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Ex-Trainer Janßen bei Dynamo-Konkurrent

Mit Viktoria Köln soll der Chefcoach den Abstieg verhindern. Dabei könnten ihm die Erfahrungen helfen, die er einst in Dresden gemacht hat.

Olaf Janßen war 2013/14 als Cheftrainer bei Dynamo, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. Jetzt übernimmt er beim Liga-Konkurrenten Viktoria Köln.
Olaf Janßen war 2013/14 als Cheftrainer bei Dynamo, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. Jetzt übernimmt er beim Liga-Konkurrenten Viktoria Köln. © Robert Michael

Köln/Dresden. Olaf Janßen hat einen neuen Verein gefunden, wobei Viktoria Köln für ihn kein Neuland ist. Bereits von Januar bis Juni 2018 stand der 54-Jährige dort an der Seitenlinie, zuletzt war er als Assistent von Bruno Labbadia bei Hertha BSC tätig und am 24. Januar bei den Berlinern gemeinsam mit dem Chefcoach entlassen worden. Es war seine sechste Station seit dem Ende bei Dynamo Dresden im Mai 2014.

Seine Zeit in Dresden endete mit einer Enttäuschung. Janßen konnte als Trainer den Abstieg aus der 2. Bundesliga nicht verhindern. Er war nach dem verpatzten Saisonstart mit je zwei Unentschieden und Niederlagen Anfang September 2013 als Nachfolger von Peter Pacult präsentiert worden, unter dem die Schwarz-Gelben zuvor den Klassenerhalt über die Relegation geschafft hatten.

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Janßen führte zunächst einen Stimmungswandelt herbei. Er schaffte es, Profis und Fans gleichermaßen zu begeistern, weil er selbst mit ehrlicher Begeisterung bei der Sache war. So setzte er sich auch abseits des Platzes für den Verein ein, etwa, als er bei der Mitgliederversammlung die Fanszene beschwor, für einen Kompromiss mit dem DFB zu stimmen. Nachdem Dynamo wegen Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund vom Wettbewerb ausgeschlossen worden war, hatte die SGD den Weg durch die Instanzen angetreten. In der emotionalen Debatte stimmte die Mehrheit schließlich dem Vorschlag zu, die Strafe auf ein Geisterspiel zu mindern, gleichzeitig wurden mehrere andere Vorkommnisse, die beim DFB-Sportgericht anhängig waren, damit abgegolten.

Der "Höllenritt" endet in einem Desaster

Den Kampf gegen den Abstieg beschrieb Janßen als "Höllenritt" und leitete einen Aufschwung ein: Am 13. Spieltag konnte Dynamo mit einem 3:1-Sieg bei 1860 München die rote Zone verlassen und über den Strich springen. Danach wurden jedoch 13 Spiele in Folge nicht gewonnen, es gab zu viele Unentschieden - insgesamt 17 in der Saison. Mit einer von Ausschreitungen überschatteten 2:3-Niederlage zu Hause gegen Arminia Bielefeld am letzten Spieltag verpassten die Dresdner sogar die Relegation und mussten direkt runter in die 3. Liga. Ein Desaster in jeder Hinsicht.

Janßen erklärte daraufhin seinen Rücktritt, bevor der Verein die beschlossene Trennung bekanntgeben konnte. Seine Analyse damals: "Für mich ist mit dem Abpfiff eine Welt zusammengebrochen, weil wir uns unheimlich viele Möglichkeiten erarbeitet hatten, die nötigen Punkte zu holen. Doch die haben wir liegenlassen. Das ist viel schlimmer, als sagen zu müssen: Es war nicht mehr drin." Und sein persönliches Fazit: "Ich bin in acht Monaten zu einem erfahrenen Trainer geworden."

Wunschkandidat in seiner Heimatstadt Köln

Nun also steht er wieder in der Verantwortung - und wieder geht es darum, einen Absturz zu verhindern, was ihm beim FC St. Pauli schon einmal unter schwierigen Voraussetzungen gelungen war. Viktoria Köln steht zwar in der Tabelle auf Platz 14 mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze, hat aber seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen. Wegen dieser sportlichen Talfahrt war Pavel Dotchev vor einer Woche entlassen worden.

"Olaf war unser Wunschkandidat", sagte Sportvorstand Franz Wunderlich. Wir kennen uns gut und beide wissen, was sie aneinander haben. Er kennt den Verein und das Umfeld sehr gut. Seine Kompetenz ist unbestritten." Für Janßen ist es "ein Nachhausekommen", wie er sagt: "Alles fühlt sich sehr vertraut und gut für mich an. Köln ist meine Stadt, meine fünf Kinder sind hier geboren." In seiner ersten Amtszeit war er mit Viktoria in der Regionalliga West in 18 Spielen ungeschlagen geblieben, hatte zwölf gewonnen. Am Ende fehlten dennoch vier Punkte hinter dem KFC Uerdingen zum Aufstieg in die 3. Liga, Janßen wechselte als Assistent von Labbadia zum VfL Wolfsburg.

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