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Sein Traum vom Olympia-Marathon

Er war deutscher Rekordhalter und lange Zeit konkurrenzlos. Doch jetzt muss Arne Gabius liefern. Zur Vorbereitung lief er auch in Dresden.

Zuletzt auch beim Citylauf in Dresden dabei: Arne Gabius.
Zuletzt auch beim Citylauf in Dresden dabei: Arne Gabius. © Jan Huebner

Hamburg/Siena. Der Urlaub war eingereicht, die Betreuung für Sohn Frederik Bosse organisiert. Alles war auf diesen 11. April ausgerichtet. In seiner Heimatstadt Hamburg wollte sich Arne Gabius den ganz großen Traum von Olympia verwirklichen. Doch dann wurde der Elite-Marathon wegen Corona doch abgesagt.

Das Ersatzrennen eine Woche später in Enschede – auch Dresden war als Alternative im Gespräch – ist für den Arzt indes keine Option. „Am 18. April habe ich im Krankenhaus Dienst“, sagt er. Also musste der Altmeister umplanen – und rennt jetzt am Sonntag im italienischen Siena.

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40 Jahre ist Gabius mittlerweile alt, Siena seine letzte Chance auf einen Olympia-Marathon. Auf dem 5-Kilometer-Rundkurs auf dem Flughafen wolle er sich noch einmal „richtig wehtun“, es aber auch „genießen“, sagt der ehemalige deutsche Rekordhalter (2:08:33 Stunden). 2015 lief Gabius die Zeit, knackte damals den seit 1988 bestehenden Rekord des Dresdners Jörg Peter um 14 Sekunden, fiel dann aber für Olympia verletzt aus.

Die schlechtesten Karten der fünf Konkurrenten

Inzwischen ist die Konkurrenz so groß wie seit Jahren nicht mehr in Deutschland. Für die drei Startplätze bei den Männern bewerben sich gleich fünf Kandidaten. Und Gabius, Vize-Europameister über 5.000 Meter von 2012, hat die schlechtesten Karten. Der neue deutsche Rekordhalter Amanal Petros (2:07:18) sowie Hendrik Pfeiffer (2:10:18), Simon Boch (2:10:48, kürzlich beim Citylauf in Dresden) und Richard Ringer (2:10:59) haben die geforderte Norm von 2:11:30 Stunden bereits unterboten.

Gabius war im Oktober in London unter widrigen Bedingungen 2:14:25 Stunden gelaufen. Eine Zeit unter 2:11 traut sich der Assistenzarzt in der Kardiologie aber auch zu. „Ich gehe davon aus, dass ich das kann“, sagt Gabius, der als Arzt bereits vollständig gegen Corona geimpft ist. Auf die Impfung habe er „schon reagiert“, es fehlen deshalb ein paar Kilometer in der Vorbereitung. Den Halbmarathon beim Citylauf in Dresden am 21. März lief er in knapp 65 Minuten und damit deutlich langsamer als die genannten deutschen Konkurrenten. Aber das soll keine Ausrede sein. „Ich bin zuversichtlich und habe gut trainiert“, sagt er.

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Bis Sonntag legt Gabius nun die Füße hoch. Und das große Essen beginnt: Kartoffeln, Nudeln, Säfte. Pro Tag nimmt er bis zum Start 1.200 bis 1.400 Gramm Kohlenhydrate zu sich. Damit ihm auf dem Weg zum ganz großen Traum in Siena nicht die Kräfte ausgehen. (sid, mit SZ)

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