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Ist ein Ex-Dynamo Kandidat als nächster Trainer?

Mit Chefcoach Alexander Schmidt können die Dresdner den Aufstieg perfekt machen. Aber bleibt er dann - oder kommt ein Neuer? Uwe Rösler soll im Gespräch sein.

Noch zeigt Uwe Rösler bei Fortuna Düsseldorf, wo es langgeht, aber sein Vertrag wurde bislang nicht verlängert. Das nährt Spekulationen.
Noch zeigt Uwe Rösler bei Fortuna Düsseldorf, wo es langgeht, aber sein Vertrag wurde bislang nicht verlängert. Das nährt Spekulationen. © dpa/Friso Gentsch

Von Sven Geisler und Jürgen Schwarz

Dresden. Das Gerücht kommt unverhofft - und auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Schließlich geht es für Dynamo Dresden darum, am Sonntag mit einem Heimsieg gegen Türkgücü den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt zu machen. Der Ausblick auf die neue Saison ist vorerst also offiziell kein Thema, andererseits wäre es blauäugig und unprofessionell, wenn der Verein nicht schon planen würde - auch personell.

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Sportgeschäftsführer Ralf Becker hatte den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Cheftrainer Markus Kauczinski nicht verlängert, als es für die Schwarz-Gelben gut lief, und schließlich am 25. April beurlaubt, um nach vier Spielen ohne Sieg und den enttäuschenden Auftritten in Unterhaching (0:2) und gegen Halle (0:3) einen neuen Impuls zu setzen. Das ist aufgegangen: Unter Nachfolger Alexander Schmidt hat Dynamo drei der jüngsten vier Spiele gewonnen, noch kein Gegentor kassiert und Tabellenplatz eins zurückerobert.

Aber auch zu Schmidt gab es bislang kein Bekenntnis über diese Spielzeit hinaus. Bei der Pressekonferenz, auf der der 52 Jahre alte Augsburger vorgestellt wurde, hieß es lediglich, es sei alles vorstellbar.

Allerdings spricht einiges dafür, dass Becker schon vorher einen neuen Trainer für die nächste Spielzeit mindestens kontaktiert, möglicherweise sogar schon verpflichtet haben könnte. Als ein Kandidat wurde Tim Walter gehandelt, den Becker 2018 zu Holstein Kiel geholt hatte. Der 45-Jährige ging nach einem Jahr zum VfB Stuttgart, wo er im Dezember 2019 entlassen wurde. In Dresden könnten beide nun zusammenarbeiten.

Bei Fortuna Düsseldorf vor dem Aus

Doch nach einem Bericht der Rheinischen Post gibt es mindestens einen weiteren heißen Anwärter auf den Trainerstuhl bei Dynamo - und das ist ein alter Bekannter. Denn Uwe Rösler spielte von Januar 1991 bis Juli 1993 sowie noch mal von Februar bis Juni 1994 für die SGD, bestritt insgesamt 53 Punkt- sowie zwei Europapokalspiele und erzielte sieben Tore.

Dynamos Mannschaft vor der Saison 1993/94: Hinten .v. l.: Detlef Schößler, Miroslav Stevic, Ralf Hauptmann, Mario Kern, Olaf Marschall, Uwe Rösler, Uwe Jähnig, Matthias Maucksch, Sven Kmetsch. Mitte: Zeugwart Rainer Nikol, Masseur Horst Friedel, Mannschaf
Dynamos Mannschaft vor der Saison 1993/94: Hinten .v. l.: Detlef Schößler, Miroslav Stevic, Ralf Hauptmann, Mario Kern, Olaf Marschall, Uwe Rösler, Uwe Jähnig, Matthias Maucksch, Sven Kmetsch. Mitte: Zeugwart Rainer Nikol, Masseur Horst Friedel, Mannschaf © Archivfoto: imago

