merken
Sport

RB schlägt sich in Budapest selbst

Leipzig ist im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Liverpool gleichwertig, legt den Reds aber zweimal auf. Für Barcelona kommt es noch übler.

Mohamed Salah (M oben) von Liverpool erzielt das Tor zum 0:1.
Mohamed Salah (M oben) von Liverpool erzielt das Tor zum 0:1. © dpa/Marton Monus

Von Florian Krebl und Thomas Lipinski

Budapest. Mit schweren Abwehr-Patzern hat sich RB Leipzig fast aller Chancen auf das Champions-League-Viertelfinale beraubt - und dem kriselnden FC Liverpool von Welttrainer Jürgen Klopp zu einem unheimlich wertvollen Sieg verholfen. Im coronabedingt nach Budapest verlegten Achtelfinal-Hinspiel verlor der leidenschaftlich kämpfende Bundesliga-Zweite gegen den englischen Meister in einer höchst intensiven Partie am Dienstagabend mit 0:2 (0:0).

Elbgalerie Riesa
Hier macht Shoppen glücklich!
Hier macht Shoppen glücklich!

"Alles bekommen. In Riesa." – dieses Motto lebt die Elbgalerie Riesa.

Im Rückspiel am 10. März an der legendären Anfield Road reicht Liverpool somit jedes Unentschieden zum Weiterkommen, Leipzig braucht dagegen einen hohen Erfolg auf der Insel. Mohamed Salah (53.) und Sadio Mane (58.) trafen nach hanebüchenen Fehlern von Marcel Sabitzer und Nordi Mukiele für die Reds.

Sadio Mane (M) von Liverpool erzielt das Tor zum 0:2.
Sadio Mane (M) von Liverpool erzielt das Tor zum 0:2. © dpa/Marton Monus

"Die Enttäuschung ist groß. Mit zwei so individuellen Fehlern in die zweite Hälfte zu starten, ist sehr ärgerlich. Über weite Strecken haben wir ein ordentliches Spiel gemacht", sagte Sabitzer bei DAZN.

Der Champions-League-Sieger von 2019 will nun in drei Wochen zuhause mit aller Macht den Einzug unter die letzten Acht perfekt machen, da sie nur noch in der Königsklasse eine Titelchance haben. In der Premier League hat das Klopp-Team 13 Punkte Rückstand auf die Spitze.

Das sagen die Trainer

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "In der ersten Halbzeit war es relativ ausgeglichen gestaltet. In der zweiten Halbzeit haben wir eigentlich ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir machen zwei krasse Fehler, die nicht nur auf diesem Niveau bestraft werden. Schlimmer war, dass wir unsere Chancen nicht verwerten. Wir waren nicht zwei Tore schlechter."

Jürgen Klopp (Teammanager FC Liverpool): "Leipzig ist eine richtige Top-Mannschaft und normalerwise können sie es besser umsetzen, als sie es heute gemacht haben. Aber wir waren heute gut. Wir waren wahrscheinlich besser, als viele gedacht haben. Wir haben sie zu den Fehlern gezwungen. Der zweite war unglücklich, aber das ist für Mukiele ein Drecksball. Und den ersten haben wir toll gepresst. Mir haben viele Dinge gut gefallen. Wir wissen, dass das Ding noch nicht durch ist. Wir sind ja nicht doof."

1 / 2

In der Puskas-Arena - wo das Hinspiel stattfand, weil der FC Liverpool aufgrund der in Großbritannien umhergehenden Corona-Mutation nicht nach Deutschland einreisen durfte - setzte Liverpool in der Innenverteidigung wieder auf Schalke-Leihspieler Ozan Kabak. In seiner allerersten Partie für Liverpool hatte er am Samstag beim 1:3 bei Leicester City im Zusammenspiel mit Torwart Alisson noch folgenschwer gepatzt.

Diesmal bekam Kabak es mit den flinken Leipzigern zu tun, die Klopp für dem Spiel bei DAZN mit einer "Gruppe junger, hungriger Hunde" verglich. Anstatt den Stoßstürmern Yussuf Poulsen und Alexander Sörloth vertraute Coach Julian Nagelsmann zunächst den quirligen Christopher Nkunku und Dani Olmo in vorderster Linie. "Wir haben uns für viel Geschwindigkeit entschieden", so Nagelsmann im Vorfeld.

