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Dynamos Sportchef erklärt Hintergründe der Siegesserie

In seiner Zwischenbilanz ordnet Ralf Becker die Systemumstellung als "wichtig und gut" ein, lobt sich und den Trainer, und sagt, dass Dresden besser ist als sein Ruf.

Ralf Becker ist zufrieden mit Dynamos Zwischenbilanz - und auch mit seiner Arbeit.
Ralf Becker ist zufrieden mit Dynamos Zwischenbilanz - und auch mit seiner Arbeit. © dpa/Robert Michael

Dresden. Der Termin für das Interview mit dem Pressesprecher des Vereins kann kaum günstiger liegen. Das weiß Ralf Becker und sagt es auch so offen. Nach vier Siegen in Folge und den Sprung auf Tabellenplatz zwei der 3. Liga, punktgleich mit Spitzenreiter Saarbrücken, lässt sich eine Zwischenbilanz viel entspannter ziehen als noch vor einigen Wochen, als Dynamo mal drei von vier Spielen verloren hatte.

Fünf Monate ist der Sportgeschäftsführer und Nachfolger von Ralf Minge im Amt. Bereut, sagt er im Gespräch auf Dynamo-TV, hat er den Umzug nach Dresden in keinem Moment. Die jüngsten Erfolge dürften ihren Teil beigetragen haben zum Wohlbefinden.

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Doch Becker deutet zumindest an, dass die Stimmung zwischenzeitlich mal nicht so entspannt war wie gerade. "Man muss die Themen intern schon besprechen und fragen, warum es nicht so läuft", erklärt er. "Zum Beispiel haben wir am Anfang öfter mal eine rote oder gelb-rote Karte bekommen. Da ist es dann schwer, Spiele zu gewinnen." Drei waren es insgesamt, nach dem siebenten Spieltag, dem 0:1 in Ingolstadt und dem Platzverweis gegen Max Kulke, kam keine mehr hinzu. Danach verlor Dynamo nur noch eine Partie, wobei das 1:2 beim 1. FC Saarbrücken gerade vom DFB überprüft wird.

Breiter Kader, hohe Qualität und viel Konkurrenz

In der Umstellung auf eine Dreier-Abwehrkette und eine Doppelspitze sieht auch der 50-Jährige den wesentlichen Grund für die kleine Siegesserie. "Das waren wichtige und gute Entscheidungen. Mit Marco Hartmann haben wir jetzt hinten einen richtig guten Zweikämpfer und außerdem im Strafraum mehr Präsenz und ein bisschen mehr Abschlussqualität.

Zu Saisonbeginn hatten wir ja auch wenige Tore geschossen, dies hat sich gut entwickelt", findet Becker und lobt damit Trainer Markus Kauczinski, warnt aber zugleich vor der Vorstellung, dass damit der Erfolgsschlüssel für den Rest der Saison gefunden sei: "Wir dürfen nicht glauben, dass dies in den nächsten 25 Spielen genauso funktionieren wird. Unsere Gegner stellen sich darauf ein."

Ein bisschen betreibt Becker, der vorher in gleicher Funktion beim Hamburger SV und Holstein Kiel war, das Geschäft also bestens kennt, auch Eigenlob. Der breite Kader, die hohe Qualität und der große Konkurrenzkampf seien ebenfalls wichtige Faktoren. Für die Zusammenstellung der neuen Mannschaft war vor allem er verantwortlich. "Wir haben einen ganz guten Mix aus erfahrenen Zweitligaspielern und jungen, hungrigen Jungs, die noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung sind", findet er und betont, dass dies keinesfalls Zufall sei. "Wir wollen mit dieser Mannschaft etwas entwickeln.

Keine aggressiven Gefühle in der Stadt

Deshalb war das in der Planung schon ein Faktor und ist es auch im Hinblick auf die Pandemie. Wir wissen ja nicht, wie sich das in den nächsten Jahren entwickeln wird." Gemeint sind die finanziellen Unwägbarkeiten, da könnte ein starker eigener Nachwuchs helfen. Dass im Laufe der Rückrunde wieder Zuschauer in die Stadien dürfen, könnte für einige Drittligisten zu einer existenziellen Frage werden, glaubt er.

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Aber nicht nur zu sportlichen Themen äußert sich Becker. Pressesprecher Henry Buschmann fragt ihn auch, was er über den schlechten Ruf, den die Stadt hat, denkt. "Wenn man im Freundeskreis oder der Familie erzählt, dass man nach Dresden zieht, kommt schon mal die Frage: Wie kann man da leben? Wenn man dann, wie ich, fünf Monate hier ist, versteht man die Frage überhaupt nicht. Es ist eine offene Stadt mit einem hohem Lebensstandard, es gibt keine aggressiven oder feindlichen Gefühle. Aber es stimmt schon, wenn man einige hundert Kilometer entfernt wohnt und nicht soviel mitbekommt, hat man ein anderes Bild. Das ist schade." Am Bild von Dynamo muss momentan wenig bis nichts korrigiert werden.

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