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In der Nachspielzeit: Aue gibt ersten Sieg aus der Hand

Erzgebirge Aue war ganz nah dran am Sieg gegen den HSV. Am Ende blieb zwar nur ein Punkt, doch die Sachsen verließen immerhin den letzten Platz.

Der Moment der Ernüchterung: Aues Dirk Carlson (l) erzielt ein Eigentor zum 1:1, Torwart Martin Männel (M) und Gaetan Bussmann können das Tor nicht verhinderrn.
Der Moment der Ernüchterung: Aues Dirk Carlson (l) erzielt ein Eigentor zum 1:1, Torwart Martin Männel (M) und Gaetan Bussmann können das Tor nicht verhinderrn. ©  dpa/Robert Michael

Aue. Dem FC Erzgebirge Aue fehlten nur wenige Sekunden zum ersten Saisonsieg in der 2. Fußball-Bundesliga, doch ein Eigentor von Dirk Carlson brach dem Kumpelverein nach großem Kampf das Herz. Der Verteidiger (90.+4 Minute) köpfte gegen den Hamburger SV in der Nachspielzeit ins eigene Netz, so dass für Aue letztlich nur ein 1:1 (1:0) auf der Anzeigetafel stand. Vor 7.750 Zuschauern hatte Antonio Jonjic (23. Minute) am Freitagabend die Führung für Aue erzielt, das trotzdem mindestens bis zum Sonntag immerhin nicht mehr Letzter ist. Nach einem Foul an Sonny Kittel sah Aues Soufiane Messeguem (69.) die Rote Karte.

"Ich weiß nicht, ob ich schon mal bitterer um einen Sieg gebracht worden bin. Dirk hat ein unglaubliches Spiel gemacht. Wir haben das nicht verdient, aber danach fragt keiner mehr", sagte Verteidiger Sören Gonther bei Sky. Am Ende dürfe es eigentlich nur einen Sieger geben. Martin Männel meinte: "Im ersten Moment ist man frustriert. Aber wenn man sich den Rest des Spiels in Ruhe anschaut, gibt es viel Grund für Optimismus in den nächsten Wochen."

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Hamburgs Torwart Daniel Heuer Fernandes (l) kann das Tor zum 1:0 nicht verhindern während Aues Babacar Gueye (r) jubelt.
Hamburgs Torwart Daniel Heuer Fernandes (l) kann das Tor zum 1:0 nicht verhindern während Aues Babacar Gueye (r) jubelt. ©  dpa/Robert Michael

Für Interimscoach Marc Hensel, der nach der Länderspielpause aufgrund der fehlenden Fußballlehrerlizenz nicht als Cheftrainer weitermachen darf, war es ein fast gelungener Abschluss des erneuten Intermezzos. Hensel hatte vor dem Spiel angekündigt, dem HSV den Abend im Erzgebirgsstadion möglichst unangenehm machen zu wollen. Doch davon war zunächst wenig zu merken. Die Gäste hatten die reifere Spielanlage, präsentierten sich ballsicher und komplett überlegen im Mittelfeld. Die logisch folgende erste gute Chance von Robert Glatzel (9.) klärte die Aue-Abwehr zu einer Ecke.

Die erste Möglichkeit für Aue kam aus dem Nichts. Messeguem passte den Ball von links flach und scharf durch den Strafraum, Hamburgs Verteidiger Jonas David (18.) unterlief beinahe ein Eigentor. Hensel war mit dem ersten Lebenszeichen zufrieden, trieb seine Profis von der Seitenlinie leidenschaftlich an.

Das half. John Patrick Strauß setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und flankte ins Zentrum. Dort wollte der unglückliche David den Ball klären, köpfte jedoch Jonjic an. Vom Hinterkopf des Angreifers flog der Ball zur Überraschung aller ins Hamburger Tor. Danach blieb der HSV zwar spielbestimmend, doch Aue kam nun mit mehr Selbstvertrauen und vor allem öfter zu Kontern und Chancen. So hätte Babacar Gueye (45.+1) das 2:0 erzielen müssen, doch sein Kopfball strich um Zentimeter am langen Pfosten vorbei.

Ein Sinnbild der Hoffnung: Aues Clemens Fandrich jubelt nach dem Tor zum 1:0.
Ein Sinnbild der Hoffnung: Aues Clemens Fandrich jubelt nach dem Tor zum 1:0. ©  dpa/Robert Michael

Der HSV war in den vergangenen Jahren ohnehin ein gern gesehener Gast im Erzgebirge. Im Februar 2020 siegte der FCE souverän 3:0, ein Jahr später erkämpfe man sich nach einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3. Und obwohl spielerisch deutlich schwächer als die Hanseaten, war den Gastgebern in Sachen Moral und Einstellung nichts vorzuwerfen.

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Auch nach dem Wechsel hatte Gueye (55.) den ersten guten Abschluss. Doch sein Schuss von der Strafraumgrenze war zu zentral. Dann dezimierte Aue sich selbst, nachdem Messeguem Kittel von hinten in die Beine trat. Den Gästen fiel trotzdem überhaupt nichts ein, Chancen gab es keine. Bis der Ball in der Nachspielzeit im letzten Angriff an die Latte klatschte, bevor Carlsons Klärungsversuch im eigenen Netz landete. (dpa)

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