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Dynamos Spielmacher erfolgreich operiert

Patrick Weihrauch kämpft seit Januar mit einer Verletzung im Sprunggelenk. Jetzt wurde Narbengewebe entfernt - nach dem Eingriff hofft er bald auf ein Comeback.

Dynamo-Profi Patrick Weihrauch ist seit Januar verletzt. Nun wurde ihm Narbengewebe im rechten Sprunggelenk entfernt.
Dynamo-Profi Patrick Weihrauch ist seit Januar verletzt. Nun wurde ihm Narbengewebe im rechten Sprunggelenk entfernt. © Jan Huebner

Dresden. Was macht eigentlich …? Patrick Weihrauch hat so lange nicht mehr für Dynamo gespielt, dass man denken könnte, der 27-Jährige habe Dresden verlassen. Das hat er tatsächlich, aber nur für ein paar Tage. Dort wurde er am Mittwochvormittag im "Artemed Klinikum München Süd" von Dr. Florian Dreyer erneut am verletzten rechten Sprunggelenk operiert, dabei wurde mit einem arthroskopischen Eingriff Narbengewebe entfernt.

"Mir geht es den Umständen entsprechend gut und ich hoffe, dass die anstehende Rehabilitation nun ohne neuerliche Rückschläge verlaufen wird", wird Weihrauch in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert. "Ich brauche jetzt noch etwas Geduld, bis ich wieder ohne Einschränkungen zusammen mit meinen Teamkollegen und dem Ball am Fuß auf dem Trainingsplatz stehen werde."

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"Es ist auf jeden Fall ein Rückschlag“, hatte er im Gespräch mit Sächsische.de bereits vor der Operation gesagt - und seine Situation geschildert.

Beim ersten Eingriff im Januar wurden freie Gelenkkörper entfernt und das Innenband versorgt. Damals war klar, dass der Mittelfeldspieler mehrere Monate ausfällt. Für ihn persönlich, aber auch für Dynamo war das eine Hiobsbotschaft, immerhin hatte er zuvor in 18 Spielen in der 3. Liga drei Tore erzielt und fünf vorbereitet. „Ich hatte mich sehr gut eingelebt, alles war perfekt. Dann kam dieser brutale Schlag ins Gesicht“, sagt Weihrauch.

"Als würde ein Stein in der Tür klemmen"

In der Reha hat er um sein Comeback gekämpft, das sich bereits zum Ende der Vorsaison abzeichnete, aber nicht mehr zustande kam. Im Sommer wollte er angreifen, aber nach einer Woche Vorbereitung und zwei Einwechslungen in den Testspielen gegen Hertha BSC II und Jablonec zog er sich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu, konnte nicht mit ins Trainingslager fahren. „Ich denke, auch der hing zu 99,9 Prozent mit meinen Problemen im Sprunggelenk zusammen“, meint Weihrauch.

Er hatte keine starken Schmerzen, sondern ein Blockadegefühl. „Als würde ein Stein in der Tür klemmen, und man kann sie nicht öffnen. Es war nie so, dass ich gesagt hätte: Ich bin richtig befreit im Training, eher so, dass ich keine große Freude hatte, weil es mich sehr eingeschränkt hat. Deshalb konnte ich nie zeigen, was ich drauf habe.“ Eine Kontrolluntersuchung in der vorigen Woche brachte Klarheit: Im Sprunggelenk hat sich sehr starkes Narbengewebe gebildet, das entfernt werden musste.

Weihrauch ist nach der Diagnose sogar erleichtert. „Ich habe es mir nicht eingebildet“, sagt er. „Es wäre schlimmer für mich, wenn er gesagt hätte: Patrick, es ist alles in Ordnung, aber es wird noch dauern, und ich kann dir nicht sagen, wie lange.“ Eine genaue Prognose gibt der Arzt nicht, aber es gehe nicht um Monate, sondern um Wochen. Vielleicht hätte sich Weihrauch früher Klarheit verschaffen sollen, aber darüber muss er nicht grübeln. Die Ansage nach der ersten Operation war, dass gerade die Beweglichkeit länger Probleme bereiten konnte. „Es ging ja vorwärts, wenngleich in sehr kleinen Schritten, erst in den letzten zwei Wochen wurde es sogar schlechter. Ich habe vermutet, dass etwas entfernt werden muss“, sagt Weihrauch.

Das Lachen in der schweren Zeit nicht verlernt

Deshalb hat er nicht lange gezögert. „Vor fünf, sechs Jahren hätte ich wahrscheinlich auf die Zähne gebissen, vielleicht ein paar Tabletten genommen und es weiter probiert“, meint der einstige Jugend-Nationalspieler, der beim FC Bayern im Triple-Jahr 2012/13 mehrmals im Kader stand. „Man lernt in den Jahren seinen Körper besser kennen.“ Seine Einstellung: „Ich hatte in meiner Karriere schon andere negative Erlebnisse und bin stärker zurückgekommen. Das werde ich wieder tun.“

So war er bei Arminia Bielefeld lange verletzt, hat aber noch in fünf Einsätzen seinen Teil zum Bundesliga-Aufstieg beigetragen. Danach wechselte Weihrauch zu Dynamo, weil er die Chance für einen erfolgreichen Neustart für sich und den Verein sah. Mit dem sofortigen Wiederaufstieg hat sich das bestätigt. Jetzt wäre er gerne dabei. „Ich denke schon, dass ich der Mannschaft auch in der zweiten Liga helfen kann. Darauf arbeite ich hin.“ 82 Spiele hat er für Würzburg und Bielefeld bereits im Unterhaus bestritten, mit seiner Erfahrung und Kreativität wäre er für Dynamo eine besondere Option.

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Natürlich habe es Tage gegeben, an denen er nicht so gut drauf war, räumt Weihrauch ein. „Man hat nicht immer Lust auf Krafttraining und Fahrrad fahren in der Reha.“ Aber seine Freundin Stefanie, mit der er in Dresden lebt, hat ihm ein großes Kompliment gemacht. „Sie finde es echt gut, dass ich mein Lachen in der schweren Zeit nicht verloren habe“, erzählt Weihrauch. „Ich glaube, sie hatte es nicht allzu schwer mit mir.“ Nun hofft er, bald endlich wieder befreit aufspielen zu können.

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