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Dynamo macht es wieder spannend im Aufstiegskampf

Der Tabellenführer unterliegt 1860 München durch ein spätes Tor mit 0:1. Der Vorsprung an der Spitze schmilzt. Und jetzt kommt Verfolger Rostock.

Der Blick sagt alles, und auch die Geste von Pascal Sohm ist treffend. Dynamos Vorsprung an der Tabellenspitze schrumpft.
Der Blick sagt alles, und auch die Geste von Pascal Sohm ist treffend. Dynamos Vorsprung an der Tabellenspitze schrumpft. © PICTURE POINT

München. Eng war es, umkämpft und auf hohem Drittliga-Niveau – am Ende gewann aber nicht, wie in den vergangenen Wochen gewohnt, der Tabellenführer. 0:1 unterlag Dynamo am Montagabend im Spitzenspiel der 3. Liga dem TSV 1860 München. Für die Dresdner endete eine beeindruckende Erfolgsserie. Acht Spiele in Folge hatten sie nicht verloren. Damit wird der Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga tatsächlich noch einmal spannend, weil die beiden direkten Verfolger Rostock und Ingolstadt am Wochenende jeweils mit 1:0-Siegen vorgelegt hatten.

„Es war ein ausgeglichenes Spiel, beide Mannschaften haben sich neutralisiert, hatten ihre Phasen“, meinte Dynamos Trainer Markus Kauczinski und stellte fest: „Es war ein Abnutzungskampf, aber wir hätten das Spiel nicht verlieren dürfen, es war eher ein typisches Unentschieden.“

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Mit der Niederlage gegen 1860 schmolz der Vorsprung des Spitzenreiters auf das Duo auf einen Punkt, der Abstand auf den Tabellenvierten aus München beträgt trotzdem noch beachtliche zehn Zähler. Zudem setzten die Dresdner durch das 0:1 eine Negativserie fort: Sie konnten auch im dritten Anlauf im traditionsreichen wie altehrwürdigen Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße nicht gewinnen und kein Tor erzielen. Bei den zwei bisherigen Auftritten in dieser Saison, dem 0:3 gegen den FC Bayern II und dem 0:1 gegen Türkgücü München, war dies ebenfalls nicht gelungen.

Wieder eine Niederlage in München und wieder kein Tor für den Gast - Dynamo setzt seine Negativserie im Stadion an der Grünwalder Straße fort.
Wieder eine Niederlage in München und wieder kein Tor für den Gast - Dynamo setzt seine Negativserie im Stadion an der Grünwalder Straße fort. © PICTURE POINT

Dabei lief es zunächst richtig gut, die Dresdner hätten schon früh in Führung gehen können. Nach einer geschickten Einwurfvariante tauchte Christoph Daferner alleine vor Löwen-Torwart Marco Hiller auf, scheiterte aber in der achten Minute. Nur zwei Minuten später jubelte der Stürmer bereits – doch zu früh. Der Schiedsrichter-Assistent hob seine Fahne und das völlig zurecht.

Daferner kam aus dem Abseits, bevor er zum vermeintlichen 1:0 traf. Es war seine letzte auffällige Szene, kurz vor der Pause verletzte sich der 23-Jährige bei einem Zweikampf am linken Sprunggelenk, wurde von Philipp Hosiner ersetzt.

Dynamo kontrollierte zwar weiterhin die Partie, doch spätestens an der Strafraumgrenze fehlte es an der Präzision. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, weil wir unsere Chancen diesmal nicht genutzt haben. Trotzdem waren wir die bessere Mannschaft, deshalb war die Niederlage unverdient“, sagte Kapitän Sebastian Mai.

Eine Schrecksekunde musste der Spitzenreiter in der ersten Halbzeit überstehen. Nach einer Ecke kam Stürmer-Oldie Sascha Mölders in der 15. Minute an den Ball und hämmerte ihn aus acht Metern aufs Tor, wo Keeper Kevin Broll gerade noch mit den Fingerspitzen herankam und den Schuss an die Latte lenkte.

