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RB feiert Auftaktsieg in der Königsklasse

Die Leipziger starten mit Sieg gegen den türkischen Meister in die Champions-League-Saison. Der BVB legt hingegen einen Fehlstart hin.

Leipzigs Spieler jubeln nach dem Treffer zum 2:0 durch Angelino.
Leipzigs Spieler jubeln nach dem Treffer zum 2:0 durch Angelino. © Jan Woitas/dpa

Von Tom Bachmann und Jan Mies

Leipzig. Doppeltorschütze Angelino hat RB Leipzig einen perfekten Start in die Champions League beschert und lässt die Sachsen vom nächsten Märchen auf europäischer Fußballbühne träumen. Der nicht zu bändigende Spanier erzielte beim 2:0 (2:0) des Halbfinalisten der vergangenen Saison gegen den türkischen Meister Istanbul Basaksehir beide Tore (16./20.). In der Gruppe H mit den Schwergewichten Paris Saint-Germain und Manchester United erarbeitete sich der Bundesligist vor 999 Zuschauern mit dem Pflichtsieg gleich eine gute Ausgangsposition.

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63 Tage nach dem Aus gegen PSG beim Finalturnier in Lissabon startete Leipzig mit vollem Tempo in die neue Saison. Im offensiven System setzte RB die Gäste sofort unter Druck. Dayot Upamecano zwang Gästetorwart Mert Günok per Kopf zu einer starken Parade (6.), vor dem eigenen Tor kam der Abwehrchef allerdings auch gerade so vor  Enzo Crivelli an den Ball (9.).

Der von Manchester City ausgeliehene Angelino traf erst nach guter Vorarbeit von Kevin Kampl aus der Drehung heraus. Nagelsmann brüllte seine Freude in den verregneten Leipziger Abendhimmel. Nach Balleroberung von Yussuf Poulsen bediente keine fünf Minuten später Christopher Nkunku den eingelaufenen Angelino zum beruhigenden zweiten RB-Tor. Für den Spanier der vierte Treffer in den vergangenen drei Spielen. "Ein Auftaktsieg heute ist von großer Bedeutung", hatte Nagelsmann vor dem Anpfiff bei DAZN gesagt. "Auf jeden Fall auch machbar."

Erdogan-Club zeigt nur wenig Gegenwehr

Die Gäste aus der Türkei zeigten nach dem doppelten Rückschlag im ersten Champions-League-Spiel des Erdogan-Clubs nur wenig Gegenwehr. Leipzig, das auf den wohl länger ausfallenden Lukas Klostermann verzichten musste, spielte abgeklärter, schneller. Dani Olmo prüfte Günok mit einem Fernschuss (29.). Basaksehir-Trainer Okan Buruk musste zudem nach 25 Minuten auf Junior Caicara verzichten, der offenbar schwerer verletzt auf einer Trage aus dem Innenraum gebracht wurde.

Zwar musste nach gut einer halben Stunde auch RB-Torwart Peter Gulacsi gegen Edin Visca hellwach sein (31.). Es blieben aber zunächst nur kurze Phasen, in denen der Nagelsmann-Elf die Spielkontrolle ein wenig entglitt. Zur zweiten Halbzeit stellte Nagelsmann auf seine gewohnte Dreierkette um, Neuzugang Hee-Chan Hwang kam für Emil Forsberg. Der neue Stürmer vertändelte den Ball frei vor dem Istanbuler Tor fahrlässig (60.).

Die fast 999 Zuschauer sorgten gut gelaunt für ein wenig Europapokal-Atmosphäre. Aufgrund steigender Corona-Zahlen in der Region waren 8.500 bereits verloste Tickets kurzfristig storniert worden. Zur Mitte der zweiten Halbzeit sahen die Leipziger Fans aber zunehmend sorgloser spielende Gastgeber. Zwanzig Minuten vor Schluss feierte der 21 Jahre alte Neuzugang Justin Kluivert sein Debüt für die Sachsen.

Amadou Haidara fehlte RB dagegen nach seiner Infektion mit dem Coronavirus. Das Testergebnis hatte RB vor dem Spiel mitgeteilt. "Er ist symptomfrei" und bekomme "alle Unterstützung, die er braucht", sagte Sportdirektor Markus Krösche. 

