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Dynamo-Kapitän: "Ich mache mir keine Sorgen"

Im Interview spricht Sebastian Mai über die erfolgreiche Hinrunde, seinen Stammplatz, den Aufstiegskampf - und über die finanziellen Turbulenzen in der 3. Liga.

Dynamo-Kapitän Sebastian Mai macht sich um die finanziellen Folgen der Corona-Krise auf die Drittligisten wenig Sorgen.
Dynamo-Kapitän Sebastian Mai macht sich um die finanziellen Folgen der Corona-Krise auf die Drittligisten wenig Sorgen. © Foto: ZB/Robert Michael

Herr Mai, nach der Niederlage gegen Türkgücü München hat die Mannschaft durch die Absage der Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht die Möglichkeit, direkt eine Reaktion zu zeigen. Ist die Verlegung doppelt ärgerlich?

Nein, ändern kann das sowieso niemand. Es ist einfach nur schade, dass das Spiel am Samstag nicht stattfinden kann, weil wir natürlich lieber angetreten wären. So bekommen wir aber zwei Wochen später die Gelegenheit, die Niederlage von München so schnell wie möglich zu korrigieren. Das muss unser nächstes Ziel sein.

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Zuletzt mussten Sie wegen eines Innenbandrisses im Knie fünf Partien zuschauen, waren aber keinesfalls ein stiller Beobachter. Glauben Sie, dass Ihre Zwischenrufe von der Tribüne Ihre Mitspieler wirklich erreichen?

Ich denke schon. Wegen der fehlenden Zuschauer hören sie mich auf jeden Fall. Ich gebe da ja keine taktischen Anweisungen, sondern nur einige Tipps, auf was sie achten sollen. Ich glaube, das hilft – zumindest ein bisschen. Und es ist für die Jungs auch nicht schlecht, wenn sie merken, dass da von Außen akustisch was kommt. Es ist zwar nicht viel, aber besser als gar nichts.

In Ihrer Abwesenheit baute die Mannschaft die Siegesserie – bis zum Montag – trotzdem aus. Machen Sie sich Sorgen, dass Sie womöglich Ihren Stammplatz verloren haben?

Dass es so gut läuft, freut mich für die Mannschaft und für jeden Einzelnen. Aber ich habe natürlich den Anspruch, wieder einen Stammplatz zu erkämpfen, wenn ich hundertprozentig fit bin. Das kann ich aber nicht fordern. Tatsache ist, dass es die Jungs zuletzt auch ohne mich richtig gut gemacht haben. Letztlich wird sicher meine Trainingsleistung entscheiden.

Die Partie gegen Wehen Wiesbaden wäre die letzte der Hinrunde gewesen. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Insgesamt sehr gut. Wir brauchten eine Eingewöhnungszeit, in der wir uns ein bisschen finden mussten. Da klappte noch nicht alles. Aber mit der Zeit wurde es immer besser und vor allem am Ende des vergangenen Jahres haben wir gezeigt, dass wir als Mannschaft in der Lage sind, einiges abzufangen. Die Verletzungen von Chris Löwe, Marco Hartmann und auch mir wurden sehr gut kompensiert, quasi 1:1 ersetzt. Außerdem konnten wir einige Spiele nach Rückständen drehen. Da habe ich großen Respekt vor dem ganzen Team.

Wie oft schauen Sie auf die Tabelle?

Überhaupt nicht. Ich schaue eher auf die Spiele – die eigenen und die der anderen. Ich denke, dass es nichts bringt, jetzt schon auf die Tabelle zu schielen. Natürlich ist bereits eine Tendenz erkennbar, aber so richtig sagt es noch nichts aus. Das ist zwei, drei Spieltage vor dem Ende dann anders.

Dynamo könnte am Wochenende den Spitzenplatz verlieren.

Den Kampf um die Tabellenspitze wird keine Mannschaft am 19. Spieltag gewinnen können, weil noch für alle Vereine sehr viel Strecke zu gehen ist. Ich glaube, dass es bis zum Ende der Saison auch im Kampf um die Aufstiegsplätze spannend bleiben wird.

Der Vorsprung auf den Relegationsplatz betrug schon acht Punkte. Ist die Mannschaft auch so souverän aufgetreten, wie es die Tabelle suggeriert hat?

Am Anfang nicht, gegen Ende der Hinrunde aber schon. Da haben wir gute Spiele abgeliefert und aus schlechteren Spielen ein gutes Ergebnis geholt – wenn ich etwa an das 4:1 gegen den SC Verl denke. Das zeichnet ein Spitzenteam aus.

Auch der 4:2-Sieg gegen Viktoria Köln wirkte nicht wirklich souverän …

Das sehe ich anders. Da waren wir mindestens ebenbürtig, geraten trotzdem zweimal in Rückstand. Weil wir da nicht unruhig geworden sind, sondern weiter den eigenen Stil durchgezogen und uns auf die Stärken besonnen haben, konnten wir die Partie am Ende auch gewinnen.

Türkgücü hatte mit einer starken Defensivleistung Erfolg. Das könnte künftigen Dynamo-Gegnern als Vorlage dienen. In solchen Fällen ist die Kreativ-Abteilung gefordert. Können Sie als Innenverteidiger da auch eingreifen?

Natürlich, mit einer guten Spieleröffnung, also mit Pässen, mit denen unsere Offensivleute was anfangen können. Wir Verteidiger müssen auch Laufwege erkennen und nutzen, haben also schon Einfluss.

Gemessen an den Gegentoren hat Dynamo die beste Defensive der 3. Liga. Woran liegt das?

Nicht nur an der Abwehr und am Torwart. Das fängt bei der Offensive an, die es zuletzt immer besser verstanden hat, die Gegner wirksam anzulaufen. Die wenigen Gegentore sind das Ergebnis einer starken Kollektivleistung.

Bei Türkgücü wollte der Investor abspringen, nun droht dem KFC Uerdingen aus gleichem Grund der Zwangsabstieg. Dynamo rechnet mit einem Corona-Minus von fünf Millionen Euro. Machen Ihnen solche Meldungen Angst?

Nein. Ich bin mir sicher, dass alles wieder in geregelte Bahnen kommt, sobald der ganze Spuk vorbei ist. Natürlich hat jeder Verein momentan zu kämpfen. Doch bei uns in Dresden hat die Fan-Aktion mit den 72.000 verkauften Geistertickets gezeigt, wie groß der Rückhalt ist. Deshalb mache ich mir da bei Dynamo keine Sorgen.

Glauben Sie, dass alle Drittligisten die Saison beenden werden?

Ja, davon bin ich überzeugt.

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Wo wird Dynamo die Saison beenden?

Ich hoffe auf einem Aufstiegsplatz.

Das Gespräch führte Daniel Klein.

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