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Dynamos Broll warnt: Das wird kein Affentheater

Der Torwart rettet den Dresdnern das 0:0 gegen Verl. Wie er das Spiel einschätzt und warum er im Saison-Endspurt entspannt bleibt - dazu seine Paraden hier im Video.

Kevin Broll zeigt wo es lang geht. Dynamos Torwart behält beim Remis gegen Verl die Nerven und bleibt auch im spannenden Aufstiegsrennen gelassen.
Kevin Broll zeigt wo es lang geht. Dynamos Torwart behält beim Remis gegen Verl die Nerven und bleibt auch im spannenden Aufstiegsrennen gelassen. ©  dpa/Robert Michael

Paderborn. „Ich werde heute nicht gut schlafen können“, meint Justin Eilers nach dem Schlusspfiff. Ausgerechnet Dynamos Aufstiegsheld von 2016, damals mit 23 Treffern bester Torjäger der 3. Liga, vergab die beste Chance für den überlegenen SC Verl gegen seinen Ex-Verein. Die unruhige Nacht bescherte ihm Kevin Broll, denn der Dresdner Torwart erwischte am Dienstagabend gegen den Aufsteiger einen richtigen guten Tag. Mit seinen Paraden brachte er Eilers und die anderen Offensivkräfte von Verlgleich mehrfach zum Verzweifeln.

Der 25 Jahre alte Schlussmann ist für seine klaren Worte bekannt, sorgte unter anderem nach dem 0:3 gegen Halle mit einer Wutrede für Aufsehen. Doch nach dem schwachen Auftritt gegen eine spielstarke und ausgeruhte Verler Mannschaft zeigt sich Broll gelassen. Im Interview spricht er darüber, was der Punkt im Aufstiegskampf wert ist und warum ihn die Konkurrenz nicht interessiert.

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Kevin Broll, wie haben Sie das 0:0 gegen Verl erlebt?

Es war ein sehr zerfahrenes Spiel. Die ersten zehn Minuten wussten die Jungs nicht, was los ist. Eigentlich sollte es aus dem Hinspiel noch in den Köpfen gewesen sein, dass die super Fußball spielen können. Die Wirbelwinde von Verl haben immer nur mit einem Kontakt gespielt. Das war verrückt. Deswegen stehen sie auch so weit oben. Bei uns hat der letzte Pass und die letzte Qualität nach vorne gefehlt. Dann schießt du hier auch kein Tor.

Warum hat es nicht für einen Sieg gereicht? War Verl so gut, Dynamo so schwach oder die Beine zu schwer?

Von allem etwas. Verl ist eine spielstarke Truppe, die schon seit Jahren zusammenspielt. Nur ein paar Offensivakteure wurden dazu geholt. Es steckt viel Qualität in der Mannschaft. Wie sie heute vor allem in der ersten Halbzeit gespielt und jede Lücke genutzt haben, das war top. Hinten sind sie aber fehlerhaft, das haben wir zweimal gezeigt. Leider aber nur zweimal und nichts daraus gemacht. Mit dem Kopf, den schweren Beinen und den vielen Reisen ist es gerade aber schwer. Ich will nicht rumheulen. Sonst heißt es wieder, dass wir nicht jammern sollen.

Dynamos Kampf gegen Verl - die Höhepunkte im Video:

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Mit Sebastian Mai und Julius Kade sind zwei Spieler kurzfristig ausgefallen. Welchen Einfluss hatte das?

Wir haben auch gute Jungs hinten drin. Julius Kade hat sich die letzten zwei Spiele einen Wolf gerannt. Es war klar, dass da irgendwann der Muskel zumacht oder irgendwas anderes passiert. Basti Mai fehlt uns mit seiner Monster-Mentalität natürlich sehr. Wir haben aber schon mehrfach gezeigt, dass wir das kompensieren können. Dafür haben wir die Jungs draußen, die alles reinschmeißen und das Herz in die Hand nehmen müssen.

Die Tabellenspitze der 3. Liga ist enger zusammengerutscht. Die ersten vier Teams trennen nur zwei Punkte. Was ist der Punktgewinn in Verl wert?

Der kann viel wert sein. Wir dürfen aber nicht auf andere gucken, sondern müssen unsere eigenen Hausaufgaben machen. Heute ohne Gegentor – ok. Mit dem letzten Punch hätte auch noch das 1:0 herausspringen können. Man muss aber den Hut vor Verl ziehen. Das war nach vorne aller erste Sahne. Dass ich so einen guten Tag erwische, das ist super für uns und blöd für die. Aber so ist das nun einmal.

Neben Hansa Rostock und dem FC Ingolstadt ist jetzt auch 1860 München wieder voll im Aufstiegsrennen (neuer Dritter, punkgleich mit Ingolstadt zwei Zähler hinter Dynamo und Rostock/Anm. d. Red.). Wer ist der gefährlichste der drei Gegner?

Mit dem Lauf von 1860 muss man aufpassen. Ich gucke aber nicht auf andere, die sind mir egal.

Neun Punkte sind in den letzten drei Spielen noch zu vergeben. Was macht das mit Ihrem Nervenkostüm?

Ich sehe das entspannt. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und das gut. Dafür müssen auch der letzte Pass und die Qualität nach vorne wieder stimmen. Wir können nicht immer hoffen und beten. Ich will die letzten beiden Partien nicht schlecht reden, aber heute hat das immens gefehlt, auch wenn die Beine und der Kopf etwas neben der Spur waren.

Immerhin haben Sie die letzten drei Partien kein Tor kassiert. Wird das auch die Marschrichtung für Samstag gegen Viktoria Köln sein?

Ich will nicht irgendwelche Sätze sagen. Wir wollen weiterhin so konzentriert auftreten, wie in den letzten drei Spielen. Natürlich wollen wir am Samstag gewinnen, Viktoria will das aber auch. Jeder will das. Das wird kein Affentheater, sondern wieder richtiger Kampf. Da müssen wir vollen Mutes und hoffentlich mit frischen Wind rangehen.

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