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Dynamo darf auch den Stehplatzbereich öffnen

Das Dresdner Gesundheitsamt genehmigt das Hygienekonzept. Eine pauschale Obergrenze gibt es nicht, weit mehr als 10.000 Fans sind möglich.

Die Plakate können wieder ausgerollt werden. Dynamos Fans dürfen zurück ins Rudolf-Harbig-Stadion. Je nach Buchungsverhalten im Ticketverkauf könnten es weit über 10.000 sein.
Die Plakate können wieder ausgerollt werden. Dynamos Fans dürfen zurück ins Rudolf-Harbig-Stadion. Je nach Buchungsverhalten im Ticketverkauf könnten es weit über 10.000 sein. © dpa/Robert Michael

Dresden. Die Nachricht kommt nicht unerwartet. Umso mehr überrascht jedoch der Inhalt der Pressemitteilung von Dynamo Dresden. Das Gesundheitsamt hat am Freitag das Hygienekonzept des Fußball-Drittligisten genehmigt. Damit sind ab dem Heimspiel im DFB-Pokal am 14. September gegen den Hamburger SV nicht nur wieder Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion zugelassen. Die Behörde folgte zudem dem Antrag des Vereins und gestattete die Öffnung des Stehplatzbereichs, also des K-Blocks, wo Dynamos lauteste und umtriebigste Fans ihren Stammplatz haben.

"Wir freuen uns sehr über die Entscheidung. Trotzdem wird das Stadionerlebnis auch in Dresden ein anderes als vor der Pandemie sein", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born in einem ersten Statement. Er bedankte sich vor allem beim Gesundheitsamt Dresden sowie den politischen Entscheidungsträgern in Sachsen und in der Stadt, "deren aktive Unterstützung diesen weiteren Schritt zurück zur Normalität erst möglich gemacht hat".

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Eine pauschale Obergrenze, beispielsweise mit 8.500 Zuschauern beim Bundesligisten RB Leipzig oder mit 4.411 Stadionbesuchern für den Zweitligisten Erzgebirge Aue, gibt es in Dresden nicht. Vielmehr hängt die genaue Zahl vom Buchungsverhalten beim Ticketverkauf ab. Dynamo strebt dabei die größtmögliche Auslastung des insgesamt 32.000 Zuschauer fassenden Rudolf-Harbig-Stadions an.

Sportgemeinschaft setzt auf Infektionsgemeinschaften

Dabei setzt die Sportgemeinschaft entscheidend auf das Prinzip der Infektionsgemeinschaft. Demnach sind gemeinsame Buchungen von bis zu zehn Personen möglich, sofern es sich dabei zum Beispiel um Familie, engen Freundeskreis und WG-Mitbewohner handelt. Jede Bestellung, unabhängig von der Größenordnung, bedeute einen freien Platz als Abstandshalter. Je kleinteiliger also die Bestellungen sind, desto mehr Abstandsplätze müsse es im Stadion geben, und desto geringer falle schließlich die Gesamtkapazität für Dynamo-Fans aus.

Wie die Abstandsregeln im Stehplatzbereich K-Block umgesetzt werden, teilte der Verein nicht mit. Überhaupt will man zunächst einmal noch den nächsten Montag abwarten. Auf der Grundlage des dann aktuellen Infektionsgeschehens in Sachsen unter Berücksichtigung der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat sollen am Dienstag in einer gemeinsamen Beratung mit den örtlichen Behörden die konkreten Vorgaben festgelegt werden.

Vereinsmitglieder haben auch diesmal Vorrang

Nach ersten Schätzungen und basierend auf Erfahrungswerten beim Buchungsverhalten dürften damit weit mehr als 10.000 Zuschauer beim DFB-Pokalspiel dabei sein. Am Mittwoch startet dann der Ticketverkauf für die Partie fünf Tage später gegen Hamburg. Nach Informationen von Sächsische.de sollen Vereinsmitglieder, die in der Vorsaison zugleich in Besitz einer Dauerkarte waren, Vorrang haben. Damit wird zugleich die Bedingung erfüllt, wonach ausschließlich personalisierte Tickets verkauft werden dürfen.

"Wir sind auf die Solidarität und Unterstützung eines jeden einzelnen Stadionbesuches angewiesen, um unser Hygienekonzept in der Praxis konsequent umsetzen zu können. Nur wenn alle bei der Einhaltung der Regeln mitziehen, wird die Rückkehr der Zuschauer auch bei künftigen Drittliga-Spielen möglich sein", betonte Geschäftsführer Born, der bereits in der Vorwoche Dynamos detailliertes wie ausgeklügeltes Hygienekonzept im Dresdner Gesundheitsamt vorgelegt hatte.

Darin ist unter anderem festgelegt, dass jeder Zuschauer verpflichtend eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und die vorgegebenen Abstandsregeln einhalten muss. Dies, das betonte der Verein in seiner Mitteilung, gilt vom Betreten bis zum Verlassen des Stadiongeländes. 

Ministerpräsident verteidigt Sachsens Corona-Weg

Die Genehmigung für Dynamo hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, nachdem auch Dresdens Zweitliga-Handballer vom HC Elbflorenz ihr Testspiel gegen Bundesligist Berlin an diesem Freitag vor knapp 1.000 Zuschauern in der heimischen Ballsportarena austragen dürfen. Und die Footballer der Dresden Monarchs haben die Erlaubnis erhalten, 1.500 Fans zum Spiel gegen Wroclaw am 20. September ins Heinz-Steyer-Stadion zu lassen. 

"Im Gesundheitsamt werden derzeit viele verschiedene Hygienekonzepte für Veranstaltungen aus dem Bereich Kultur, Wirtschaft und Sport geprüft, und es werden täglich mehr. Die Antragsteller müssen sich dabei an den geltenden Corona-Verordnungen des Freistaates Sachsen orientieren", erklärte Kai Schulz, Pressesprecher der Stadt Dresden, auf Nachfrage von Sächsische.de, und er betonte: "Grundsätzlich sind die Gespräche mit allen Veranstaltern in der Regel konstruktiv und zeugen von einem großen Verantwortungsbewusstsein für die aktuelle Situation."

Insgesamt passt die Entscheidung zur generellen Vorgehensweise des Freistaats Sachsen im alltäglichen Umgang mit dem Coronavirus. "Es ist wichtig, dass wir alle gemeinsam weiter umsichtig handeln, zugleich aber Dinge möglich machen. Das betrifft auch den Sport und größere Sportveranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstagnachmittag nach einem Treffen mit dem Bündnis Teamsport Sachsen, dem auch Dynamo angehört. 

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Er habe großes Vertrauen in alle Beteiligten. "Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten im Freistaat sehr gute Erfahrungen gemacht mit verantwortungsvollen Entscheidungen vor Ort. Diesen Weg gehen wir weiter", erklärte Kretschmer.

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