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RB Leipzig durch zwei Coronafälle geschockt

In der Champions League kämpft RB um Schadensbegrenzung. Für ein Überwintern im Europapokal braucht es in Brügge drei Punkte. Warum das schwer wird.

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RB-Trainer Jesse Marsch kann beim Champions-League-Spiel in Brügge nicht auf der Bank sitzen. Wegen eines positiven Corona-Tests bleibt der US-Amerikaner in Leipzig.
RB-Trainer Jesse Marsch kann beim Champions-League-Spiel in Brügge nicht auf der Bank sitzen. Wegen eines positiven Corona-Tests bleibt der US-Amerikaner in Leipzig. © Archiv: dpa/Hendrik Schmidt

Von Emanuel Reinke

Leipzig/Brügge. Jesse Marsch setzte auf das in der Pandemie zum Alltag gewordene Mittel der Kommunikation. Virtuell nahm der mit dem Coronavirus infizierte Trainer von RB Leipzig am Dienstag an der Mannschaftsbesprechung teil und gab seinen Spielern Anweisungen für das wegweisende Champions-League-Duell beim FC Brügge mit auf die Reise.

Selbst saß Marsch nicht im Flieger nach Belgien. Der US-Amerikaner wird von Co-Trainer Achim Beierlorzer an der Seitenlinie vertreten. Wie Marsch fehlte auch Kapitän Peter Gulacsi wegen eines positiven Tests. Grund zur Sorge um das Duo bestand aber nicht. "Es geht beiden den Umständen entsprechend gut, sie haben nur leichte Symptome", sagte Beierlorzer.

Die ohnehin vorhandene Anspannung bei RB ist durch den Ausfall von Marsch und Gulacsi aber nochmals gestiegen. In Brügge wartet auf Leipzig schließlich das Finale um Platz drei in der Gruppenphase. Der ambitionierte Vizemeister droht die Qualifikation für die Europa League zu verspielen.

Aus finanziellen Gründen und für das Prestige hat das Überwintern im Europapokal für Leipzig oberste Priorität. "Die Europa League ist eine Chance auf einen Titel. Wir wollen dort spielen", sagte Spielmacher Emil Forsberg.

Dass RB als Schlusslicht der Gruppe A mit dem Rücken zur Wand steht, liegt nicht zuletzt an Brügge. Durchaus unerwartet hatten die Belgier Ende September in Leipzig gewonnen (2:1). Ein Überraschungssieg gegen Paris St. Germain, mit dem RB die Pleite wettgemacht hätte, blieb trotz guter Leistungen gegen Lionel Messi und Co. aus.

Unschöne Konstante: Schwankende Leistungen

So ist Leipzig (ein Punkt) in Brügge (4) zum Handeln gezwungen, denn: Bei einem Remis würden die Sachsen den wichtigen direkten Vergleich gegen Brügge verlieren. Leipzig muss das Spiel gestalten, einen offensiven Ansatz wählen und darf sich nicht wie im Hinspiel auskontern lassen.

Beierlorzer steht vor einer schwierigen Aufgabe, die Personalsituation in der Offensive hat sich verschärft. Beim spanischen Spielmacher Dani Olmo wurde am Montag erneut ein Muskelfaserriss im linken Oberschenkel diagnostiziert. Tyler Adams fehlt wegen einer Gelb-Sperre.

Zudem gibt der jüngste Auftritt in der Bundesliga Anlass zur Sorge. Fünf Torschüsse, 41 Prozent gewonnene Zweikämpfe - die Leistung bei der TSG Hoffenheim (0:2) war indiskutabel und kam einer Arbeitsverweigerung gleich. "Das", sagte Marsch, "darf nie wieder passieren. Wille ist das Wichtigste im Fußball, den hatten wir nicht. Wir waren nicht bereit, und ich bin nicht sicher, warum."

Schwankende Leistungen sind eine Konstante unter dem Nachfolger von Julian Nagelsmann. Die Suche nach Gründen für den jüngsten Rückschlag muss RB schnell beenden. Zumindest an der Motivation sollte es nicht scheitern. "Wir hatten eine sehr, sehr schwere Gruppe. Für uns wäre es ein Riesenerfolg, in Europa weitermachen zu können", sagte Beierlorzer: "Dort geht um einen Titel, das spornt uns alle an." (sid)