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Erfolgreich wie nie trotz Corona-Pandemie

Der HC Elbflorenz steht in der 2. Handball-Bundesliga besser denn je da. Für den Dresdner Höhenflug gibt es nicht nur sportliche Gründe. Geht da noch mehr?

Der nächste Wurf, der sitzt: Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig erzielt gegen Konstanz sieben Tore.
Der nächste Wurf, der sitzt: Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig erzielt gegen Konstanz sieben Tore. © Foto: Matthias Rietschel

Dresden. Ausgerechnet jetzt. Die Handballer des HC Elbflorenz setzen ihren Höhenflug fort und sich in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga fest. Nach dem Triumph im Spitzenspiel am Mittwochabend gegen Dormagen (34:30) legten die Dresdner im nächsten Heimspiel am Samstagabend gleich nach. Das Team von Trainer Rico Göde bezwang in der Ballsportarena den Tabellenvorletzten HSG Konstanz souverän mit 35:28 (17:14) und kletterte damit auf den vierten Platz mit 22:14 Zählern – eine fast sensationelle, mindestens überraschend gute Ausbeute.

Seit dem Aufstieg haben die Dresdner gegen den Abstieg gekämpft, immer erfolgreich. Aber eine solche Platzierung nach 18 Spielen und damit der Hälfte der Saison hatten sie noch nie erreicht. Nun ist der noch junge Verein im 15. Jahr seit seiner Gründung auf dem Weg – ja, geht da etwa noch mehr?

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Zumindest stimmen in Dresden offenbar die Voraussetzungen in den allgemein wirtschaftlich und sportlich schwierigen Zeiten. „Ich denke, dass wir einer der wenigen Vereine in der Liga sind, die ihren Verpflichtungen nachkommen. Wir können stolz drauf sein, dass wir die Löhne und Gehälter bis jetzt vernünftig zahlen konnten“, sagt Karsten Wöhler – und das trotz fehlender Einnahmen aus dem Ticketing, stotternder öffentlicher Ausfallzahlungen und Mehrkosten durch Corona-Testungen. „Auch bei uns ist die Lage angespannt“, betont der HC-Manager, der sich Gedanken über den Sinn dieser Saison macht. „Wir prüfen ständig, ob das in der Saison so weiterlaufen kann.“

Dabei steht auch ein Gehaltsverzicht nach wie vor zur Debatte, ist im Moment aber offenbar noch nicht nötig. Es kommen sogar bei anhaltendem Erfolg noch weitere Kosten auf den Klub zu. „Der eine oder andere Spieler hat sicher eine Platzierungsprämie“, sagt Wöhler. Das Thema habe aber im Moment nicht die höchste Priorität. „Wir wollen finanziell überleben und sportlich das Beste rausholen“, formuliert der 46-Jährige. Ein einstelliger Tabellenplatz am Ende erscheint derzeit möglich.

„Die Tabelle müssen wir richtig einordnen“, sagt der Trainer

Der Blick auf das Gesamtklassement ist für Göde jedoch im Moment gar nicht so wichtig. Zumindest beteuert das der 38 Jahre alte Cheftrainer durchaus glaubhaft. „Die Tabelle müssen wir richtig einordnen, die hat nicht so viel Aussagekraft“, sagt er angesichts der unterschiedlichen Anzahl von Spielen der Konkurrenten. „Mich freuen einfach die 22 Punkte. Dass wir uns da weiterentwickelt haben, ist der Weg, den wir hier gehen wollen. Die Tabelle tangiert mich nicht so sehr“, erklärt der gebürtige Dresdner.

Das sagt auch Lukas Wucherpfennig so ähnlich. „ Ich bin keiner, der ständig auf die Tabelle guckt, aber wir haben uns das verdient, wir stehen nicht ohne Grund da“, sagt der Neuzugang, der aus Coburg an die Elbe stieß. Er sieht sich durch den Aufwärtstrend in seinem Wechsel bestätigt. „So wie ich Dresden in der Vergangenheit von außen erlebte, habe ich mehr Potenzial gesehen als das, was die Tabelle beispielsweise in der abgebrochenen Vorsaison ausgesagt hat“, meint Wucherpfennig.

Damals stand der HC Elbflorenz auf Rang 14. „Ich finde schön, dass wir jetzt bestätigen können, was in der Mannschaft steckt“, sagt der Linkshänder, der gegen Konstanz mit sieben Treffern wiederholt zum besten HC-Schützen avancierte. „Wir spielen guten Handball, haben gute Torhüterleistungen, finden selbst gute Lösungen, bekommen die technischen Fehler immer besser in den Griff“, zählt Wucherpfennig einige Gründe für den Höhenflug seines Teams auf. Torhüter Max Mohs, der diesmal den Vorzug vor Kapitän Mario Huhnstock erhielt, zeigte gegen Konstanz beispielsweise 14 Paraden – 35 Prozent aller Würfe der Gäste.

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Ein starker Wert, auf den auch Göde verwies. „Mich freut vor allem die Leistung von Max Mohs und die erneut hohe Tempobereitschaft der Mannschaft“, sagt der Coach, findet aber auch Anlass für Kritik: „In der Defensive haben mir ein paar Dinge nicht so gefallen. Aber wir sind weiter auf einem guten Weg.“ An den kann der HCE bereits am Mittwoch anknüpfen, erneut zu Hause im Nachholspiel gegen den sächsischen Rivalen aus Aue. Das Spiel war wegen positiver Corona-Fälle im Kader der Erzgebirger zweimal verschoben worden.

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