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Wie es für Dynamo nach dem Sieg im Pokal weitergeht

Die Dresdner setzen sich im Sachsenpokal gegen Bischofswerda mit 2:0 durch, aber was bedeutet das fürs Aufstiegsspiel am Sonntag - die Analyse mit den Stimmen.

Pascal Sohm (3. v. l.) erzielt das 1:0 nach Eckball von Niklas Kreuzer (l.) und bereitet den zweiten Treffer vor.
Pascal Sohm (3. v. l.) erzielt das 1:0 nach Eckball von Niklas Kreuzer (l.) und bereitet den zweiten Treffer vor. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Dynamo hat die Pflichtaufgabe gelöst und ist mit einem 2:0-Sieg gegen den Bischofswerdaer FV 08 letztlich souverän ins Halbfinale des Sachsenpokals eingezogen. Nach dem Erfolg am Mittwochabend richtet sich jedoch bei den Dresdnern bereits der Blick auf das Spiel am Sonntag in der 3. Liga gegen Türkgücü München. Mit einem Sieg können sie den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt machen.

Wie Trainer Alexander Schmidt den Spagat hinbekommen hat, den Pokal ernstzunehmen und trotzdem den Fokus auf die wichtigere Aufgabe zu richten - die Analyse und Stimmen.

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Was gab den Ausschlag für Dynamos Sieg?

Die Tore fallen spät: Zunächst trifft Pascal Sohm nach Eckball von Niklas Kreuzer per Kopf in der 79. Minute, dann sorgt Ransford-Yeboah Königsdörffer eine Minute vor Schluss nach Vorarbeit von Sohm für die Entscheidung. "Kompliment an Bischofswerda, sie haben uns das Leben schwer gemacht, mit Leidenschaft und Herzblut verteidigt", meint Dynamos Schmidt. "Es ist verdient, aber schade für uns", sagt sein Namensvetter und Kollege auf Bischofswerdaer Seite, Erik Schmidt. "Wir haben nach vorne keine Durchschlagskraft entwickelt. Dann ist es einfach eine Frage der Zeit, wenn du es nicht mehr entlasten kannst."

Nach einem Eckball von Niklas Kreuzer trifft Pascal Sohm per Kopf zur Führung für Dynamo.
Nach einem Eckball von Niklas Kreuzer trifft Pascal Sohm per Kopf zur Führung für Dynamo. ©  dpa/Robert Michael

Nach der torlosen ersten Halbzeit verpasst Sohm kurz nach Wiederbeginn erneut die verdiente Führung für den Favoriten, aber der Stürmer setzt den Kopfball am Tor vorbei (48.). Und so wittern die Gäste ihre Chance, Bruno Schiemann ebenfalls per Kopf - drüber (54.). Nach einer schwächeren Phase drängt Dynamo auf die Entscheidung. "Wir sind ruhig geblieben und haben weiter versucht, Fußball zu spielen", meint SGD-Coach Schmidt. "Dann hat man gesehen, dass Pascal Sohm oder Ransi Königsdörffer einfach die Klasse haben und die Tore machen."

Wie bewerten Trainer und Spieler das Ergebnis?

Für seine Spieler sei es eine große Ehre gewesen, im Rudolf-Harbig-Stadion zu spielen, meint Erik Schmidt. "Das war das letzte gemeinsame Erlebnis für die Spieler, ein schönes Erlebnis." Bischofswerda wurde als Tabellenletzter der Regionalliga zum Abbruch der Saison im November als Absteiger in die Oberliga bestimmt. "Die Mannschaft wird auseinandergehen." Auch der Trainer verabschiedet sich, es übernehmen Frank Rietschel und Ex-Dynamo Robert Koch.

Sohm spricht von einem typischen Pokalspiel und Kreuzer meint, der Klassenunterschied sei kaum zum Tragen gekommen. "Wir hatten einige junge Spieler dabei, die die Möglichkeit hatten sich bei den Profis zu zeigen. Die Jungs haben es gut gemacht, aber wenn du eine zusammengewürfelte Mannschaft hast und die Namen kaum kennst ist es nicht so einfach", meint der 28-Jährige - und stellt fest: "Wenn wir ein, zwei Dinger besser ausspielen, ist es schon früher klar."

Wie geht es jetzt für Dynamo weiter?

Während die SGD im Halbfinale auf den 1. FC Lok Leipzig trifft, möglicherweise schon in der nächsten Woche, steht Titelverteidiger Chemnitzer FC nach einem 3:2-Sieg gegen den FSV Zwickau bereits im Endspiel. Das soll am 29. Mai im Rahmen des bundesweiten Finaltages der Amateure ausgetragen werden. Mit dem nächstem Gegner im Sachsenpokal wollte sich Schmidt jedoch nicht beschäftigen. "Es ist mir egal, gegen wen wir dann spielen. Es sind alles gute Mannschaften, es wird kein Spiel leicht."

Erst einmal aber gilt die volle Konzentration dem Aufstiegskampf in der 3. Liga. Dass die Partie gegen Türkgücü München von Samstag auf Sonntag verschoben wurde, "ist uns scheißegal", sagt Kreuzer: "Wir wissen um die Bedeutung am Wochenende, aber wir haben alles in der eigenen Hand. Die Jungs sind heiß genug, da muss man jetzt keine Brandreden mehr halten oder irgendwelche Videos zeigen."

