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Dynamo dreht wildes Spiel und baut Führung aus

Zwei Elfmeter, Platzverweis, umstrittene Entscheidungen: Der 4:2-Sieg gegen Viktoria Köln bietet viel Unterhaltung - die Analyse und die Reaktionen.

Philipp Hosiner jubelt nach seinem verwandelten Elfmeter zum 2:2, Kölns Torwart Sebastian Mielitz ist bedient.
Philipp Hosiner jubelt nach seinem verwandelten Elfmeter zum 2:2, Kölns Torwart Sebastian Mielitz ist bedient. © Foto: Jan Huebner

Von Daniel Klein und Jens Maßlich, Köln

Die Serie hält und wieder gewinnt Dynamo ein Spiel, das auch mit einem Unentschieden oder gar einer Niederlage hätte enden können. Bei der m letzten Drittligapartie des Jahres setzen sich die Dresdner im ersten Duell der Vereinsgeschichte bei Viktoria Köln mit 4:2 durch. "Der Gegner war griffiger, hat uns immer wieder vor Probleme gestellt. Doch am Ende gewinnen wir", fasst Trainer Markus Kauczinski die 90 Minuten zusammen. "Wir haben nie aufgehört, daran zu glauben und mit den Wechseln das Spiel auf unsere Seite gebracht."

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Für Verteidiger Jonathan Meier war es "ein Arbeitssieg und guter Abschluss". Durch ein 3:3-Unentschieden im Verfolgerduell zwischen Saarbrücken und Ingolstadt baut Dynamo die Tabellenführung auf sieben Punkte aus. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum turbulenten Spiel:

Warum gerät Dynamo so früh in Rückstand?

Es ist exakt eine Minute und 25 Sekunden gespielt, als Schiedsrichter Sven Waschitzki einen Elfmeter gegen Dynamo pfeift. Die Kölner fangen einen Freistoß der Dresdner ab, kontern gefährlich. Bei einer Eingabe trifft der Ball den angelegten Arm von Jonathan Meier. Der Unparteiische entscheidet auf Handelfmeter - was mindestens genauso strittig ist wie der Strafstoß, der am Dienstag gegen den SC Verl zum zwischenzeitlichen 1:1 geführt hatte. Lucas Cueto verwandelt für Viktoria, weil er in die Mitte schießt, Kevin Broll vergeblich nach rechts fliegt.

Warum gibt es für Dynamo nicht zwei Handelfmeter?

Das ist eine Frage, die sich nicht nur die Dresdner stellen. Elf Minuten nach dem ersten Handspiel gibt es auch eins im anderen Strafraum. Eine Hereingabe von Robin Becker bekommt Luca Stellwagen an den Unterarm. Diesmal lässt der Schiri aber weiterspielen, auch sein Assistent an der Seitenlinie, der beste Sicht hat, schreitet nicht ein. Die Proteste der Schwarz-Gelben sind nicht nur lautstark, sondern auch raumgreifend. Der Cheftrainer sprintet, obwohl das Spiel weiterläuft, auf den Platz, schreit, gestikuliert und hat Glück, dass er nicht verwarnt wird. In dieser Situation hätte ein Videoassistent helfen können, den es in der 3. Liga aber nicht gibt. "Die Szene ist vergleichbar mit der vor dem 0:1", findet Meier und plädiert daher auf Fehlentscheidung. Unmittelbar nach dem Handspiel hat Dynamo die beste Chance der ersten Hälfte, doch Philipp Hosiner wenige Meter vor dem Tor trifft den Ball nicht richtig.

Nach der Pause pfeift der Schiri doch noch einen Handstrafstoß für die Schwarz-Gelben. Der Ex-Dresdner Fabian Holthaus stoppt einen Schuss von Patrick Weihrauch mit dem Arm, Hosiner verwandelt sicher zum 2:2 (72.).

Wie fallen die weiteren Treffer?