Kurz vor der Halbzeit geht bei Dynamos bestem Torjäger nichts mehr. Christoph Daferner verlässt das Spielfeld, nachdem er sich zuvor bei einem Zweikampf verletzt hatte.
Kurz vor der Halbzeit geht bei Dynamos bestem Torjäger nichts mehr. Christoph Daferner verlässt das Spielfeld, nachdem er sich zuvor bei einem Zweikampf verletzt hatte. © PICTURE POINT

Ex-Dynamo Dennis Erdmann, der kurz vor Schluss eingewechselt wurde, hatte das Duell vor dem Anpfiff zum Endspiel um den Aufstieg für die Sechziger erklärt, was von reichlich Zweckoptimismus zeugte. Der Rückstand auf einen Aufstiegsplatz betrug da zwölf Punkte, nach dem Sieg sind es nun neun.

Die Ausgangsposition für den Endspurt ist damit deutlich freundlicher, richtig gut ist sie dennoch nicht. „Unsere Saison ist relativ okay, aber wir waren nicht konstant genug, um weiter oben stehen zu können“, erklärte Quirin Moll, der zweite Ex-Dresdner im Kader von 1860. Der Mittelfeldspieler hatte sich im Januar einen Kreuzbandriss zugezogen.

Auch bei Dynamo war die Partie für einige Akteure eine Reise in die Vergangenheit. Gleich fünf Profis trugen früher das Trikot der Münchner: Daferner, Hosiner, Jonathan Meier und der derzeit verletzte Patrick Weihrauch in der Jugend sowie Yannick Stark in der 2. Bundesliga. Im Hinspiel hatte der Vize-Kapitän beim 2:1-Sieg noch den Ausgleich erzielt, nach seiner Schulterverletzung ist er nur noch Reservist.

Die entscheidende Szene des Abends: Vier Feldspieler und der Torwart schauen dem Ball hinterher, der den 1:0-Siegtreffer für 1860 bringt.
Die entscheidende Szene des Abends: Vier Feldspieler und der Torwart schauen dem Ball hinterher, der den 1:0-Siegtreffer für 1860 bringt. © PICTURE POINT

Nach der Pause hatten die Löwen die erste Chance, der Schuss von Merveille Biankadi verfehlte knapp das Ziel (47.). Davon abgesehen behielten die Dresdner jedoch die Kontrolle, die Münchner rannten immer wieder an, sich aber auch meistens fest. Die Defensive stand, wie schon in den vergangenen Wochen, lange sicher. Und wenn der Gegner doch mal zum Abschluss kam, rettete Innenverteidiger Tim Knipping – nach gut einer Stunde sogar doppelt. In der Offensive krankte es dagegen wieder an der fehlenden Präzision.

Das war auch Kauczinski aufgefallen, „aber manchmal gibt es dafür keine Erklärung“, sagte er. Fast logisch also, dass die erste gefährliche Aktion nach dem Seitenwechsel ein Fernschuss war. Heinz Mörschel zirkelte den Ball knapp über das Dreiangel (68.). Nach einer Ecke scheiterte Knipping mit einem Kopfball (74.).

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In der Schlussviertelstunde erhöhten die Münchner das Risiko, damit boten sich aber auch Räume für die Gäste, die sie jedoch nicht nutzen. Ransford-Yeboah Königsdörffer hatte in der 84. Minute die Riesenchance zur Führung, verzog völlig freistehend. Und das wurde knallhart bestraft. Einen Konter vollendete Philipp Steinhart (86.) mit einem platzierten Schrägschuss zum 1:0 der Münchner. Es war gleichzeitig der Endstand. „Die Niederlage tut weh“, gestand Kauczinski. Am Ostersonntag spielt Dynamo nun gegen den Zweiten Rostock.

Niederlage durch ein spätes Gegentor - der Liveticker zum Nachlesen.

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