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Deshalb kehrt Marvin Stefaniak zu Dynamo zurück

Der Offensivspieler wird vom VfL Wolfsburg ausgeliehen. Außerdem vermelden die Dresdner einen Abgang: Horvath spielt ab sofort wieder in Österreich.

Marvin Stefaniak freut sich auf die Rückkehr zu Dynamo, die Fans werden ihn sicher gern wiedersehen, auch wenn das Abklatschen wegen Corona vorerst ausfallen muss.
Marvin Stefaniak freut sich auf die Rückkehr zu Dynamo, die Fans werden ihn sicher gern wiedersehen, auch wenn das Abklatschen wegen Corona vorerst ausfallen muss. © Robert Michael

Dresden. Dynamo ist immer für eine Überraschung gut, diese aber ist mal wieder besonders gelungen. Und das in jeder Hinsicht. Nach der schwachen Leistung beim 0:3 in München hatten Sportgeschäftsführer und Trainer zumindest sehr distanziert auf die Frage nach weiteren Verstärkungen reagiert. Dabei war längst klar, dass sie am Montagabend einen Neuzugang präsentieren werden, der in Dresden ein alter Bekannter ist. Die Pressemitteilung trägt den Zeitstempel 19.01 Uhr, also eine Stunde nach dem offiziellen Transferschluss.

Bis dahin hatte Marvin Stefaniak längst den Medizincheck bestanden, den Vertrag unterschrieben und sich in einem Interview für den Vereinskanal bei Youtube ausführlich zu seiner Rückkehr in die Heimat geäußert. Die hatte der offensive Mittelfeldspieler im Sommer 2017 verlassen in der Hoffnung, sich beim VfL Wolfsburg den Traum von der Bundesliga erfüllen zu können. Das Potenzial dafür muss sein neuer Verein allemal bei ihm gesehen haben, immerhin zahlte der VfL rund zwei Millionen Euro Ablöse. Damit war Stefaniak bis dato Dynamos Rekord-Transfer.

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Doch die Erwartungen erfüllten sich weder für ihn noch für die „Wölfe“, bei denen er lediglich auf drei Einsätze in der Regionalliga-Mannschaft kam. Danach wurde er bereits zweimal in die zweite Liga verliehen: an den 1. FC Nürnberg und zuletzt an Greuther Fürth, wo er eigentlich bis Juni 2021 bleiben sollte. Allerdings war er in Fürth nur ein Ergänzungsspieler, kam vorige Saison auf 18 Einsätze, nur einer ging über 90 Minuten.

"Froh und unfassbar stolz"

„Die vergangenen drei Jahre waren enorm schwierig für mich“, sagt der 25-Jährige im Gespräch mit Vereinspressesprecher Henry Buschmann. „Ich sehe das alles als ein neues Kapitel, einen Neuanfang.“ Er sei froh und „unfassbar stolz darauf“, wieder bei Dynamo sein zu dürfen. „Etwas Größeres hätte ich mir aktuell nicht gewünscht.“ Seine Mutter sei bei der Nachricht völlig aufgelöst gewesen, seine Frau vor Freude in die Luft gesprungen, und der Vater habe geholfen, das Umzugsauto zu beladen. „Für uns bedeutet das nicht nur: Ich spiele wieder Fußball. Wir haben so viele familiäre Verbindungen nach Dresden.“

Stefaniak sagt von sich selbst, nicht mehr „der kleine Marv“ zu sein. „Ich bin gereift in allem, ich bin erwachsener geworden.“ Er hat geheiratet, seine Tochter Antonia ist zwei Jahre. „Sie gibt mir immer wieder neue Kraft.“ Er habe den Profi-Fußball kennengelernt, wie er wirklich sein kann, wie schnell man fallen kann. Seine simple und doch schmerzliche Erkenntnis: „Das Leben ist kein Zuckerschlecken.“ Gleichzeitig habe er eingesehen, dass er hart an sich arbeiten muss, „körperlich, auch menschlich – das habe ich getan“.

Bei Dynamo möchte und soll Stefaniak nun am besten so auftrumpfen wie in seiner besten Zeit. „Marvin Stefaniak brennt auf die Rückkehr nach Dresden“, betont Sportchef Ralf Becker. „Er hat in den Gesprächen von Anfang an klar gemacht, was es ihm bedeutet, wieder das Dynamo-Trikot tragen zu dürfen. Er ist ein offensiv variabel einsetzbarer Spieler, der viel Tempo mitbringt und in seiner vorherigen Zeit bei Dynamo bereits mehrfach seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat.“

In der Aufstiegssaison 2015/16 erzielte er vier Treffer und bereitete 17 vor, in der 3. Liga war er damals mit knapp über 20 das, was man einen Unterschiedsspieler nennt. Danach war er in der zweiten Liga sogar Vizekapitän, allerdings ließen seine Leistungen nach. Stefaniak kam 2010 aus Hoyerswerda nach Dresden, spielte zunächst im Nachwuchs des SC Borea und wechselte ein Jahr später zu Dynamo. Bei der SGD erhielt er im Frühjahr 2013 als 18-Jähriger seinen ersten Profivertrag – daran erinnert ihn seine neue Rückennummer, die 13.

„Ich bin den Verantwortlichen unglaublich dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben, ab sofort wieder dieses besondere Trikot tragen zu dürfen“, meint Stefaniak, der in Wolfsburg einen Vertrag bis Juni 2022 besitzt. Mit der Rückkehr nach Dresden wolle er alles auf Null drehen. „Ich nehme das sehr ernst und möchte Dynamo Dresden weiter nach vorne bringen.“

"Der Mannschaft einen positiven Schub geben"

Nichts weniger wird von ihm erwartet, was wiederum zu einem Problem werden könnte. Er selbst stellt sich dem selbstbewusst. „Man legt seine Messlatte selber hoch“, sagt Stefaniak und formuliert seinen Anspruch: „Ich glaube, dass ich der Mannschaft noch mal einen positiven Schub geben kann.“

Ein anderer kann das nicht mehr. Sascha Horvath hat sich nach gut drei Jahren in Dresden verabschiedet. Der 24-Jährige wechselt zum TSV Hartberg in die Steiermark. Bei dem österreichischen Bundesligisten unterschrieb er einen Vertrag für zwei Jahre. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart, heißt es wie üblich in der Mitteilung. Laut Sportchef Becker werde der „Last-Minute-Abgang von Sascha Horvath“ mit der Rückkehr von Stefaniak kompensiert. Allerdings hat Dynamo wohl eher aktiv nach einer Lösung für Horvath gesucht, um den Ehemaligen nach Hause holen zu können.

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Stefaniak wird am Dienstag zum ersten Mal mit der Mannschaft trainieren, in der er sich auf zwei besonders freut: Marco Hartmann und Patrick Wiegers sind vom damaligen Aufgebot noch da. „Wenn ich daran denke, kriege ich Gänsehaut“, meint der alte Neue vor dem Wiedersehen.

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