit großem Potenzial

Am Ende des Trainingslagers sprach der Trainer über möglich Abgänge und meinte vor allem „die ganz jungen Spieler. Bei Simon Gollnack und Phil Harres überlegen wir, sie für ein Jahr in die Regionalliga zu verleihen. Ich will nicht, dass ein Junge das ganze Jahr auf der Bank versauert.“ Jonas Kühn nannte er ausdrücklich nicht.

Der 19-Jährige wird wohl bleiben, auch wenn Dynamo noch eine weitere Verstärkung für die linke Seite verpflichten will. Derzeit sind nur er und der erfahrene Löwe für diese Position da. Gegen Stettin durfte Kühn 45 Minuten ran, gegen Braunschweig sogar 84. „Jonas hat sehr großes Potenzial. Er ist ein giftiger Typ, laufstark und clever, aber noch nicht komplett“, so Schmidt.

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Dass sich der gebürtige Plauener in dieser Saison durchsetzen wird, davon ist ein anderer Plauener überzeugt. „Kühni ist jetzt schon weiter, als ich es in seinem Alter war. Ich saß damals bei Chemnitz in der Regionalliga meistens auf der Bank“, sagt Löwe: „Wenn er dranbleibt, hat er die Chance, im Profifußball anzukommen.“

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