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Elbflorenz-Handballer schaffen Heimerfolg

Der Dresdner Zweitligist müht sich gegen den ASV Hamm-Westfalen zu einem 22:21. Der beste Mann bei diesen zähen zwei Zählern steht dabei im Tor.

Die Erleichterung ist greifbar. Nach viel Mühe verbucht der HC Elbflorenz die nächsten Punkte.
Die Erleichterung ist greifbar. Nach viel Mühe verbucht der HC Elbflorenz die nächsten Punkte. © Matthias Rietschel

Dresden. Der HC Elbflorenz bastelt weiter an der erfolgreichsten Zweitliga-Saison seit dem Aufstieg in die zweithöchste Handballspielklasse. Da nehmen die Dresdner auch gern mal ein etwas zäheres Duell in Kauf. In diese Kategorie sollte das Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen fallen, das die Hausherren am Ende knapp mit 22:21 (10:10) für sich entscheiden konnten. Dass die Mannschaft von Trainer Rico Göde das Duell am Ende durch einen gefühlt ewig ausgespielten Angriff letztlich zu ihren Gunsten absicherten, sagt einiges über den Charakter der Partie aus.

Die beiden Schiedsrichterinnen Susann Kruska und Sarah Lange ließen die Hausherren bis eine Sekunde vor dem Abpfiff gewähren, ehe sie das Zeitspiel abpfiffen. Für die Gäste war die eine Sekunde natürlich zu wenig, um noch einen strukturierten Gegenangriff zum möglichen Ausgleich abzuarbeiten. „Die Partie war ganz schön emotional geladen. Wir wollten genau so eine Leistung zeigen“, erklärte Gästetrainer Michael Lerscht. „Wir wussten, dass wir nur über eine kämpferisch engagierte und klare Leistung die Möglichkeit auf etwas Zählbares haben“, betonte er. Seine Mannschaft nervte den HC Elbflorenz mit lange ausgespielten Angriffen. „Gegen Teams mit so einer Taktik haben wir immer so unsere Probleme. Heute haben wir so eine Partie auch mal gewonnen. Das freut mich“, gab sein Gegenüber Rico Göde im Nachhinein zu.

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„Ich glaube, das war teilweise ein bisschen wild“, sagte Dresdens Trainer und ärgerte sich speziell über die Schlussphase, in der sein Team sich beim 22:19 (57.) eigentlich auf einem sicheren Weg zu den zwei Punkten wähnte. „Dass es hintenraus noch einmal knackig eng wird, haben wir uns selbst zuzuschreiben. Da haben wir im Angriff nicht die besten Lösungen gefunden. Der letzte Angriff war relativ lang“, gestand der 38-Jährige zu. Sein Kollege hatte sich noch am Spielfeld lautstark und emotional bei den beiden Spielleiterinnen darüber beschwert. „Wir wissen alle, dass die letzte Minute anders bewertet wird. Letzten Endes finde ich, dass die Schiedsrichterinnen eher auf Zeitspiel hätten entscheiden können. Da mache ich niemandem einen Vorwurf. Das ist meine persönliche Meinung“, sagte Lerscht. „Das Handzeichen muss eher kommen“, bestätigte Göde.

Die beiden Abwehrreihen bestimmen das Spiel

Im Grunde genommen wurde die Partie von zwei sehr beweglichen Abwehrreihen dominiert, die jedwede Angriffskreativität meist bereits im Keim erstickten. Dahinter standen mit dem Dresdner Torhüter Mario Huhnstock und seinem ASV-Pendant Felix Storbeck vielleicht die jeweils besten Spieler des Tages. Huhnstock parierte 36 Prozent aller Würfe, Storbeck sogar 37 Prozent – jeweils überragende Werte. Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig war mit acht Treffern – vier davon per Siebenmeter – einmal mehr der beste HC-Schütze. „In vielen Phasen hatten wir Situationen dabei, in denen wir falsche Entscheidungen treffen. Beide Abwehrreihen haben eine sehr gute Leistung geboten – inklusive der Torhüter. Für uns ist es sehr schwer, wenn der Ball so lange transportiert wird“, sagte Göde.

Der musste im Vorhinein auf den Dresdner Torhüter mit der derzeit augenscheinlich besten Verfassung verzichten. Beim 21-jährigen Max Mohs wurde nach gleich drei Kopftreffern beim TV Großwallstadt eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert. Am Montag soll Mohs wieder ins Training einsteigen.

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„Erst einmal bin ich froh, dass es Max so weit wieder gut geht. Wir hatten ein wenig gehofft, dass er am Donnerstag schon wieder ins Training einsteigen kann. Das hat nicht geklappt“, erklärte Kapitän Huhnstock. „Ich glaube, wir haben in diesem Jahr das Glück, vier gute Torhüter zu haben, und kriegen das zurzeit auch sehr gut aufs Spielfeld. Es passt menschlich bei allen sehr gut“, sagte der 33-Jährige. Die Arbeit der vier Schlussmänner, zu denen außerdem Tom Göres und Mario Noack gehören, sei ein wichtiges Puzzlestück für den aktuellen vierten Tabellenplatz.

„Wir werden bei Max nichts riskieren, werden ihn ausreichend handballerisch und noch einmal vom Arzt testen lassen. Vielleicht steht er am nächsten Wochenende wieder im Kader“, kündigte Göde an.

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