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Dynamos Kapitänswahl ist ein Fingerzeig für die Stammelf

Sebastian Mai bleibt im Amt, was auch seine Position auf dem Platz stärkt. Der Mannschaftsrat wurde vergrößert, in dem fehlt jedoch der Publikumsliebling.

Sebastian Mai gibt bei Dynamo weiter die Kommandos - nicht nur auf dem Platz.
Sebastian Mai gibt bei Dynamo weiter die Kommandos - nicht nur auf dem Platz. © dpa/ZB/Robert Michael

Dresden. Die große Überraschung ist ausgeblieben, der alte Kapitän ist auch der neue: Sebastian Mai trägt in der neuen Saison, die am Samstag mit dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt beginnt, die Binde. Wobei dieses Szenario zumindest am Samstag eher unwahrscheinlich ist, da der Verteidiger in der Vorbereitung wochenlang wegen eines Muskelfaserrisses in den Adduktoren gefehlt hatte und ein Einsatz beim Auftakt wohl zu früh kommt.

In der Mitteilung des Vereins vom Dienstag heißt es, dass seine Rolle genau wie die seiner beiden Stellvertreter "festgelegt" worden sei. Daraus lässt sich interpretieren, dass Trainer Alexander Schmidt die Ämter verteilt hat. Im Vorfeld hatte er das genaue Prozedere offengelassen: "Beim Kapitän kann es sein, dass drei zur Auswahl stehen und dann die Mannschaft wählt. Das will ich aber noch auf mich zukommen lassen. Es ist eine wichtige Sache, und Sebastian Mai hat es bisher hervorragend gemacht. Den Mannschaftsrat wird das Trainerteam bestimmen."

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Die Kapitänsfrage ist bei Dynamo diesmal durchaus eine spannende - und ein Fingerzeig bei der Zusammensetzung der Dreier-Abwehrkette. Spätestens nach der Verpflichtung des erfahrenen Österreichers Michael Sollbauer war Mais Rolle nicht mehr so klar wie noch vor einem Jahr. Kehren er und der ebenfalls verletzte Kevin Ehlers zurück, muss einer von beiden wohl auf die Bank. Tim Knipping, der zum Vize-Kapitän aufstieg, scheint ebenso gesetzt zu sein wie Sollbauer. Wenn ein Trainer seinen Kapitän nicht aufstellt, birgt das jedoch Konfliktpotenzial. Das Risiko geht Schmidt nun ein - falls er Mai ausgewählt hat und nicht die Mannschaft.

„Es bleibt für mich als gebürtiger Dresdner eine riesengroße Ehre, dass ich dieses ganz besondere Team nach unserem Aufstieg auch in der 2. Bundesliga aufs Feld führen darf", wird Mai zitiert. "Ich möchte dieser mir zugetragenen Führungsrolle nun weiter gerecht werden, das in mich gesetzte Vertrauen bestätigen sowie auf und neben dem Platz als ‚Leader‘ vorangehen.“ Die Wortwahl ist womöglich eine Spur zu pathetisch ausgefallen.

Der 27-Jährige wurde nicht nur in Dresden geboren, er spielte auch im Nachwuchs und bei der zweiten Mannschaft der Schwarz-Gelben. Anschließend wechselte er zum Chemnitzer FC, spielte beim FSV Zwickau, Preußen Münster und zwei Jahre beim Halleschen FC. Vorigen Sommer kehrte er zu seinem Heimatverein zurück.

Der Mannschaftsrat ist sehr defensivlastig

Abgesehen von der Personalie Mai hat Schmidt in der Hierarchie des Teams einiges verändert. Sein Vorgänger Markus Kauczinski hatte vor einem Jahr mit Yannick Stark nur einen Stellvertreter bestimmt, nun ist neben ihm zudem Knipping offizieller Vize-Kapitän.

Auch der Mannschaftsrat wurde erweitert, er ist nun sechs- statt fünfköpfig. Komplettiert wird er durch Christoph Daferner, Chris Löwe und Sollbauer. In der vorigen Saison gehörten neben Mai, Stark und Löwe noch Marco Hartmann, der weiter um einen Anschlussvertrag kämpft, und der nach einem Kreuzbandriss in der Reha trainierende Patrick Wiegers dem Mannschaftsrat an.

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Dass in diesem trotz der Vergrößerung Kevin Broll nicht vertreten ist, kommt überraschend. Einige hatten den bei den Fans beliebten Torhüter sogar zum Kreis der Kapitäns-Anwärter gezählt. Auffällig ist zudem, dass einzig Daferner von den sechs der Offensivabteilung zuzuordnen ist.

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