BVB mit kapitalem Fehlstart

Borussia Dortmund ist hingegen mit einem empfindlichen Dämpfer in die neue Champions-League-Saison gestartet. Nach schwacher Vorstellung verlor der Fußball-Bundesligist am Dienstag im vermeintlich schwersten Vorrundenspiel bei Lazio Rom verdient mit 1:3 (0:2). 

Ausgerechnet Ciro Immobile hat dem vermeintlichen Gruppenfavoriten einen kapitalen Fehlstart in die Champions League beschert. Mit seinem Treffer zum 1:0 (6. Minute) leitete der einstmals beim BVB nach nur einer Saison ausgemusterte Angreifer die ernüchternde 1:3 (0:2)-Schlappe des Fußball-Bundesligisten bei Lazio Rom ein. Vor 1.000 Zuschauern im Stadio Olimpico erzielten Luiz Felipe (23.) und der von Immobile angespielte Jean-Daniel Akpa-Akpro (76.) am Dienstagabend die weiteren Treffer für die Italiener. Damit steht der Revierclub in den kommenden Partien gegen Zenit St. Petersburg (28. Oktober) und beim FC Brügge (4. November) unter Zugzwang. Erling Haaland (71.) traf nur zum zwischenzeitlichen Anschluss für den BVB.

"Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen. Das ist eigentlich unerklärlich. Das ist natürlich nicht unser Anspruch. Wir haben heute alles komplett vermissen lassen. Das ist natürlich schlecht in der Champions League", klagte BVB-Kapitän Marco Reus nach der Partie im ersten Interview beim TV-Sender Sky.

Die Personalnot in der Defensive, in der Stammkräfte wie Manuel Akanji und Emre Can (Rotsperre) fehlten, erwies sich als zu große Hypothek. Doch nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Aufbauspiel blieb die über weite Strecken indisponierte Borussia weit hinter ihren Möglichkeiten.

Bereits nach sechs Minuten lag der BVB hinten. Denn die Italiener nutzten einen Fehlpass des Dortmunder Neuzugangs Thomas Meunier eiskalt aus. Nach Zuspiel von Joaquin Correa demonstrierte Immobile, warum er im vergangenen Jahr Torschützenkönig der Serie A wurde. Im Stile eines echten Goalgetters chippte er den Ball an Marwin Hitz vorbei, der erneut den inzwischen von einem Infekt genesenen Stammtorhüter Roman Bürki vertrat.

Fehlpässe en masse

Der Treffer zeigte bei der Borussia sichtlich Wirkung und spielte den konterstarken Römern prächtig in die Karten. Fehlpässe en masse waren Ausdruck wachsender Verunsicherung. Damit brachte sich der BVB weiter in Not und ermöglichte dem besonders motivierten Immobile (14./15.) zwei weitere Möglichkeiten.

Nur zwei Minuten nach der großen Ausgleichschance durch Raphael Guerreiro (21.), der aus kurzer Distanz an Lazio-Keeper Thomas Strakosha scheiterte, gab es für die Favre-Elf den nächsten Rückschlag. Der gleich von vier Dortmundern umringte Luiz Felipe stieg nach einer Ecke am höchsten und traf per Kopf zum 2:0.

Es passte ins Bild eines wankenden BVB, dass auch die eigenen Chancen kläglich vergeben wurden. Nach Flanke von Haaland verfehlte der schwache Meunier das Tor aus aussichtsreicher Position um mehrere Meter.

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Erst nach der Pause leistete die Borussia mehr Gegenwehr. Doch zunächst blieben die Chancen von Haaland (50.) und Guerreiro (66.) ungenutzt. Die nun größeren Spielanteile wurden wenig später doch noch belohnt. Nach Zuspiel des eingewechselten Giovanni Reyna wuchtete Haaland den Ball aus rund 16 Metern ins Netz. Der elfte Treffer des Norwegers in seinem neunten Champions-League-Spiel weckte neue Hoffnungen - allerdings nur für kurze Zeit. Immobile veredelte seine Vorstellung mit einem Zuspiel auf Akpa-Akpro, der eiskalt vollstreckte. (dpa)

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