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Statistiker aus den USA: Dynamo kommt auf Platz zehn

Es sind erst fünf Spiele in der zweiten Liga gespielt, aber schon gibt es die erste Prognose, wie die Saison ausgeht. Für die Dresdner klingt sie beruhigend - oder?

Der Blick nach oben gerichtet? Dynamos Trainer Alexander Schmidt hält am Saisonziel weiter fest - und das erscheint realistisch.
Der Blick nach oben gerichtet? Dynamos Trainer Alexander Schmidt hält am Saisonziel weiter fest - und das erscheint realistisch. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Vielleicht ist es nur eine Zahlenspielerei, ein statistisches Muster ohne Wert. Aber es klingt gut, was Nate Silver ausgerechnet hat: Dynamo Dresden beendet diese Saison in der 2. Fußball-Bundesliga mit 47 Punkten auf Platz zehn. Das mag im Moment sogar etwas enttäuschend klingen, schließlich stehen die Schwarz-Gelben nach fünf Spieltagen auf Platz drei - der zur Relegation für den Aufstieg berechtigen würde. Aber der gesicherte Mittelfeldplatz entspricht etwa dem Saisonziel, nämlich mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Das klingt beruhigend.

Im Tabellenkeller wird es nach der Prognose des US-Amerikaners, Chefredakteur der Nachrichtenseite "FiveThirtyEight", für die Ost-Klubs Hansa Rostock und Erzgebirge Aue eng, mit 34 beziehungsweise 36 Punkten würden sie in die 3. Liga absteigen. Ingolstadt und Sandhausen liefern sich ein Duell um den Relegationsplatz.

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Die Tabelle laut Nate Silver, Chefredakteur des Nachrichtenportals "FiveThirtyEight" in den USA. Allerdings gibt es bei Platz drei und vier einen Fehler, denn der HSV hat in der Prognose die bessere Tordifferenz.
Die Tabelle laut Nate Silver, Chefredakteur des Nachrichtenportals "FiveThirtyEight" in den USA. Allerdings gibt es bei Platz drei und vier einen Fehler, denn der HSV hat in der Prognose die bessere Tordifferenz. © Bildstelle

An der Spitze sehen die Zahlen derzeit die Bundesliga-Absteiger Werder Bremen (59 Punkte) und Schalke 04 (58), dahinter käme der Hamburger SV auf Platz drei - allerdings nur mit einer um einen Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem SC Paderborn (+13 zu +12). Von Silver werden die beiden Vereine in der Tabelle jedoch andersrum aufgeführt. So genau lässt sich das natürlich selbst mit dem von Silver entwickelten Modell, mit dem er vor allem im Baseball bekannt geworden ist, nicht berechnen. Die Wahrscheinlichkeit für die Vorhersagen liegt unter zehn Prozent.

Mathematiker berechnen Dynamos Aufstieg

Die Tabelle wird jeden Spieltag mit neuen Daten aktualisiert. Für Sächsische.de hatten zwei Mathematiker während der vorigen Saison mehrfach die Wahrscheinlichkeit für den Aufstieg von Dynamo berechnet. Auch René Schilling, Professor für Wahrscheinlichkeitstheorie am Institut für Mathematische Stochastik der TU Dresden, und Georg Berschneider von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben ein Modell entwickelt, mit dem Quoten für den Ausgang von Fußballmeisterschaften ermittelt werden können.

Nach 35 Spieltagen bezifferten sie die Chance mit 67 Prozent, dass Dynamo auf den Plätzen eins oder zwei landet, was die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga bedeuten würde. 25 Prozent entfielen auf den Relegationsplatz und lediglich acht Prozent auf den vierten Platz. Letztlich stiegen die Dresdner als Tabellenerster auf - die Berechnung erwies sich also als richtig, allerdings basierte sie auch auf deutlich belastbareren Ausgangswerten.

Dynamo-Trainer Schmidt flüchtet in Floskel

In der Prognose von Silver ist derzeit der sogenannte "Soccer Power Index" eine wesentliche Größe, der sich unter anderem aus dem Marktwert des Kaders und dem Abschneiden der Vorsaison ergibt. Die Bundesliga-Absteiger schneiden dabei besser ab als andere, was aber nicht der tatsächlichen Leistungsstärke entsprechen muss. Das gilt auch für Dynamo, wobei die Tendenz auch nach dem Rückschlag mit der 0:3-Niederlage gegen Paderborn vor der Punktspielpause eher positiver erscheint als Platz zehn.

Das Saisonziel will der Trainer jedoch nicht anpassen. "Wir wollen in der Liga bleiben", sagt Alexander Schmidt im Interview mit der Sport-Bild. "Ich habe mal versucht, ein Punkteziel für einen Block von fünf Partien auszugeben. Aber dann hast du ein Problem, wenn nach drei Spielen die Zahl nicht mehr aufgeht." Wie viele es für die ersten fünf gewesen wären, verrät er nicht, mit der Ausbeute von zehn Zähler kann der Aufsteiger aber zufrieden sein. Im Durchschnitt wären das zwei Punkte pro Spiel, was hochgerechnet auf die Saison 68 ergeben würde. Das wäre tatsächlich eine aufstiegsreife Bilanz.

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Aber so funktioniert Fußball eben nicht. Deshalb zieht sich auch Schmidt auf die Floskel zurück, die tatsächlich platt klingt, wie er selbst sagt: "Das nächste Spiel ist immer das wichtigste. Wir haben 90 Minuten Zeit, in diesem Spiel das Ziel zu erreichen."

Am Sonntag, 13.30 Uhr, spielt Dynamo auswärts beim 1. FC Heidenheim, der derzeit auf Platz elf steht - und laut Silvers Berechnung die Saison auf Rang 13 beenden wird.

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