Leipzigs Amadou Haidara (l) reagiert nach einer wegen Abseitsposition abgepfiffener Offensivaktion leicht genervt.
Leipzigs Amadou Haidara (l) reagiert nach einer wegen Abseitsposition abgepfiffener Offensivaktion leicht genervt. © dpa/Marton Monus

Und zu Beginn ging der Plan auf, Leipzig nutzte die fehlende Abstimmung in der Reds-Abwehr früh beinahe perfekt. Flügelflitzer Angelino setzte sich auf der linken Seite gut durch und flankte halbhoch in die Mitte auf Olmo (5.), der per Flugkopfball nur den Pfosten traf. In der Folge zog Liverpool sein berüchtigtes Pressing stärker auf und Leipzig stand defensiv nicht immer sicher.

Mit Leichtigkeit ließ sie sich von Trent Alexander-Arnold überspielen, dessen Steilpass Salah (15.) jedoch nicht im Tor unterbringen konnte - Leipzigs Keeper Peter Gulacsi parierte stark. In einem Spiel von höchster Intensität fand Liverpool immer besser zu seinem Stil, kontrollierte den Ball umsichtig und erspielte sich Chancen.

Leipzig beging derweil zu viele Fehler im Spielaufbau und Liverpool profitierte von dem Unzulänglichkeiten. Nach Hereingabe des Ex-Hoffenheimers Roberto Firmino zielte Mane (24.) mit dem Kopf nur knapp über das RB-Tor. Acht Minuten später überwand Liverpools Andy Robertson per Bogenlampe aus 40 Metern Gulacsi fast. Doch Robertsons Lupfer ging knapp drüber.

16.02.2021, Ungarn, Budapest: Fußball: Champions League, K.o.-Runde, Achtelfinale, Hinspiel, RB Leipzig - FC Liverpool in der Puskas Arena. Trainer Jürgen Klopp von Liverpool und Trainer Julian Nagelsmann (r) von Leipzig stehen am Spielfeldrand. Foto: Mar
16.02.2021, Ungarn, Budapest: Fußball: Champions League, K.o.-Runde, Achtelfinale, Hinspiel, RB Leipzig - FC Liverpool in der Puskas Arena. Trainer Jürgen Klopp von Liverpool und Trainer Julian Nagelsmann (r) von Leipzig stehen am Spielfeldrand. Foto: Mar © dpa/Marton Monus

Auch im zweiten Durchgang erwischte Leipzig einen vielversprechenden Start, nach einem Pass von Olmo scheiterte Nkunku (47.) frei an Alisson. Dass sich RB wenig später eklatante Abwehrfehler leistete, ärgerte Nagelsmann sichtlich. Erst spielte Sabitzer Salah den Ball in die Füße, der davonzog und eiskalt vollstreckte. Danach tauchte Mukiele unter einem langen Ball hinweg, sodass Mane alleine auf Gulacsi zulaufen konnte und problemlos einschob.

In der Nachspielzeit vergab der eingewechselte Hee-chan Hwang die große Chance zum Anschlusstreffer.

Paris nimmt Barca dank Mbappé auseinander

Superstar Lionel Messi droht mit dem FC Barcelona das früheste Aus in der Champions League seit 14 Jahren. Im Gigantenduell gegen den Vorjahresfinalisten Paris St. Germain mit dem überragenden Dreifachtorschützen Kylian Mbappe unterlag der spanische Topklub im Achtelfinal-Hinspiel mit 1:4 (1:1). Zuletzt war Barca 2007 schon in der Runde der letzten 16 gegen den FC Liverpool ausgeschieden.

Im Rückspiel am 10. März hat der französische Serienmeister mit den deutschen Nationalspielern Julian Draxler und Thilo Kehrer, die im Camp Nou beide eingewechselt wurden, Heimrecht. Den Parisern, die im Finale im August noch mit Trainer Thomas Tuchel 0:1 gegen Bayern München verloren hatten, winkt das erst zweite Viertelfinale in den vergangenen fünf Jahren.

Traf in Barcelona dreimal für Paris: Kylian Mbappé.
Traf in Barcelona dreimal für Paris: Kylian Mbappé. © Joan Monfort/AP/dpa

Mit seinem 20. Pflichtspieltor der Saison brachte Messi Barca per Foulelfmeter in Führung (27.), Mbappe drehte mit einem Dreierpack das hochklassige und temporeiche Spiel für PSG (32., 65. und 85.). Auch Moise Kean (70.) traf für Paris. (sid)

Mehr zum Thema Sport