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Sport

RB Leipzig kooperiert mit indischem Klub

Perlensuche im Hippie-Mekka: Der Klub arbeitet künftig im Nachwuchs mit dem FC Goa zusammen. Die sportlichen Aspekte sind dabei eher zu vernachlässigen.

Bejubelt Leipzigs Marcel Sabitzer (4. v.r.) einen Treffer bald auch mal in Indien? Zumindest soll die Bundesliga dort im TV präsenter werden. RB will dabei helfen.
Bejubelt Leipzigs Marcel Sabitzer (4. v.r.) einen Treffer bald auch mal in Indien? Zumindest soll die Bundesliga dort im TV präsenter werden. RB will dabei helfen. ©  dpa/Jan Woitas

Leipzig. Schier endlose Strände, tropisches Klima, ein Paradies für Alt-Hippies: Vom Touristen-Hotspot Goa an der indischen Westküste aus will sich RB Leipzig zu einer globalen Marke entwickeln. Die zunächst auf den Nachwuchs beschränkte Kooperation mit dem FC Goa ist dabei der erste kleine Schritt. "Wir erhoffen uns viel vom Markteintritt in Indien, wollen aber auch Fußstapfen hinterlassen, die zu mehr als nur Fußballcamps führen", sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Donnerstag. 

Seit 2018 reisten Leipziger Verantwortliche um die Welt und führten Gespräche, um eine passende internationale Partnerschaft zu schließen. Im April sollte der Startschuss für das Projekt mit dem indischen Super League-Team Goa erfolgen, doch die Coronavirus-Pandemie machte dies unmöglich. Aufhalten will man sich nicht länger lassen, deshalb geht es nun online mit Videoinhalten los. Auf drei Jahre ist die Partnerschaft zunächst angelegt, finanzieller Ertrag ist erstmal nicht zu erwarten. 

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Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen

Mintzlaff betonte jedoch, dass der Schritt nach Indien ein wichtiger für die ganze Bundesliga sei. "Bei unserem Treffen am Mittwoch haben wir auch vorgeführt, dass die internationalen TV-Einnahmen rückläufig sind. Wir müssen das Produkt Bundesliga auch international transportieren und jeder Schritt, den ein Verein tun kann, ist ein wichtiger Schritt", sagte der 45-Jährige. Die englische Premier League ist in dem Land mit 1,4 Milliarden Menschen am populärsten, die Bundesliga rangiert noch hinter der einheimischen Super League. 

Das soll sich ändern - aber sachte. "Drei Jahre sind ein guter Zeitraum, um unsere Ziele auf einem vernünftigem Niveau aufzubauen. Dazu zählen die Fußballcamps, die Markterschließung, der Ausbau der digitalen Reichweite", erläuterte Mintzlaff. Und vielleicht findet sich dabei tatsächlich eine Perle, ein indisches Talent, das das Zeug für die Bundesliga hat. Eine vorzeitige Verlängerung der Kooperation ist ebenso möglich wie ein frühes Ende. "Wenn man irgendwann zu der Erkenntnis kommt, dass man die Ziele nicht erreicht hat, dann ist das eben so."

Reise mit dem Profiteam nach Indien möglich

Alles kann, nichts muss. Und so stellte Mintzlaff auch in Aussicht, mal sein Bundesliga-Team in einen Flieger in die 1,8-Millionen-Metropole Goa zu setzen. "Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir mit der ersten Mannschaft in Zukunft eine Reise nach Indien machen, ohne dass es bereits einen konkreten Zeitpunkt gibt", sagte der RB-Boss. Eine Übernahme von Goa ins RB-Netzwerk ist nicht geplant. "Das kann man ausschließen. Red Bull hat Clubs in Brasilien und in New York und ist mit dem Portfolio zufrieden."

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Zunächst einmal will RB soweit kommen, dass tatsächlich Nachwuchstrainer vor Ort arbeiten können. An einen indischen Spieler in der Bundesliga denkt man dabei nur am Rande. Sichtbar wird die Kooperation wohl auch nur in Goa sein. Am Leipziger Cottaweg wird man das Logo des FC Goa jedenfalls künftig nicht sehen. Dabei würde das ganz gut passen. Das Logo von Goa ziert nämlich ein Gaur, ein wild lebendes Rind. (dpa)

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