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RB bezwingt Augsburg ohne Probleme

Leipzig rächt sich für seine „Niederlage“ im Terminstreit an Augsburg und zieht souverän ins Pokal-Achtelfinale ein. Zwei Bundesligisten scheiden aus.

Die Leipziger Jubeltraube nach dem 1:0 durch Willi Orban.
Die Leipziger Jubeltraube nach dem 1:0 durch Willi Orban. © dpa/Stefan Puchner

Augsburg. Mit einem Traumtor hat sich RB Leipzig aus einem sportlich großartigen Fußball-Jahr 2020 verabschiedet. Der Spanier Angeliño schlenzte in der 82. Minute den Ball in den Torwinkel und setzte damit am Dienstagabend den sehenswerten Schlusspunkt zum 3:0 (1:0)-Sieg in der 2. Runde des DFB-Pokals beim FC Augsburg.

RB Leipzig ist damit weiter im Rennen um drei Titel: Wie im DFB-Pokal steht Julian Nagelsmanns Team auch in der Champions League im Achtelfinale, in der Bundesliga sind die Sachsen als Dritter mit zwei Punkten Rückstand in Schlagdistanz zu Spitzenreiter FC Bayern München. Der Meisterschaftsdritte des Vorjahres hatte im August überdies das Halbfinale in der "Königsklasse" erreicht.

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"Wir sind sehr glücklich, dass wir eine Runde weitergekommen sind. Das war ein sehr guter Jahresabschluss", resümierte Nagelsmann. Seine Mannschaft habe trotz des Chancenwuchers am Ende die Partie "gut und clever nach Hause gespielt".

Willi Orban bescherte den Gästen in dem Duell zweier Bundesligisten vor der Mini-Winterpause in der 11. Minute schon früh die verdiente Führung. Erst Joker Yussuf Poulsen (75.) beseitigte dann alle Zweifel an einem Comeback der phasenweise an die Wand kombinierten Augsburger.

Das Beste? "Dass wir nur 0:1 zurücklagen"

"Unheimlich schnell und präzise" hätten die Leipziger kombiniert, befand FCA-Coach Heiko Herrlich. "Das Beste war nach der Halbzeit, dass wir nur 0:1 zurücklagen."

Von der ersten Minute an herrschte im Strafraum der Augsburger Ausnahmezustand. Die Leipziger entfachten in der ersten halben Stunde einen Dauerdruck, dem die Hausherren mit einer Viererkette in der Abwehr und einer Fünferkette im Mittelfeld standhalten wollten. Das gelang jedoch nicht lange. Nach nicht einmal 15 Minuten krönte Orban den Einbahnstraßen-Fußball seiner Leipziger nach einer Ecke von Angeliño per Kopf zur Führung.

Die beiden Änderungen in Nagelsmanns Startelf, Dani Olmo und Emil Forsberg für Tyler Adams und Yussuf Poulsen, zahlten sich aus. Gegen tiefstehende Augsburger wollte er "bewegliche und unbequeme" Spieler haben. Die mit fünf Neuen gestarteten Augsburger liefen nur hinterher und kamen kaum einmal über die Mittellinie. Mehrmals musste hingegen Torwart Rafal Gikiewicz einen höheren Rückstand verhindern. Michael Gregoritsch konnte beim FCA als einzige nominelle Spitze überhaupt nichts ausrichten.

Die Leipziger hatten das Pokalspiel eigentlich wegen der hohen Belastung mit Englischen Wochen ins neue Jahr verschieben wollen - von nachlassender Power war zwei Tage vor Weihnachten aber nichts zu bemerken. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf Gikiewicz zu, doch RB ging einmal mehr zu schludrig mit den vielen hochkarätigen Torchancen um.

Von der Schärfe aus dem letzten Aufeinandertreffen im DFB-Pokal im April 2019, als nach dem Schlusspfiff sogar Funktionäre beider Teams aneinandergerieten, war diesmal nichts zu sehen. Dafür machten Kevin Kampl (50.) und Forsberg (52.) nach dem Seitenwechsel mit den Torschussübungen für Gikiewicz weiter.

