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Der neue RB-Trainer will auch die Bayern schlagen

Jesse Marsch tritt in Leipzig das Erbe von Julian Nagelsmann an. Beim ersten Auftritt versprüht der Amerikaner viel Optimismus.

Jesse Marsch, der neue RB-Trainer, sagt, es sei für ihn „schon damals in New York mein Traum gewesen, Trainer in Leipzig zu sein“.
Jesse Marsch, der neue RB-Trainer, sagt, es sei für ihn „schon damals in New York mein Traum gewesen, Trainer in Leipzig zu sein“. © dpa/Jan Woitas

Leipzig. Das Interesse ist groß – und wieder messbar, weil die Journalisten nach einem Jahr Corona-Pause ins Trainingszentrum von RB Leipzig dürfen. 25 und acht Kamerateams sind gekommen, um über den ersten Auftritt von Jesse Marsch als neuen Cheftrainer zu berichten.

Es ist einer, bei dem vieles an Amerika, an die USA erinnert, der Heimat des 47-Jährigen. Marsch kleidet die deutschen Wörter in diesen typischen Slang, mitunter rutschen ihm auch einige Formulierungen in seiner Muttersprache heraus. Und er versprüht diesen unerschütterlichen Optimismus, den Spaß und die Lebensfreude. Wenn er sicherer wäre im Umgang mit der deutschen Grammatik, hätte er wahrscheinlich noch mehr Superlative verwendet als ohnehin schon.

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Die Mannschaft sei überragend, habe viel Potenzial und Mentalität, erklärt er gleich zu Beginn, dabei weiß er gar nicht, wie der Kader letztlich aussehen wird. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, der neben ihm auf dem Podium sitzt, will „nicht ausschließen, dass wir noch etwas machen und auch nicht, dass wir den einen oder anderen abgeben“. Gemeint sein könnten Marcel Halstenberg und Marcel Sabitzer, deren Verträge in einem Jahr auslaufen und noch nicht verlängert wurden.

Champions-League-Qualifikation ist Pflicht

In der Defensive ist der Verlust schon jetzt gewaltig. Die Abgänge der beiden Franzosen Ibrahima Konaté (für 40 Millionen Euro zum FC Liverpool) und Dayot Upamecano (für 42,5 Millionen zum FC Bayern) wurden mit den beiden bisher eher unbekannten Josko Gvardiol (Dinamo Zagreb) und Mohamed Simakan (Racing Straßburg) kompensiert.

Sie sind 19 und 21 Jahre jung und kosteten zusammen nicht so viel, wie allein Konaté einbrachte. „Wir haben jetzt einen Kader, der ausreicht – von der Quantität her und auch von der Qualität“, stellt Mintzlaff entschieden fest. Das trifft sicher auf die Offensive zu, die mit André Silva, der für 23 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt kam, prominent verstärkt wurde.

Nach zwei Jahren unter Julian Nagelsmann, der die Mannschaft in der Bundesliga zwar auf Platz drei und zwei, ins Pokalendspiel sowie ins Halb- und Achtelfinale der Champions League geführt hatte, aber keinen der ersehnten Titel holte, soll sich an den Zielen laut Mintzlaff nichts ändern. Die Champions League ist Pflicht – und damit Platz eins bis vier.

RB-Philosophie soll wieder mehr zum tragen kommen

Anders aber als noch in den vergangenen Jahren ruft der Chef der Rasenballer diesmal nicht zum Angriff auf den FC Bayern auf. „Wir haben ihm jetzt nur ein bisschen in die Taschen gegriffen“, erklärt er in Anspielung an die üppigen Ablösesummen, die für Upamecano und Nagelsmann fällig wurden.

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Marsch, der 2018/19 als Co-Trainer unter Ralf Rangnick in Leipzig arbeitete und zuletzt mit der RB-Filiale Salzburg zweimal Meister geworden war, möchte nun „den nächsten Schritt gehen und auch gegen die Top-Teams aus München und Dortmund die bestmöglichen Leistungen abrufen“. Daran war Nagelsmann gescheitert.

Unter Marsch soll die zuletzt verlorengegangene RB-Philosophie, aggressives Gegenpressing und schnelles Umschalten, wieder mehr Gewicht bekommen. „Ich freue mich so“, sagt der Amerikaner und strahlt übers ganze Gesicht.

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