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Aue-Trainer Schuster meldet sich krank

Der Chefcoach und sein Assistent sind beim vorletzten Spiel nicht dabei. Dass sie ihre Arbeit beim FC Erzgebirge noch mal aufnehmen, gilt als unwahrscheinlich.

Gestörtes Verhältnis: Aues Präsident Helge Leonhardt (l.) und Trainer Dirk Schuster.
Gestörtes Verhältnis: Aues Präsident Helge Leonhardt (l.) und Trainer Dirk Schuster. ©  dpa/Robert Michael

Von Sebastian Wutzler

Aue. Beim FC Erzgebirge Aue und Dirk Schuster stehen die Zeichen auf Trennung. Dass sich der Chefcoach und sein Assistent Sascha Franz vor den beiden letzten Spieltagen krank gemeldet haben, dürfte kein Zufall sein. Denn hinter den Kulissen brodelte es beim Fußball-Zweitligisten nicht erst seit der historischen 3:8-Klatsche gegen den SC Paderborn.

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Trotz des sicheren Klassenverbleibs ist das Verhältnis zwischen Schuster und der Vereinsführung dem Vernehmen nach seit längerer Zeit sehr angespannt. So hatte sich Klub-Boss Helge Leonhardt in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit mehrmals kritisch zur Trainingsgestaltung geäußert. Nach der Heimniederlage Mitte April gegen den FC St. Pauli bemängelte der Unternehmer die aus seiner Sicht fehlende geistige und körperliche Frische bei den Aue-Profis und forderte, dass es auch "im Training wieder schärfer zur Sache gehen muss".

Zu diesem Zeitpunkt waren die "Veilchen" rechnerisch zwar noch nicht gerettet, die Mannschaft befand sich aber im gesicherten Tabellenmittelfeld. In einem Interview der Freien Presse verteidigte Leonhardt seine öffentliche Kritik am Cheftrainer: "Er ist Angestellter des Vereins, das muss er akzeptieren und aushalten. Ich bin doch kein Frühstücksdirektor."

Bereits im vergangenen Herbst waren Differenzen zwischen Leonhardt und Schuster deutlich erkennbar. Dass die Mannschaft während der Länderspielpause Anfang Oktober kein Testspiel bestritt, bezeichnete der Präsident gegenüber dem Online-Portal Tag24 als "klaren Fehler": "Da erwarte ich vom Trainer- und Funktionsstab eine andere Herangehensweise. Zum Hörer greifen und anfragen."

Klassenerhalt als Erfolg, aber ...

Schuster begründete die Entscheidung unter anderem mit mehreren Ausfällen im ohnehin kleinen FCE-Kader. "Ich bin in Zukunft nicht bereit, irgendwelche Thematiken in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Inhaltlich werde ich Sachverhalte vielleicht darlegen wollen, aber alles andere werde ich, wie in der Vergangenheit gehandhabt, nicht machen", sagte Schuster damals.

Der 53-Jährige wollte sich zumindest nach außen lieber auf das Erreichen des großen Saisonziels konzentrieren. Nach dem siebenten Platz in der Vorsaison machte die Auer Mannschaft auch in diesem Spieljahr den Klassenverbleib vorzeitig perfekt, was für einen Verein mit einem der geringsten Zweitliga-Etats als Erfolg zu verbuchen ist.

Auf der anderen Seite ist ein Abwärtstrend in den vergangenen Wochen nicht wegzudiskutieren. Nach 25 Punkten zur Halbserie holte das Team in der Rückrunde bislang nur 16 Zähler. Dazu kassierten die sonst so heimstarken "Veilchen" im Erzgebirgsstadion zuletzt drei Niederlagen in Serie. Auch die Leistungen des Teams wurden erkennbar schlechter. "Die Entwicklung gibt zu denken", betonte Leonhardt nach der Niederlage gegen Paderborn. Nach dpa-Informationen wurde in Vorstandskreisen bereits Anfang dieser Woche eine vorzeitige Trennung von Schuster diskutiert.

Ex-Dynamo Marc Hensel als Interimstrainer

Der Fußball-Lehrer, der beim FC Erzgebirge noch einen gültigen Vertrag bis Juni 2022 besitzt, gab sich am Sonntag noch trotzig: "Wir liegen jetzt am Boden, das ist doch klar. Wir werden uns einiges anhören müssen, das wird dann auch seine Berechtigung haben. Trotzdem werden wir wieder aufstehen und hoffen auf eine Trotzreaktion in Düsseldorf."

Nach ihren eingereichten Krankmeldungen werden Schuster und Co-Trainer Franz am Sonntag, 15.30 Uhr, beim Auswärtsspiel gegen den Tabellenfünften fehlen. Eine Rückkehr danach scheint ausgeschlossen zu sein. Denn am Mittwoch bezogen die Auer ihr von der Deutschen Fußball Liga vorgeschriebenes Quarantäne-Trainingslager. Nachträglich dürfen Personen nur in begründeten Ausnahmefällen zum Team dazu stoßen.

"Marc Hensel wird in Wahrnehmung der ihm übertragenen Verantwortung unsere Mannschaft zusammen mit Marco Kämpfe und Daniel Haas auf die nächste Aufgabe bei Fortuna vorbereiten", erklärte Leonhardt in einer Vereinsmitteilung.

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Hensel, der auch bei Dynamo Dresden gespielt hat, hat bereits Erfahrung in der Funktion als Interimstrainer beim FC Erzgebirge. Als Daniel Meyer im August 2019 beurlaubt wurde, übernahm der Ex-Profi für ein Spiel die Leitung der Mannschaft und holte ein 0:0 gegen den VfB Stuttgart. Drei Tage später wurde Dirk Schuster als neuer Chefcoach in Aue vorgestellt. Nun deutet vieles auf den siebten Trainerwechsel in der fast siebenjährigen Ära Leonhardt hin. (dpa)

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