Derzeit steht der der 52-Jährige bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag, hat aber mit Zweitligisten kaum noch eine Chance, die angestrebte Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen. Laut Rheinischer Post sieht es derzeit so aus, als würden sich die Düsseldorfer Verantwortlichen um Ex-Nationalspieler Klaus Allofs dazu entscheiden, den Vertrag von Rösler nicht zu verlängern. Die Zeitung bringt ihn nicht nur wegen seiner Vergangenheit in Dresden mit Dynamo in Verbindung, sondern interpretiert Röslers Aussagen zu seinem Ex-Verein. Auf die Frage, ob er sich auf die zweite Liga mit Teams wie Schalke, 1860 München und Hansa Rostock freue, habe er beispielsweise geantwortet: "Man darf da einen ganz großen Verein nicht vergessen: Dynamo Dresden."

Rösler sei dem Klub seit seiner Station als Spieler noch sehr verbunden, schätze besonders die Fankultur von Dynamo.

Rückblende: Im Januar 1991 wechselte der gebürtige Altenburger innerhalb der DDR-Oberliga aus Magdeburg nach Dresden. Ein Spektakel, denn der gerade erst 23 Jahre alt gewordene Angreifer war zu dieser Zeit der teuerste Transfer, der innerhalb von Ostdeutschland getätigt wurde. Bereits vor der Saison hatte sich Dynamo um den hoch aufgeschossenen und schnellen Stürmer bemüht, "aber Magdeburg wollte auch in die Bundesliga und ließ mich natürlich nicht zu einem direkten Konkurrenten ziehen", erzählte er in einem Gespräch für das Buch "Dynamo Dresden. Legenden. Schicksale. Geschichten."

Entscheidend für Dynamos Bundesliga-Qualifikation

Zur Winterpause hatte sich die sportliche Situation geändert, "der FCM lag nicht mehr gut im Rennen und finanziell ging es dem Verein auch schlecht. Die brauchten die Ablöse für mich, um die Spielergehälter weiter zu zahlen." Rösler stand in den 13 Rückrundenspielen für Dynamo auf dem Platz und schoss drei Oberligatore. Am 11. Mai 1991 gewannen die Schwarz-Gelben ihr Heimspiel gegen Magdeburg mit 1:0 – Torschütze Uwe Rösler. Eine Woche später war mit dem 2:1 bei Lok Leipzig die Bundesliga-Qualifikation erreicht. Rösler hatte alles richtig gemacht.

Kehrt er jetzt als Trainer zurück? Es spricht einiges dafür, aber es gibt auch einige Fragen wie: Hat sich Rösler schon vor Wochen für den Abschied aus Düsseldorf entschieden und mit Becker verhandelt? Was hat Becker tatsächlich mit Alexander Schmidt vereinbart, falls er Dynamo zum Aufstieg führt? Hat sich Schmidt bewusst auf ein kurzfristiges Engagement eingelassen? Das wäre nicht auszuschließen angesichts seiner bisherigen Stationen und der sicher vereinbarten Aufstiegsprämie. Zudem würde er im Erfolgsfall interessant für andere Klubs - und das sicher nicht nur als Retter in der Not.

Mit Rösler hätte Becker einen Nachfolger, der den Dynamo-Fans sicher auch dann zu vermitteln wäre, wenn sie am Sonntag mit Schmidt den Aufstieg feiern.

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Rösler spielte als Profi in England, ist bei Manchester City eine Legende. Als Trainer war er unter anderem bei den norwegischen Erstligisten Lillestrøm SK und Viking Stavanger (01/2007), den er als Meisterschaftsdritten in den Uefa-Cup führte, sowie Molde FK. In England betreute er den FC Brentford, Wigan Athletics, Leeds United und Fleetwood Town. Vor seiner Rückkehr nach Deutschland und dem Engagement bei Fortuna Düsseldorf war Rösler mit dem schwedischen Traditionsklub Malmö FF erfolgreich und qualifizierte sich für die Europa League.

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