Nach der Pause haben die Dresdner zunächst Glück, dass sie nicht noch weiter in Rückstand geraten. Kevin Holzweiler trifft den Pfosten (54.), Michael Seaton verfehlt knapp den Dreiangel (58.). Der Ausgleich zum 1:1 fällt dann etwas überraschend, wobei diesmal die Kölner ein nicht geahndetes Foul vor dem Treffer monieren. Der Schuss von Christoph Daferner scheint haltbar zu sein - bei der erneuten Führung der Kölner gilt das auf jeden Fall. Cueto zieht aus 16 Metern ab, Broll will den Ball mit beiden Händen fangen, doch er flutscht ihm zum 1:2 durch die Finger (65.). Ein klarer Torwartfehler. "Das darf mir natürlich nicht passieren", erklärt Broll hinterher.

Nach dem verwandelten Strafstoß zum 2:2 drehen die Dresdner die Partie, der eingewechselte Pascal Sohm setzt sich im Zentrum gekonnt durch und trifft zum 3:2 (78.). Es ist für den Ex-Hallenser das erste Tor nach seinem Wechsel zu Dynamo. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit sorgt er nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten Marvin Stefaniak mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung. "Es ist für einen Stürmer immer etwas Besonderes, wenn er das erste Mal trifft", erklärt Sohm. "Aber es war ein harter Kampf, weil Viktoria eine super Mannschaft hat. Doch wenn es läuft, dann läuft es."

Hat der Trainer Spieler fürs Pokalduell geschont?

Nein - oder wenn, dann nur ein Duo. Christoph Daferner und Ransford-Yeboah Königsdörffer, die Pascal Sohm und Agyemang Diawusie ersetzen, hätten sich den Startelf-Einsatz verdient, erklärt Kauczinski. "Sie waren am Dienstag gegen Verl reingekommen und haben es gut gemacht." Daferner rechtfertigt seine Nominierung mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1.

Bei den Kölnern ist die personelle Lage viel dramatischer. Lediglich ein Quartett von der 0:2-Niederlage gegen Uerdingen bleibt übrig: Torhüter Sebastian Mielitz sowie Luca Stellwagen, Jeremias Lorch und Lucas Cueto. Trainer Pavel Dotchev muss auf viele Stammkräfte wegen Verletzungen, Sperren und positiven Corona-Tests verzichten - wie etwa auf den Ex-Bundesliga-Profi Marcel Risse und den Ex-Auer Albert Bunjaku. Die Notelf macht es aber mehr als ordentlich. "Wir dürfen heute nicht verlieren, das ist traurig", meint Dotchev, der eine Mitschuld auch dem Schiedsrichter gibt. "Es gab da einige Szenen, nicht nur vor dem 1:1." Ins Detail will er jedoch nicht gehen.

Warum werden so viele Karten gezeigt?

Es ist ein wildes Spiel, woran der Schiedsrichter einen großen Anteil hat. Er verwarnt nicht nur sechs Spieler, sondern auch Dynamos Fitnesstrainer Matthias Grahé, der bei der Erwärmung hinter der Torlinie offensichtlich etwas hereingerufen hatte. Auch Kölns Sportvorstand Franz Wunderlich wird zunächst verwarnt, später sieht er sogar Gelb-Rot und muss auf die Tribüne.

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In der Nachspielzeit wird seine Mannschaft ebenfalls dezimiert, nach einer Beleidigung sieht Jeremias Lorch Rot. Bei all der Aufregung geht fast unter, dass Dynamo-Verteidiger Maximilian Großer sein Drittliga-Debüt gibt, er wird in der zweiten Minute der Nachspielzeit eingewechselt. In der vorigen Saison hatte er eine Minute gegen Osnabrück auf dem Platz gestanden. Und Justin Löwe gehört nach einer langwierigen Verletzung erstmals seit Ende Februar wieder zum Kader, er muss aber noch auf sein Comeback warten.

Der Liveticker vom turbulenten Spiel gegen Viktoria Köln: Hier zum Nachlesen

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