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Dynamos Sohm: "Klar war der hinter der Linie"

Stürmer Pascal Sohm ist beim 2:0-Sieg in Zwickau an beiden Treffern direkt beteiligt - und beide sind strittig. Was er dazu sagt und wie er die Aufstiegschance sieht.

Mit einem Jubelschrei feiert Dynamos Stürmer Pascal Sohm seinen Treffer zum 1:0 in Zwickau. Auch an der strittigen Elfmeter-Szene ist er direkt beteiligt.
Mit einem Jubelschrei feiert Dynamos Stürmer Pascal Sohm seinen Treffer zum 1:0 in Zwickau. Auch an der strittigen Elfmeter-Szene ist er direkt beteiligt. © Foto: Picture Point

Zwickau/Dresden. Im Sommer wechselte Stürmer Pascal Sohm mit der Empfehlung von zwölf Saisontoren vom Halleschen FC zu Dynamo. Doch der Stürmer hatte einen schwierigen Start in Dresden, pendelte auch aufgrund von Sprunggelenksproblemen zwischen Bank und Tribüne.

Doch Sohm hat sich ins Team gearbeitet und überzeugt auch ohne viele Tore durch seine kämpferische sowie mannschaftsdienliche Leistung. Am Samstag wurde der 29-Jährige beim 2:0-Sieg in Zwickau wie schon im Dezember beim Auswärtssieg in Uerdingen zum gefeierten Matchwinner. Im Sachsenduell erzielte er per Kopf das 1:0 selbst und holte den Elfmeter zum 2:0 heraus. Im Interview danach spricht er über diese zwei strittigen Szenen, über die Breite des Dynamo-Kaders und seine Argumente im Kampf um einen Stammplatz.

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Pascal Sohm, Glückwunsch zum Sieg in Zwickau. Es war zwar ein Spiel unter Freunden, aber bei weitem kein Freundschaftsspiel. Wie wichtig war die Revanche für die einzige Heimniederlage der Saison im Hinspiel?

Ich würde es eher als hart umkämpften Arbeitssieg betrachten. Wir haben schon im Vorfeld thematisiert, dass wir das wettmachen wollen und waren etwas auf Rache aus. Auch wenn es einen gewissen Reiz hatte, war es ein Spiel wie jedes andere.

Ihr Tor zum 1:0 war der sogenannte Dosenöffner. Wie groß war die Freude?

Arg! Ich habe das Ziel, jedes Spiel zu gewinnen. Wenn ich auf dem Platz stehe, muss ich Vollgas geben. Das habe ich heute gemacht. Daher bin ich froh, dass das mit der Leistung so gut geklappt hat. Natürlich bin ich auch megaglücklich über den Sieg.

Nach dem von Paul Will getretenen Eckball steigt Dynamos Pascal Sohm im Strafraum am höchsten und trifft per Kopf - zwar erst den Innenpfosten, aber von dort springt der Ball ins Tor. Zwickaus Torhüter Johannes Brinkies erwischt ihn wohl erst hinter der L
Nach dem von Paul Will getretenen Eckball steigt Dynamos Pascal Sohm im Strafraum am höchsten und trifft per Kopf - zwar erst den Innenpfosten, aber von dort springt der Ball ins Tor. Zwickaus Torhüter Johannes Brinkies erwischt ihn wohl erst hinter der L © Foto: Picture Point

Es ist nicht zu einhundert Prozent aufzulösen, ob der Ball komplett hinter der Linie war. Wie haben Sie die Situation wahrgenommen?

Paul (Paul Will/Anm. d. Red.) hat die Ecke super reingebracht. Wir haben das schon im Training probiert, da hatte es, ehrlich gesagt, nicht so gut funktioniert. Aber so kam er perfekt, ich bin genau in den richtigen Raum gelaufen, wo der Ball letztlich auch runterkam. Dann stehe ich goldrichtig, nicke das Ding ein, und er wird kurz hinter der Linie direkt wieder geklärt. Ich habe aber direkt gesehen, dass er drin war und die Schiedsrichter zum Glück auch. War bestimmt auch knapp, aber: Klar war der hinter der Linie (lacht).

Kurz vor der Pause fiel per Handelfmeter das zweite Tor. Sie waren wieder direkt beteiligt. War es ein Elfmeter?

Ich erlaufe mir den langen Ball in die Spitze und versuche, ihn direkt wieder ins Zentrum zu spielen. Er bekommt den Ball direkt an die Hand. Ich weiß nicht, ob der Arm angelegt war oder nicht. Ich habe nur aus dem Augenwinkel gesehen, dass er den Ball mit der Hand abblockt. Ob das dann ein Elfmeter ist, keine Ahnung. Ich blicke da auch nicht mehr so durch. Aber aus meiner Sicht kann man ihn schon geben.

Sie standen heute das zweite Mal hintereinander in der Startelf. Der Konkurrenzkampf im Team ist hoch. Wie hilfreich sind für einen Stürmer dann Tore?

Das sind immer ganz gute Argumente. Der Trainer hat mir noch mal das Vertrauen gegeben, obwohl ich letzte Woche nicht getroffen habe. Er hat gesagt, dass die Leistung nicht nur an den Toren gemessen wird. Wenn man so das Vertrauen geschenkt bekommt, fühlt sich das natürlich gut an. Heute konnte ich das auch zurückzahlen. Ich bin aber mittlerweile erfahren genug, dass ich mich mit Selbstvertrauen hochziehen kann. Es tut aber auf jedem Fall der Seele gut. Ich bin absolut glücklich.

Beide Stürmer müssen für die Mannschaft viel Laufarbeit verrichten. Wieviel Spaß macht das?

Das macht schon richtig viel Spaß. Wir haben echt eine geile Mannschaft, auch in der Breite des Kaders. Egal, wer dann spielt, die anderen brennen genauso und rufen ihre Leistung ab. Ich glaube, heute war das auch ein Stück weit der Matchplan. Denn wir wussten, dass es ein Derby mit vielen Zweikämpfen wird. Chris (Christoph Daferner/Anm. d. Red.) und ich, wir ackern viel. Daher ist die Wahl wohl auf uns gefallen. Die nächsten Wochen kann das aber schon wieder anders aussehen. Ist doch gut, wenn wir so einen breiten Kader haben und uns abstimmen können, welcher Spielertyp zu welchem Gegner passt.

Im Kampf um die Aufstiegsplätze bleibt es eng. Sie haben beim Halleschen FC schon mal eine ähnliche Situation erlebt, haben dann aber den Aufstieg verpasst. Worauf kommt es jetzt an?

Vielleicht einfach mal nicht auf die Tabelle schauen und demütig weiterarbeiten. Immer ein ehrlicher Arbeiter bleiben und das nächste Spiel angehen. Wenn man sich jetzt schon mit mehr beschäftigt, das wäre fehl am Platz. Aber wir sind die richtigen Charaktere dafür, um das richtig anzugehen. Dann werden wir das schon packen. Wir brauchen nicht groß ins Feiern zu kommen, denn am Mittwoch geht es bereits weiter.

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Die Fragen wurden von Dynamo-Pressesprecher Henry Buschmann, von Dynamo-TV und von Magenta-TV gestellt. Wegen der Auflagen im Hygienekonzept gibt es derzeit nach Spielen für Journalisten keine Möglichkeit, Interviews mit Trainern und Spielern zu führen.

Das Sachsenderby gibt es hier im Liveticker noch einmal zum Nachlesen.

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