Die Augsburger attackierten nun jedoch früher und setzten sich sogar vorübergehend in der Leipziger Hälfte fest. Ruben Vargas (71.) versuchte aus der Distanz nochmal ein Zeichen für den FCA zu setzen. Doch der in der 63. Minute für Forsberg eingewechselte Poulsen machte in der Schlussphase mit einem trockenen Schuss alles klar, ehe auch noch Angeliño traf.

Union und Hoffenheim sind nicht mehr dabei

Die Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin und die TSG 1899 Hoffenheim sind in der zweiten Runde des DFB-Pokals überraschend an Zweitligisten gescheitert. Die Berliner unterlagen am Dienstagabend mit 2:3 (1:3) gegen den SC Paderborn. Für Hoffenheim war nach einem 6:7 im Elfmeterkrimi (2:2, 2:2, 1:1) gegen die SpVgg Greuther Fürth Endstation.

Dagegen steht der kriselnde FC Schalke 04 nach einem 3:1 (1:0)-Erfolg gegen den Regionalligisten SSV Ulm ebenso im Achtelfinale wie Borussia Dortmund nach einem glanzlosen 2:0 (1:0) bei Eintracht Braunschweig. Borussia Mönchengladbach setzte sich locker mit 5:0 (3:0) beim Viertligisten in Elversberg durch. Dem 1. FC Köln gelang durch ein 1:0 (1:0) gegen den VfL Osnabrück das Weiterkommen.

Für Union kam das Aus nach zuletzt so starken Leistungen in der Liga ziemlich unerwartet. Sven Michel traf doppelt für die Gäste (3./36.), zudem war Dennis Srbeny (31.) erfolgreich. Für die Berliner waren die Tore von Grischa Prömel (6.) und Uwe Hünemeier (57./Eigentor) zu wenig.

Auch Hoffenheim enttäuschte. Sebastian Ernst (21. Minute) und Marco Meyerhöfer (46.) erzielten in der regulären Spielzeit die Treffer für Fürth. Paul Seguin hätte vom Elfmeterpunkt (90.+4) schon für die Entscheidung sorgen können, verschoss aber. Für die TSG setzte es trotz Toren von Andrej Kramaric (13.) und Kevin Akpoguma (49.) einen herben Dämpfer, weil Fürth am Ende die besseren Nerven hatte.

Skispringer Hannawald agiert als Losfee

Für die Schalker, die wie schon beim enttäuschenden 0:1 gegen Arminia Bielefeld in der Liga wieder von Interimstrainer Huub Stevens betreut wurden, stellte Nationalspieler Suat Serdar mit seinem Führungstor in der 27. Minute die Weichen. Zwar zeigten die Königsblauen erneut keine gute Leistung, doch mit dem Doppelpack durch Benito Raman in der 51. und 63. Minute war die Vorentscheidung gefallen. Ulms Johannes Reichert gelang per Elfmeter-Nachschuss (82.) der verdiente Ehrentreffer.

Dem BVB reichten in Braunschweig ein frühes Tor von Mats Hummels (12.) und ein Treffer von Jadon Sancho in der Nachspielzeit für den glanzlosen Pflichtsieg. Im Achtelfinale sind auch die Kölner dabei. Das Tor von Anthony Modeste (45.+1) genügte den Hausherren gegen den tapferen Zweitligisten aus Osnabrück. Nichts anbrennen ließen die Gladbacher, die in Elversberg schon zur Pause klar führten.

Das Pokal-Achtelfinale wird am 2. und 3. Februar gespielt. Die Auslosung für die nächste Runde wird am 3. Januar im Rahmen der ARD-"Sportschau" vorgenommen. Losfee ist dann der frühere Skispringer Sven Hannawald. (dpa)

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