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Handball: Mannheim schlägt Magdeburg im Sieben-Meter-Drama

Die Rhein-Neckar Löwen und der SC Magdeburg liefern sich im Pokalfinale ein packendes Duell. Die Entscheidung fällt erst im Siebenmeterwerfen.

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Die Spieler der Rhein-Neckar Löwen jubeln nach dem Sieg gegen Magdeburg mit dem Pokal.
Die Spieler der Rhein-Neckar Löwen jubeln nach dem Sieg gegen Magdeburg mit dem Pokal. © dpa/Marius Becker

Köln. Uwe Gensheimer war „einfach nur leer“, der junge Torwart-Held David Späth konnte „gar nix mehr sagen“, Löwen-Trainer Sebastian Hinze stand mit einem breiten Grinsen am ARD-Mikrofon: Die Handballer der Rhein-Neckar Löwen haben zum zweiten Mal den deutschen Pokal-Thron bestiegen. Beim Final-Four-Turnier in Köln besiegten die Mannheimer am Sonntag den deutschen Meister SC Magdeburg in einem hochdramatischen Endspiel mit 36:34 nach Siebenmeterwerfen und kürten sich damit als erstes Team in der Domstadt zum DHB-Pokalsieger.

Der erst 20 Jahre alte David Späth avancierte in der Overtime zum Helden des Tages, er hielt die Löwen mit seinen Paraden immer wieder im Spiel. Im Siebenmeterwerfen parierte dann Joel Birlehm den vierten Magdeburger Strafwurf und sorgte damit für die Vorentscheidung. „Ich bin so froh, weil wir in den letzten Wochen so viel Scheiße gefressen haben“, sagte Birlehm: „Es ist ein so unglaubliches Gefühl.“ Hinze sprach von einem „unfassbar geilen Handballspiel. Wir sind Pokalsieger, es ist unglaublich.“

Uwe Gensheimer (9/5 Tore) war vor der Rekordkulisse von 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena der beste Werfer der Löwen. Mit einer felsenfesten Deckung, starken Nerven und dank Späth brachten die Mannheimer den Sieg hauchdünn über die Zeit. Gensheimer bannte einen persönlichen Pokal-Fluch: Zum zehnten Mal war der frühere Nationalmannschaftskapitän beim Finalturnier um den DHB-Pokal dabei – erstmals durfte er über den Titel jubeln.

Zudem ragte Nationalspieler Juri Knorr in dem spektakulären Showdown insbesondere vor der ersten Pause mit seiner klugen Spielweise und seinem präzisen Abschluss heraus und harmonierte glänzend mit Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Auch DHB-Keeper Joel Birlehm zeigte einige starke Paraden.

Erlösung nach enttäuschenden Jahren

Die Löwen folgen auf Rekordsieger THW Kiel, der bereits im Viertelfinale am SCM gescheitert war. Für die Baden-Württemberger, die am Vortag bereits die SG Flensburg-Handewitt mit 38:31 düpiert hatten, ist der Titel nach zuletzt sportlich schwer enttäuschenden Jahren eine Erlösung.

Die Magdeburger, bei denen der Niederländer Kay Smits (10 Tore) bester Werfer war, müssen dagegen weiter auf den dritten Triumph in der Pokal-Historie warten. Auch der Traum vom Triple endete am Sonntag. Wie schon gegen Flensburg glänzte Knorr mit seinem unberechenbaren Abschluss. Drei der ersten vier Mannheimer Tore nach zehn Minuten gingen aufs Konto des 22-Jährigen. Zudem nahm Birlehm im Tor gleich drei freie SCM-Würfe in der Anfangsphase weg.

Die Magdeburger sind nach der Niederlage enttäuscht.
Die Magdeburger sind nach der Niederlage enttäuscht. © dpa/Marius Becker

Vor den Augen von Bundestrainer Alfred Gislason schwappte das Momentum der Partie hin und her, die tobenden Fans sagen Turbohandball vom Feinsten. Knorr traf beim 11:9 (22.) zur ersten Zwei-Tore-Führung des intensiven Spiels, Uwe Gensheimer baute beim 14:11 (27.) erstmals auf drei Treffer aus. Ein „handballerisch sehr, sehr gutes Spiel“ analysierte Gislason zur Pause am ARD-Mikrofon. „Die Löwen zeigen ein Riesenspiel den zweiten Tag nacheinander. Juri macht ein Riesenspiel, er spielt phänomenal.“

Das 48. Pokal-Finale blieb eng, weil Magdeburg besser aus der Pause kam. Der deutsche Champion verkürzte schnell wieder auf einen Treffer, SCM-Keeper Mike Jensen war nun stark im Spiel. Beide Teams stachelten die Fans mit ihren Erfolgserlebnissen weiter an.

Beim 24:24 (52.) glich Magdeburg erstmals seit dem 9:9 (18.) aus und ging anschließend sogar zeitweise in Führung. Sekunden vor Schluss hatte Smits per Siebenmeter den Magdeburger Pokalsieg in den Händen, warf jedoch neben das Tor. Die Verlängerung musste her, am Ende dann das Siebenmeterwerfen. (sid)