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Darum muss RB eine Millionen-Strafe zahlen

Das Rückspiel gegen den FC Liverpool wird nach Budapest verlegt, obwohl dort die Corona-Zahlen explodieren. Fragen und Antworten rund um einen Reise-Irrsinn.

Schon das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool bestritt RB Leipzig in Budapest. Nun geht es zum Rückspiel wieder in die ungarische Hauptstadt.
Schon das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool bestritt RB Leipzig in Budapest. Nun geht es zum Rückspiel wieder in die ungarische Hauptstadt. © dpa/Marton Monus

Der Weg ins Viertelfinale der Champions League führt für RB Leipzig nicht über Liverpool, sondern über Budapest. Wie schon das Hinspiel wird auch das zweite Duell am Mittwochabend, bei dem die Mannschaft von Jürgen Klopp Heimrecht hätte, in die ungarische Hauptstadt verlegt. Zu verstehen ist das kaum. Und nun muss RB auch noch eine Strafe in Millionenhöhe zahlen.

Warum kann der FC Liverpool nicht an der Anfield Road spielen?

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Würde RB Leipzig zum Achtelfinal-Rückspiel nach Großbritannien fliegen, müsste die komplette Mannschaft nach der Rückkehr gemäß den geltenden Reiseregelungen sofort in eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Dies hätte neben dem Trainingsausfall zur Folge, dass die Bundesligapartien gegen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld verschoben werden müssten – ein klarer Nachteil im Titelrennen. Deshalb bat der europäische Fußballverband Uefa den englischen Meister frühzeitig um eine Verlegung des Spiels, das am Mittwoch um 21 Uhr angepfiffen wird.

England ist kein Corona-Hotspot. Warum dann die Quarantäne-Pflicht?

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Liverpool am Montag bei 41,7 – und damit ähnlich niedrig wie in Leipzig (48,4). Die Fallzahlen sind aber nicht entscheidend. Das gesamte Königreich gehört seit dem 13. Januar zu den Virus-Varianten-Gebieten, weil dort besonders häufig die als hochansteckend geltenden Corona-Mutationen auftreten. Aber: Der Anteil der britischen Mutation B.1.1.7 an den positiven Fällen liegt in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) inzwischen bei knapp 50 Prozent. Ob die Leipziger Mannschaft das mutierte Virus einschleppen könnte oder nicht, wäre somit eher nebensächlich – es ist längst da.

Warum wird das Spiel ausgerechnet nach Budapest verlegt?

Die Frage stellt sich bei den explodierenden Zahlen zwangsläufig. Die Inzidenz liegt in Ungarn aktuell bei 387,3 – ist also etwa achtmal so hoch wie in Liverpool und Leipzig. Damit gehört das Land laut RKI zu den Hochrisikogebieten, seit Montag sind dort Kindergärten und Schulen geschlossen. RB muss nach der Rückkehr trotzdem nicht in Quarantäne, das verhindert eine Ausnahmeregelung der sächsischen Corona-Schutzverordnung für internationale Sportveranstaltungen – die aber nicht für Virus-Varianten-Gebiete gilt.

Die Puskas-Arena ist bereits zum sechsten Mal der Ausweichspielort in einem Uefa-Wettbewerb, auch das Hinspiel der Leipziger, das sie 0:2 gegen Liverpool verloren, wurde dort ausgetragen. Ungarn hat lasche Corona-Einreisebestimmungen – und Sandor Csanyi. Der einflussreiche Bankier ist Freund von Regierungschef Viktor Orban, Vorsitzender des ungarischen Fußball-Verbandes und Vize-Präsident der Uefa.

Wer muss die Mehrkosten für die Verlegung zahlen?

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Ein Großteil bleibt bei RB hängen. Bereits für das Hinspiel hatten die Leipziger Mehrkosten von rund 300.000 Euro, etwa für die Stadionmiete. Nun müssen sie Liverpool noch eine Entschädigung für das Rückspiel zahlen, zehn Prozent des Startgeldes. Das sehen die Uefa-Regularien vor. Vergangene Saison bekam RB ein Startgeld von 15,25 Millionen Euro, demnach wären also 1,525 Millionen fällig.

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