Marvin Stefaniak (M.) kommt früh ins Spiel und wird hier von Bischofswerdas Paul Fromm unsanft von den Beinen geholt. Die Gäste liefern einen engagierten Pokalkampf.
Marvin Stefaniak (M.) kommt früh ins Spiel und wird hier von Bischofswerdas Paul Fromm unsanft von den Beinen geholt. Die Gäste liefern einen engagierten Pokalkampf. ©  dpa/Robert Michael

Auch Schmidt sieht die Verlegung entspannt. "Das ist für uns kein Problem. Wir müssen nur den Trainingsplan etwas anpassen, damit wir am Sonntag topfrisch sind", meint der 52 Jahre alte Fußball-Lehrer. Seine Devise: "Voller Fokus auf das Ding, aber nicht verkrampfen, eine gewisse Lockerheit braucht man. Die Mannschaft ist gut drauf, mit dieser positiven Stimmung gehen wir ins Spiel."

Lediglich Sohm hat ein kleines Problem mit dem neuen Termin. "So sitze ich wahrscheinlich am Samstag auf der Couch und fiebere bei den anderen mit" meint der Stürmer, "aber das muss ich nervlich durchhalten." Denn auch er beteuert: "Es ist keine Angst da, sondern die Vorfreude auf dieses Spiel und darauf, etwas Großes erreichen zu können."

Wie hat der Trainer die Mannschaft aufgestellt?

Für Dynamo kommt diese Partie im Landespokal eigentlich zur Unzeit. Der Trainer sieht es jedoch positiv und verschafft denen etwas Spielpraxis, die den Rhythmus zuletzt nicht hatten. Schmidt verzichtet zwar auf alle Stammkräfte inklusive Torwart Kevin Broll und den für das Türkgücü-Spiel gesperrten Paul will. Trotzdem stehen acht Profis aus dem Drittliga-Kader in der Startelf, dazu die drei Junioren Lorenz Hollenbach, Phil Harres und Jonas Oehmichen, den der Chefcoach hinterher sogar hervorhebt.

Zwischenzeitlich standen sechs Junioren auf dem Platz. "Die jungen Spieler haben sich sehr gut geschlagen", sagt Schmidt. Er muss früh wechseln, weil Justin Leo Löwe "ein Eisbein bekommen" hat, wie der Franke sagt; gemeint ist ein Pferdekuss. "Es ist nichts Gröberes", gibt der Trainer bereits Entwarnung. Dadurch ging seine Personalplanung nicht ganz auf, denn eigentlich sollte Sohm nur 60 Minuten spielen und auch Julius Kade noch seine Einsatzzeit bekommen. Aber weil im Sachsenpokal nur drei Wechsel erlaubt sind, musste Sohm bei seinem Comeback nach der Corona-Infektion 90 Minuten durchhalten. "Ich habe mit ihm ausgemacht, dass er mit Auge spielt und nicht jedem Ball hinterher hechelt."

Dynamos Max Kulke (l.) liefert sich einen intensiven Kampf um den Ball mit Bischofswerdas Robin Fluß, der einst auch bei Dynamo gespielt hat, sich aber nach einer schweren Verletzung nicht bei den Profis durchsetzen konnte.
Dynamos Max Kulke (l.) liefert sich einen intensiven Kampf um den Ball mit Bischofswerdas Robin Fluß, der einst auch bei Dynamo gespielt hat, sich aber nach einer schweren Verletzung nicht bei den Profis durchsetzen konnte. ©  dpa/Robert Michael

Sohm lobt die Jungen: "Chapeau, sie haben sich reingeworfen, waren aber auch spielerisch richtig gut. Was die Jugendarbeit angeht, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen."

Wie hat die neue Dynamo-Mannschaft ins Spiel gefunden?

Schmidt wollte überhaupt keine Zweifel aufkommen lassen, dass auch die Mannschaft auch in ungewohnter Besetzung funktioniert. "Ich vertraue meinen Jungs und glaube, dass sie mit Spaß, Spielfreude und Siegeswillen reingehen", sagte er. Zudem hatte der Gegner wegen der Corona-Zwangspause seit November kein Pflichtspiel mehr bestritten und war als Absteiger aus der Regionalliga festgelegt worden.

Die Dresdner finden sich im 4:4-2-System erstaunlich schnell, bereits in der sechsten Minute erspielen sie sich die erste Chance. Der Schuss von Max Kulke aus 22 Metern geht knapp vorbei. Ein Freistoß von Kreuzer klatscht an den Pfosten, den Nachschuss von Großer pariert Mika Schneider hervorragend. Der Torwart ist einer von acht Spielern mit einer Dynamo-Vergangenheit im Bischofswerdaer Aufgebot. Die Gäste sind nicht ungefährlich. Eric Stiller drüber (21.) und Paul Fromm knapp vorbei (26.) versuchen es aus der Distanz.

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Trotzdem hat Dynamo ein deutliches Plus an guten Möglichkeiten. In der 34. Minute wird erst der Versuch von Innenverteidiger Lorenz Hollenbach geblockt, nach der anschließenden Ecke schießt Sohm zu zentral auf den Torwart. Den Schwarz-Gelben fehlt die letzte Konsequenz im Abschluss, deshalb geht es torlos in die Pause. Fazit von Dynamo-Coach Schmidt: "Wir haben in der ersten Halbzeit etwas viel verballert." Insgesamt präsentieren sich die Schwarz-Gelben aber von Beginn an engagiert und spielfreudig.

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