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Ex-Dynamo Hefele wird Sportdirektor

Dynamos Aufstiegskapitän von 2016 musste seine Karriere mit nur 30 Jahren frühzeitig beenden. Nun hat sich Michael Hefele ein neues Ziel gesetzt.

Von Timotheus Eimert
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Er führte Dynamo als Kapitän 2016 zum Aufstieg in die zweite Liga. Nach seinem frühzeitigen Karrierende im Sommer 2021 beginnt Michael Hefele nun ein Masterstudium zum Sportdirektor.
Er führte Dynamo als Kapitän 2016 zum Aufstieg in die zweite Liga. Nach seinem frühzeitigen Karrierende im Sommer 2021 beginnt Michael Hefele nun ein Masterstudium zum Sportdirektor. © Archiv: Robert Michael

Dresden/London. Michael Hefele führte Dynamo Dresden als Kapitän und Leistungsträger in der Saison 2015/2016 in die 2. Fußball-Bundesliga. Der Verteidiger verpasste im Aufstiegsjahr keine Sekunde, blieb dabei von Verletzungen verschont. Im Sommer 2021 musste Dynamos Ex-Kapitän seine Karriere aber verletzungsbedingt mit nur 30 Jahren frühzeitig beenden. Nun beginnt der Dresdner Publikumsliebling in seiner Wahl-Heimat England einen Kurs zum Sportdirektor.

Am University Campus of Football Business & VSI Executive Education in London und Manchester absolviert er derzeit ein Masterstudium zum Sportdirektor, das dem deutschen „DFL-/DFB-Zertifikat – Management im Profifußball“ ähnelt. Wie er im Gespräch mit dem Fußballportal Transfermarkt.de erzählt, wird er zusätzlich einen Kurs und Lehrgang des englischen Fußballverbands durchlaufen, um die Trainer-A-Lizenz zu erhalten. Erste Erfahrungen als Übungsleiter sammelte er bereits bei Huddersfield als Individualtrainer.

„Ich weiß, das ist ein stressiges Programm, aber ich glaube, in der heutigen Zeit ist es extrem wichtig, sich möglichst breit aufzustellen und jedes verfügbare Wissen aufzusaugen“, sagt der 31-Jährige. Der Sportdirektor-Kurs mache ihm dabei sehr viel Spaß, weil er sich nicht nur auf den sportlichen Bereich beziehe. „Er findet alle sechs Wochen im Etihad Stadium statt. Innerhalb dieses Kurses wird dir ein breiter Fächer an Herangehensweisen für sämtliche Probleme an die Hand gegeben“, berichtet Hefele.

„Die Stimmung bei Dynamo ist immer Bundesliga“

An seine Zeit bei Dynamo Dresden denkt der ehemalige Kapitän und Leistungsträger gern zurück. „In Dresden habe ich unglaublich tolle und gastfreundliche Menschen kennengelernt, die mir über die Jahre ans Herz gewachsen sind“, sagt er. „Wenn man über die Stimmung bei Dynamo spricht, kann man nur eine Sache sagen: Egal, wo der Verein spielt, ob in der zweiten, dritten oder vierten Liga, die Stimmung ist immer Bundesliga, wenn nicht sogar Champions League. Für mich gehört Dresden neben Huddersfield zu meinen absoluten Herzensvereinen“, meint Hefele.

2016 stieg er mit Dynamo in die zweite Liga auf und wechselte anschließend nach England zu Huddersfield. Mit dem Zweitligisten schaffte er als Außenseiter unter Trainer David Wagner den Aufstieg in die Premier League. Nach einer Saison im britischen Oberhaus ging er zum Zweitligisten Nottingham Forest, wo er wegen Fuß- und Knieverletzungen häufig pausieren musste. „Wenn du dich für den Weg als Profifußballer entscheidest, besteht die Gefahr, dass du mehrfach im roten Bereich spielst, was zu Konsequenzen und Raubbau am Körper führen kann“, reflektiert er nun.

Hefele ist Botschafter von Huddersfield Town

Aufgrund der vielen Verletzungen beendete Hefele im vergangenen Sommer seine aktive Karriere und kehrte zu Huddersfield Town zurück. Er wurde Botschafter und Repräsentant des Klubs. „Ich finde es unglaublich spannend, Prozesse und Abläufe im Detail anschauen und mitgestalten zu dürfen. Mir liegen aber auch die Sozialprojekte des Vereins extrem am Herzen. Wir haben als Klub eine unglaubliche Verantwortung und deshalb ist es für mich selbstverständlich, bei Charity-Projekten dabei zu sein“, erklärt er.

Über sein frühzeitiges Karriereende sei er nicht mehr enttäuscht. Er sagt: „Ich empfinde keine Traurigkeit oder Frust, dass meine aktive Karriere zu Ende ist, sondern bin einfach froh und dankbar für jede einzelne Partie im Profibereich.“ Nachwuchsspielern gebe er deshalb mit auf den Weg, dass sie niemals aufhören sollen, an sich zu glauben, auch wenn keiner an sie glaubt.

„Es gab einige Momente in meiner Karriere, wenn ich da auf andere gehört hätte, wäre ich niemals Profifußballer geworden“, sagt er. „Stattdessen durfte ich im Wembley-Stadion vor zig Tausenden von Menschen den Aufstieg mit Huddersfield in die Premier League feiern. Dieses Gefühl, es aus eigener Kraft, eigener Motivation und dem eigenen Willen geschafft zu haben, ist so unglaublich schön.“