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Dynamo: Präsidium beantragt Verfahren gegen Pöbelfan

Der Eklat ist fast ein Jahr her, jetzt prüft der Ehrenrat eine Strafe für den Auslöser. Ein Vereinsmitglied hatte beim Pokalspiel Toni Leistner und seine Familie beleidigt.

Toni Leistner sucht nach dem Pokalspiel den direkten Kontakt zum Dynamo-Fan (weinrotes Shirt über ihm), der zuvor seine Familie massiv beleidigt hatte.
Toni Leistner sucht nach dem Pokalspiel den direkten Kontakt zum Dynamo-Fan (weinrotes Shirt über ihm), der zuvor seine Familie massiv beleidigt hatte. © Jan Huebner

Dresden. Das hat lange gedauert, jetzt leitet Dynamo ein Ehrenratsverfahren gegen den "Pöbelfan" ein. Das Vereinsmitglied hatte beim DFB-Pokalspiel der Dresdner gegen den Hamburger SV im September 2020 den HSV-Profi Toni Leistner beleidigt und dessen damals hochschwangerer Frau Josefine eine Fehlgeburt gewünscht.

Daraufhin kletterte Leistner, der aus Dresden stammt und für Dynamo gespielt hat, über die Mauer auf die Tribüne, ging dem Mann an den Kragen und drückte ihn auf die Treppenstufen. Er wurde dafür vom DFB-Sportgericht zu je zwei Spielen Sperre in Liga und Pokal sowie zu einer Geldbuße von 6.000 Euro verurteilt. Und auch Dynamo wurde bestraft: mit 2.000 Euro, zu zahlen wegen "unsportlicher Verhaltensweisen" von Zuschauern.

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Dagegen wurde der Auslöser für den Eklat bislang nicht belangt. Nun hat das Präsidium der SGD beim Ehrenrat ein Verfahren gegen den Mann eingeleitet. "Nach sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts und Gesprächen mit mehreren unmittelbar beteiligten Personen ist das Präsidium zu der Auffassung gelangt, dass das betreffende Vereinsmitglied durch sein Auftreten dem öffentlichen Ansehen unserer Sportgemeinschaft einen enormen Schaden zugefügt hat", heißt es in der Begründung.

Verweis, Ordnungsgeld oder sogar Ausschluss?

Der Antrag wurde am Montag durch die Präsidiumsmitglieder Holger Scholze, Ronny Rehn und Michael Bürger eingereicht. Der Ehrenrat werde sich satzungsgemäß mit dem Fall befassen, heißt es in der Mitteilung auf der Internetseite des Vereins. Das Gremium muss dann entscheiden, ob und wie es in dem Fall entscheidet. Die mögliche Strafe reicht bei vereinsschädigendem Verhalten vom Verweis über ein Ordnungsgeld bis 1.000 Euro bis hin zum befristeten oder dauerhaften Ausschluss.

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Leistner hatte sich am gleichen Abend für seine Reaktion entschuldigt. Mit Provokationen und Beleidigungen könne er normalerweise umgehen. "Doch dann ging es extrem unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt", erklärte Leistner damals seine Attacke. Mit dem Pöbel-Fan hatte der Dresdner am Tag danach telefoniert, damit sei die Sache für ihn erledigt gewesen.

Nun gibt es dennoch ein Nachspiel. „Fakt ist: Das Verhalten dieses Zuschauers ist zu verurteilen. Es wird definitiv nichts unter den Teppich gekehrt", hatte Präsident Scholze auf Nachfrage von Sächsische.de angekündigt. (SZ/-ler)

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